Aachener Untergrund Kultur

26. August 2011

SCHEFER-PRINZ Katalog 1977

Filed under: Uncategorized — babula @ 1:42 pm

Welcher Aachener kannte es nicht? Das legendäre Spielwarengeschäft am rechten Platz. Also vor dem Umzug zum Münsterplatz.

Mir fällt zwar kein Anekdötchen ein, dass eine Verbindung zum Aachener Untergrund herstellen könnte, aber ein Ausdruck Aachener Kultur war dieses alteingesessene Geschäft schon irgendwie.

Ausserdem habe ich vom Hauptbetreiber dieses Blogs grünes Licht bekommen, die Grenzen Aachener Untergrund Kultur so weit zu stecken, wie es mir beliebt. Also erwartet bitte das Unerwartete. —

HOPPLA, meine werte Frau Gemahlin bringt mich gerade fürchterlich durcheinander, da sie den Verdacht hegt, das Ladenlokal am Münsterplatz wäre Förster gewesen und hätte in der Endphase von Schefer-Prinz (Holzgraben) zeitgleich existiert? Das kann doch nicht sein, oder??

25. August 2011

The Swamptones

Filed under: Aachener Bands, Tapes of terror — Bübbes Kehr @ 10:30 pm

Eine der unterhaltsamsten Livebands, die man Mitte der 80er in Aachen und Umgebung sehen konnte, waren die SWAMPTONES, die aber leider nur zwischen 1986 und 1987 existierten. Die Band bestand aus einem Übach Palenberger und zwei Zugezogenen, man hatte sich wohl beim Studium in Marburg kennengelernt. Obwohl die Band in der damals vergleichweise großen Psychobilly-Szene sehr beliebt war, kann man ihre Musik nicht ganz dieser Richtung zuordnen. Sicher waren die frühen CRAMPS ein Einfluß, der sich sowohl durch das Fehlen einer Baßgitarre als auch die Horrorlastigen Songtitel bemerkbar machte, aber die Jungs hatten schon einen durchaus eigenen Stil, vor allem der Einsatz der Leadgitarre ist nicht eben gewöhnlich.

Das erste Demo wurde nicht öffentlich verkauft, fiel aber dem TAPES OF TERROR-Macher in die Hände, der zwei Songs davon auf seinem ersten Tape-Sampler WIR KOMMEN UND WERDEN EUCH FRESSEN veröffentlichte. Dazu kamen zwei Live-Aufnahmen von einem Auftritt beim „Rockfabrik-Bandwettbewerb“ (siehe auch hier), bei dem die Band hinter den Mods von DER START den zweiten Platz belegte. Zwei weitere Songs von diesem Gig landeten auf dem zweiten Tapes of Terror-Sampler INVASION OF THE BLOOD FARMERS, der bereits hier gepostet wurde. Weitere Auftritte gab es als Vorprogramm von FRENZY in der Rockfabrik, sowie zusammen mit SUNNY DOMESTOSZ im Übach Palenberger „Keller“. Letzteren habe ich als absolutes Highlight in Erinnerung, es könnte sich aber da bereits um den letzten Gig der Band gehandelt haben, da Schlagzeuger Wild Tom Delano 1987 nach Berlin weiterzog und nicht mehr gesehen ward. Gitarrist Steve Jones, der mit seiner hageren Gestalt und Minimal-Mimik viel zum Unterhaltungswert der Liveshows beigetragen hat, schloß sein Medizinstudium ab und war wohl auch einige Jahre als Arzt in Afrika unterwegs. Sänger und Gitarrist Eckhard Heck, der sich bei den Swamptones Brian C. Taylor nannte, war unter Künstlernamen wie Cane Clarke, Sawdust Jimmy oder Guy Montag weiter sporadisch musikalisch aktiv, bevor er für längere Zeit in der Versenkung verschwand und erst viel später wieder bei einer Country Band namens „Midnight Rodeo Band“ in Erscheinung trat. Von 2003 – 2006 spielte er etliche Gigs mit der Country-Blues Band „Dirtfarmers“. Momentan arbeitet er als freiberuflicher Webdesigner und schreibt für den Filmblog Hard Sensations.

Die Band machte sogar ein paar Studioaufnahmen (die Pläne zu einem posthumen Best of der Band auf Tapes of Terror verliefen leider im Sand, obwohl dafür extra eine Akustik-Version von „Graveyard Stomp“ im Schlafzimmer des Labelchefs aufgenommen wurde), aber mir gefällt das erste Demo mit seinem dreckigen, rotzigen Sound nach wie vor am Besten. Das Tape gibt’s hier:
http://www.megaupload.com/?d=USFXJ3E0

Tracklisting:
1. Can’t go out Tonight
2. She’s gone
3. Candid Land
4. Graveyard Stomp
5. Wicked Guy
6. Civilized Girl
7. Rockin‘ Bones

Leider hatte ich bei keinem der Konzerte eine Kamera dabei, auch Flyer und dergleichen sind nicht mehr aufzufinden. Der geneigte Leser sei hiermit freundlich zur Mithilfe aufgerufen!

