Aachener Untergrund Kultur

7. Mai 2010

ULRICH PETERS – Vol. 2 (Konzert-Erlebnisse)

Filed under: Aachener Komponisten, Groupies, Grufties — Allo Pach @ 11:12 am

Bei meiner Recherche zu Ulrich Peters (siehe Karl Pachs Blogeintrag) bekam ich unerwartete Hilfe von meiner Cousine Elke.
Sie war wohl weiland großer Fan von „Ulli“ und konnte mir neben obigem Scan auch noch eine kleine Geschichte zum Peters Konzert offerieren:

„Ja, so erinnert man sich. Beim Durchblättern alter Chorordner fand ich diesen Handzettel und begann sofort in Erinnerungen zu schwelgen.
Ulrich Peters. Der Ulli, wie wir ihn alle scherzhaft nannten. Und jedes Mädchen aus unserer kleinen Fan-Gemeinschaft war ein wenig verliebt.
Es war ein harter Winter, damals ’96. Schneematsch auf den Straßen, kalt und schmutzig. Die Fahrbahn glatt und nur die Hauptstraßen notdürtig geräumt. Wie Giesela ihren Vater damals überredete, uns vier von Stolberg-Atsch bis nach Maastricht zu fahren und wieder abzuholen, weiß ich bis heute nicht und sie hat es auch nie verraten. Aber ihr Vater erriet wohl schon an ihrer Bitte, dass es für uns alle quasi um Leben und Tod ging. Also brachte er uns in seinem kleinen grünen Fiesta nach Maastricht. Die Sommerreifen und die defekte Heizung konnten unsere Vorfreude nicht trüben und unsere Gedanken waren voller Wärme für unseren Ulli.
Wir hatten hart gespart, um uns die Eintrittskarten leisten zu können. An der Grenze mußten wir noch DM in Gulden tauschen.
Tinchen mußte an der Abendkasse dann die Karten kaufen, weil sie leicht stotterte. Gott sei Dank bekamen wir auch wegen Giselas Rollstuhl alle ermäßigte Preise. Und so saßen wir auch in der ersten Reihe.
Holland ist schon behindertengerechter als Deutschland. Das muss man einfach sagen.
Unter großem Beifall betrat Herr Leenders mit dem kleinen Madrigalchor die Bühne. Auch ein kleiner Chor kann große Stimmung verbreiten.
Die Werke von Pärt hatten es uns besonders angetan. Und wir waren ganz berauscht von solch wunderbaren Klängen.
Aber dann kam das Highlight des Abends: Ulli.
Und wie er improvisierte und variierte, wie er gekonnt Spannung erzeugte und wieder löste, wie er mit unseren Gefühlen Achterbahn fuhr. Einfach großartig! Anne war so gerührt, dass sie ihre Freudentränen nicht mehr halten konnte, aber auch für mich war das Konzert mehr als ergreifend. Wie er die Orgel tastete, liebkoste, ja zärtlich streichelte, da dachte wohl jede von uns vieren, errötend und erregt, er orgele nur für sie allein. Viel zu schnell kam das Ende. Ulli hielt ja nie viel von Zugaben.
Vor der Kirche wartete Giselas Vater und brachte uns trotz der widrigen Verkehrsverhältnisse und vorgerückter Stunde sicher nach Hause.
Und während ich auf der Rückbank zwischen Anni und Tinchen erbärmlich fror, dachte ich immer wieder verzückt, wie es wohl sein würde, Elke Peters zu heißen. Ob er die Orgel auch auf unserer Hochzeit spielen würde? Ob der kleine Madrigalchor zu diesem Festtag singen wollte?
Und ich wußte, jede der anderen drei schwelgte in ähnlichen Träumereien…

Elke P.“

Vielen Dank an Elke!

2 Kommentare »

  1. So lobe ich mir das! Mehr von Elke bitte.

    Kommentar von Karl Pach — 8. Mai 2010 @ 7:52 am

  2. …ich wußte, dass dir das gefällt, Karl!

    Kommentar von Allo — 8. Mai 2010 @ 8:07 am


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