Aachener Untergrund Kultur

18. August 2011

Currypalast – Der Hüter des Soßenrezeptes

Filed under: Aachener Kneipen, Kultstätten in AC — karl pach @ 8:38 am

In den  60er Jahren machten sich griechische Gastronomen daran die hiesige Restaurantkultur zu reformieren. Pionier in Aachen war ein junger Mann mit einer Vision und sicherem geschmacklichem Gespür. Besagter Helene eröffnete gegen 1967 den legendären Currypalast, Peter Ecke Komphausbadstraße. Der Name war ausgesprochen passend gewählt, war es doch die selbstkomponierte Currysoße welche den Ruf der Restauration, trotz diverser Besitzerwechsel, bis heute zementiert.

Die Beziehung zum Aachener Untergrund erklärt sich aus einer überraschenden Begebenheit. Ähnlich wie der Plattenhändler unter seiner Theke gehortete Bootlegs oder der Friseur geneigten Kunden Waffen anbietet (in belgischen Frisiersalons), kann auch ein  Currywurstgericht feilgeboten werden. Eine Sauftour ließ mich im nostalgischen Ambiente einer vergessenen Univiertel Kneipe stranden. Der freundliche Wirt wußte wie er mit dem obligatorischen Suffhunger seiner Gäste umgeht und bot an, in der Kombüse flott etwas zu zaubern. Die Örtlichkeit konnte lediglich mittels Telefon dokumentiert werden, daher die mäßige Qualität der folgenden Aufnahmen.

Eine mir unbekannte junge Dame ließ sich auf das Angebot ein und gab dem Kneipier grünes Licht. Nachdem der Wirt einige Zeit in der Kochecke (hinter einem Vorhang) hantiert hatte, plazierte er einen hübschen Teller Fritte/Currywurst vor der Gastin. Freundlicherweise durfte deren Akt der Nahrungsaufnahme gefilmt werden:

Ganz schön clever von dem Wirt seinen Gästen scharfe Gerichte vorzusetzen, erhöht dies den Bierkonsum doch enorm. Aufhorchen ließ die positive Bewertung des Gerichtes durch die Thekennachbarin und die darauffolgende Geschichte. Der Wirt outete sich als Bruder des Currypalast (Palasthalter?) Currysoßen Erfinders. Die Brüder hatten seinerzeit ihre Läden etwa gleichzeitig aufgemacht, der Currybruder offenbar mit größerem Erfolg. Kneipenbruders Schuppen präsentiert sich dafür noch in unverändertem spät 60er Outfit. Der betagte Herr versicherte mir Hüter des Familiengeheimnisses der original Currysoße zu sein. Das mußte probiert werden! Als Belohnung kehrte eine wichtige Kindheitserinnerung zurück.

3 Kommentare »

  1. Alter, Hosen runter, welche Kaschemme ist das?

    Kommentar von Thomas — 18. August 2011 @ 12:52 pm

  2. Nach dem Pinoccio-Keller oder dem Bushof-Jugendtreff-Disco immer wieder ein absolutes Muss! Jedoch muss gesagt werden, dass der eigentliche Renner und die seinerzeit für 1,80 DM zu erstehende „Grosse Fritte mit Gulaschsoße und Mayo“, war.

    Kommentar von babula — 25. August 2011 @ 6:49 pm

  3. @babula: braun/weiss – oh gott, das ist ja wirklich zum speien. gabs das wirklich, von der kreation habe ich noch nie gehört.

    Kommentar von karl pach — 26. August 2011 @ 6:20 am


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