18. August 2011

Currypalast – Der Hüter des Soßenrezeptes

Filed under: Aachener Kneipen, Kultstätten in AC — karl pach @ 8:38 am

In den  60er Jahren machten sich griechische Gastronomen daran die hiesige Restaurantkultur zu reformieren. Pionier in Aachen war ein junger Mann mit einer Vision und sicherem geschmacklichem Gespür. Besagter Helene eröffnete gegen 1967 den legendären Currypalast, Peter Ecke Komphausbadstraße. Der Name war ausgesprochen passend gewählt, war es doch die selbstkomponierte Currysoße welche den Ruf der Restauration, trotz diverser Besitzerwechsel, bis heute zementiert.

Die Beziehung zum Aachener Untergrund erklärt sich aus einer überraschenden Begebenheit. Ähnlich wie der Plattenhändler unter seiner Theke gehortete Bootlegs oder der Friseur geneigten Kunden Waffen anbietet (in belgischen Frisiersalons), kann auch ein  Currywurstgericht feilgeboten werden. Eine Sauftour ließ mich im nostalgischen Ambiente einer vergessenen Univiertel Kneipe stranden. Der freundliche Wirt wußte wie er mit dem obligatorischen Suffhunger seiner Gäste umgeht und bot an, in der Kombüse flott etwas zu zaubern. Die Örtlichkeit konnte lediglich mittels Telefon dokumentiert werden, daher die mäßige Qualität der folgenden Aufnahmen.

Eine mir unbekannte junge Dame ließ sich auf das Angebot ein und gab dem Kneipier grünes Licht. Nachdem der Wirt einige Zeit in der Kochecke (hinter einem Vorhang) hantiert hatte, plazierte er einen hübschen Teller Fritte/Currywurst vor der Gastin. Freundlicherweise durfte deren Akt der Nahrungsaufnahme gefilmt werden:

Ganz schön clever von dem Wirt seinen Gästen scharfe Gerichte vorzusetzen, erhöht dies den Bierkonsum doch enorm. Aufhorchen ließ die positive Bewertung des Gerichtes durch die Thekennachbarin und die darauffolgende Geschichte. Der Wirt outete sich als Bruder des Currypalast (Palasthalter?) Currysoßen Erfinders. Die Brüder hatten seinerzeit ihre Läden etwa gleichzeitig aufgemacht, der Currybruder offenbar mit größerem Erfolg. Kneipenbruders Schuppen präsentiert sich dafür noch in unverändertem spät 60er Outfit. Der betagte Herr versicherte mir Hüter des Familiengeheimnisses der original Currysoße zu sein. Das mußte probiert werden! Als Belohnung kehrte eine wichtige Kindheitserinnerung zurück.

6. August 2011

Popfestival 1970 – Deep Purple Bootleg

Filed under: Aachen in den 70ern — karl pach @ 10:04 am

Der Legende nach die erste deutsche Bootleg! Unter welch abenteuerlichen Umständen es zu den Aufnahmen kam, wurde bereits im Post zur Pink Floyd Bootleg beschrieben. Purple traten einen Tag vorher am 11. auf.

Ein schönes Detail ist der beschriebene Aufnahmeort „Reichstadion“. Klar, beim ALRV kommt kein Unbetuchter rein…

Komplett: http://www.megaupload.com/?d=R16AD1CB

3. August 2011

Kirchenuntergrund 1975

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachener Musikszene — babula @ 6:09 pm


In stetem Bemühen auch den verwinkeltsten Untergrund der 70er Jahre zu erforschen, wurde ich dieser seinerzeit sicherlich sehr ambitionierten Schallplatte habhaft. Wie weit und progressiv sich die katholische Kirche in dieser Zeit aus dem kostbaren Kirchenfenster lehnte, kann auf dem soundfile abgehört werden.

Der hippieske Titel ‚Ihr fragt, ist das denn wahr‘, verspricht natürlich deutlich mehr als er musikalisch hält. Während auf den anderen Stücken dieser Langspielplatte die Aktivisten als Chor oder Männerstimmen oder Musikkreis oder Kinderchor beschrieben sind, bezeichnete man die Protagonisten besagten Titels als Jugendgruppe und (Achtung!!) Beat-Band. Man schrieb übrigens das Jahr 1975 und nicht 1965.

Aber ein wirklich schönes Foto dieser Jugendgruppe, und das sei auch der Hauptgrund dieses postings, wurde auf die Rückseite des Covers gedruckt. Und für alle die es genau wissen wollen gibt es zusätzlich noch die abgedruckte Info:

Die Jugendgruppe mit(?) einer Beat-Band, bestehend aus Albert Müller, Hajo Dickau, michael Ernst, Klaus Thiems, Philipp Leisten (etwa DER Philipp Leisten??) und Bernhard Schul; ferner Gabriele Malangre als Vorsängerin. Die Aufnahmen fanden übrigens vom 29.Mai bis zum 01.Juni 1975 im Gemeindezentrum statt.

 

 

http://www.divshare.com/download/15444768-ad7

Bloggen auf WordPress.com.