Aachener Untergrund Kultur

14. März 2010

ZUR GOLDENEN KETTE

Filed under: Lokale in Aachen — babula @ 8:32 pm

Eines der schönsten innerstädtischen Lokale meiner Teeniezeit (und leicht darüber hinaus), zumindest der kleine aber feine Biergarten im Sommer.Aber auch die auf der Postkarte gut zu sehende „Wartezone bis ein Tisch frei wird“, war beispielsweise das Anlaufziel Nr. 1 an Fettdonnerstag und Rosenmontag. Vielleicht weil’s so eng war…

Falls noch irgendjemand ein Foto von dem Biergarten haben sollte, gerne auch mit Pfiffi oder Freund/Freundin oder Oma kann (nein muss!) er das gerne hier zur Verfügung stellen oder an den Höchstbietenden hierm Blog versteigern. Mein Erstgebot ist sicher.

Für WALFISCH-Fotos gehe ich auch an mein Erspartes.

Leider ist mein Erinnerungsvermögen stark getrübt, was beispielsweise die Qualität der Speisen anging. Ich meine mich aber entsinnen zu können, dass man eigentlich immer, lieber die Friesenstube Ecke Elisabethstrasse ansteuerte, wenn es um kulinarische Feinheiten zum attraktiven Preis ging.

Beide Fotos scheinen mir aber eher aus den frühen 60er Jahren zu sein, da ich den „Wartebereich“ nicht ganz so spartanisch in Erinnerung habe. Als die „Kette“, wie das Lokal im Schulschwänzerjargon genannt wurde, die Pforten schloß, übernahmen nach einiger„Leerstandzeit glaube ich“, die pseudonaturproduktschwafelnden Betreiber des Spielwareneinzelhandels Villa Kunterbunt die Räume und gestalteten die Räumlichkeiten nach ihren betriebswirtschaftlichen Belangen, um bis heute ihre (meiner Meinung nach) überteuerten Produkte feilzubieten.

Und dann noch etwas Historisches: Wie im Aachener Geschichtsverein nachzulesen ist, bezog sich der Name „Goldenen Kette“ auf Begebenheiten im 13. Jahrhundert, als die berittenen Steuereintreibritter im Rahmen des Sühnevertrages um den erschlagenen Grafen von Jülich, vom Fischmarkt aus zum Markt galoppiert kamen, um die widerspenstigen und protestierenden Aachener Bürger (oder einen kleinen Teil davon) niederzumähen. Man spannte dort (goldene?) Ketten knapp über den Boden, so dass die Pferde stolperten, die Reiter stürzten um dann von den Öchern entsprechend bedient zu werden.

1 Kommentar »

  1. Nach der Schliessung des Studentenlokals „Zur goldenen Kette“ wurden die Räumlichkeiten meiner Erinnerung nach von Uwe Keßler ( King´s College, Rethel Pub etc.) gekauft und zu einer Kneipe umgebaut, die nur den vorderen Teil der ehemaligen Gaststätte einnahm. Die Kneipe lief solala, daher war Uwe Keßler nicht unfroh, als er das Ensemble an eine stadtbekannten Investor verkaufen konnte.
    MS

    Kommentar von Michael Staerk — 10. März 2013 @ 5:01 pm


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: