Aachener Untergrund Kultur

12. April 2010

NEROS TANZENDE ELEKTROPÄPSTE – Ein Wiedersehen

Filed under: Aachener Musikszene, Reinfall Tapes — karl pach @ 6:08 am
SO das ist der 150. Beitrag in diesem Blog. Als wir (die Pachs) mit dem Blog anfingen, konnten wir uns nicht vorstellen, was wir lostreten würden. Dass mir aktive und/oder ehemals aktive Aachener Schaffende bereitwillig zur Seite stehen oder gar ihre Werke zur Verfügung stellen ,ehrt mich und ist Treibstoff fürs weitermachen. Kartonweises abwerfen von Kassetten oder denkwürdige Besäufnisse sind Geschenke, für die ich mehr als dankbar bin. Die mittlerweile gewonnene Detailkenntnis über vergangenes Geschehen könnte ein Buch füllen.Beim 150. Posting muß natürlich was ganz besonderes kommen. Knapp 30 Jahre nach ihrer letzten Kassettenproduktion hatte ich die Ehre mit „Neros tanzende Elektropäpste“ einen bunten Abend zu verbringen. Enk und Rolf Merx zu treffen ist ein schwieriges Unterfangen. Enk ist üblicherweise nicht mehr in Europa anzutreffen und Rolf zog es flußwärts.
Ursprüngliche Intention war die beiden zu interviewen. Meine persönliche Befangenheit (großer Fan!), sowie die heitere Stimmung bei der Zusammenkunft machten da aber einen Strich durch die Rechnung. Dafür konnten Fakten zu Werden und Werk zusammengetragen werden.

Die Neros produzierten von 1981 bis 1983 4 Kassetten beim Reinfall Label. Enk und Rolf lernten sich bei der Bundeswehr kennen. Enk spielte ursprünglich als Bassist bei „Rückstand“, Rolf als Gitarrist bei „Der Verdacht“. Enks Abnabelung von Rückstand begleiteten 2 Kassetten als „Abnorm“, welche er zusammen mit dem Rückstand Gitarristen bespielte, ebenfalls bei Reinfall Tapes erschienen und hier bereits gepostet.

Enk dazu:
ABNORM waren der Rückstand-Gitarrist Dieter „Jah“ Wagner und ich, sonst hat niemand sich beteiligt. Die Sache lief auch nur ein knappes Jahr, da nach dem vermeindlichen Ende von Rückstand, Silvio & Co. probten dann noch eine Weile mit einem anderen Bassisten, sind aber nie wieder aufgetreten, mein Kontakt zu den übrigen Beteiligten, so auch Dieter Wagner, abriß. Abnorm war ein Projekt, bei dem ich mit Korg MS 20, Casio VL10 (einer Art singendem Rechenschieber, der aber ganz brauchbar klang), der MFB-Rythmusmaschine und dem MFB-Sequencer im Verbund mit einem Bandechogerät und einigen „Tretminen“ allerlei Basteleien anstellte und Wagner Gitarre bzw. manchmal auch Schlagzeug spielte. Man könnte sagen, Abnorm war das direkte Vorläuferprojekt zu den Neros, so wie „Östens Mästare“ deren Ausklang darstellte. Ich bin nach dem Wechsel von der Uni Köln nach Heidelberg 1983 dann immer seltener in Aachen/Würselen gewesen und habe nach einer Musikpause erst wieder 1985 mit Bass und zwei Korg-Rythmusmaschinen angefangen, etwas zu machen. In Pretoria, zusammen mit Gunnar und Pera Schillings (ex-Verdacht) und Leuten vor Ort.

Rückstand hatten seinerzeit einige, auch überregionale Auftritte, wollten aber die eher konventionelle New Wave Schiene bedienen. Die Kernbesetzung der Neros unterstützte bei der ersten Kassette Alfons Jansen. Alfons war ein Elektronikbastler, der mit selbstgebautem Krachequipment unterstützte. Ab der 2. Kassette ersetzte Jürgen Neukirchen den Alfons, welcher mehr in Richtung Klaus Schulze wollte. Nach der letzten Neros Kassette folgte noch eine Kooperation mit Axl Grumbach unter dem Namen „Ostens Mastere“.

Enk dazu:
Der Ausgangspunkt zu „Östens Mästare“, so fällt mir gerade noch ein, waren ein paar Sessions in einem Probekeller in der Antoniusstraße, wo eine der Verdacht-Subgruppen probte und wir durch Rolf mit hinein konnten. Ein oder zwei Mal war dabei Axel Grumbach mit von der Partie. Ich erinnere mich, dass eine erste Version von „Die heilige Kraft des Sozialismus“ dort, im Keller des Puffs, entstand: ein treffender Ort. Später haben wir zuhause bei Axel weiter aufgenommen, woraus dann die Kassette „Elefanter pa taget“ entstand.

Proberaum im Puff – muß der Himmel sein…

Enk abschließend:
Der Kontakt zu Rolf riß dann bis Ende 1989 ab, und ich habe zwischendurch (1986-87) in Heidelberg mit einem Organisten eine Art Shriekback-Versatzmusik gemacht, allerdings mit DaDa-Texten. Was aber auch der Zahn der Zeit verschlungen hat.

Angeblich existiert „Der Verdacht“ ja noch, vielleicht muß nur jemand mal beim Trommler klingeln…

Neros tanzende Elektropäpste Kassettografie:

1981
Wer schön sein will, muß leiden
RC011

1982
Portrait einer Legende
RC015

1982
Hamsterfunk aus der Landesanstalt
RC016

1983
Die hohe Kunst des Schwitzens
RC019

2 Kommentare »

  1. Mehr zu Neros auf NDW-Wiki!

    Kommentar von Anonymous — 30. Oktober 2010 @ 12:30 pm

  2. […] ENK klebte die Rezension von “Portrait einer Legende” in seinen Fanzine-Artikel über Neros […]

    Pingback von Noch mehr historische Reinfall Tapes-Rezensionen | Aachener Untergrund Kultur — 10. Februar 2012 @ 10:13 pm


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