Aachener Untergrund Kultur

30. November 2014

Purer Spaß mit Hervé & KiloWatt

Filed under: Uncategorized — Dieter Antonio Schinzel @ 11:17 pm
Purer Spaß Nr.1

1982-1983 schrieben, collagierten und fotokopierten Hervé und KiloWatt das Fanzine „Purer Spaß“ in Eschweiler. Mittlerweile stehen alle vier Nummern (1, 2, 3, 4) bei unseren Kollegen von Tape Attack.

Titelbild und Editorial der ersten Ausgabe geben schon eine kleine Vorahnung der späteren Stadtplaner-Laufbahn von Macher KiloWatt/Klaus Wittmann:

In Eschweiler fehlt etwas (ach was). Kaum zu glauben. Hier gibts ein Rathaus, welches ich extra zu diesem Zweck zerstören ließ, puren Spaß zu haben, ist mir nichts zu teuer, in Parkhaus, Straßen (kaum zu glauben), einen Fluß (Wird Zeit, daß DU einmal hineinspringst, denn dann kommst du, ja DU, entwickelt wieder raus), Zeitungen, einen Stadtwald, eine Autobahn, dr3i Festhallen, potentionelle, professionelle Rockbänds, ein Rockfestival, Alt-Hippies – eingehüllt in Ach-wie-süße-Hasch-Mariuhana-Wolken-Schwaden – und Pseudo-Punx etc… Eines schönen Tages, als ich unschuldigerweise wieder einmal 2 Groschen in eine hungrige/gefräßige/gierige Parkuhr schlitzte/steckte, fiels mir wie der Schornsteinfeger von der Leiter (aua); EscHweIlerR fehlt – ein – Fanzine. Und, Halloooochen, Willkommen, hier ists! FREUDESCHOENERGOETERRFUNKENFREUDESCHOENERGOETTERFUNKEN

Ansonsten finden sich in den Nummern u.a. Verweise auf den Mit-Eschweiler Theo Trickbeat sowie zahlreiche Rezensionen von Reinfall-Tapes und Artverwandtem aus der damaligen deutschen Cassettentäterszene.

29. November 2014

Hervé & KiloWatt, Liebe ist: wenn man andere mitmachen läßt

Hervé & KiloWatt, Liebe ist...

Hervé & KiloWatt, Liebe ist…

Unsere Kollegen von Tape Attack haben die Cassette „Liebe ist: wenn man andere mitmachen läßt“ von Hervé und KiloWatt (alias HKW) veröffentlicht, die 1982 unter dem Motto „Hören – ne Pizza legen – den Löschköpfen zum Fraß vorwerfen“ auf eigenem Label erschien. Zitat vom Cover:

Wie macht man eine Cassette, wenn man außer Klarinette kein Instrument beherrscht?
Ganz einfach:
Man nehme einen selbstgebastelten Synthii, ein paar Werkzeuge, die man gerade zur Hand hat und mische alles mit einer Portion Fritten Phantasie.
Das Ergebnis?
Hört Euch unseren Schund an!
Diejenigen Komma die uns Gleichgesinnte Prolobands nennen Komma sind selbst zu feige / faul / blöd / phantasiearm, was eigenständiges zu produzieren. Punkt Amen

Hinter KiloWatt steht bekanntlich unser Blog-Mitarbeiter Klaus Wittmann, dessen 80er Jahre-Erinnerungs-Ebook Zeittotschläger wir hier nochmals wärmstens empfehlen. Auch die Entstehungsgeschichte dieser Cassette wird darin rekonstruiert:

Die SOUNDS veröffentlichte gleich in der ersten Ausgabe, die ich kaufte, die Adresse von Silvio aus Herzogenrath, der auf seinem Label REINFALL den Aachener Sampler SO NICHT herausgab. Unglaublich, wer da wenige Kilometer von uns entfernt elektrisierenden Krach machte: Z.B. URIN, ABSTAND, NEROS TANZENDE ELEKTROPÄPSTE, TIEFPUNKT, ZUKUNFTSWEISENDE ZUSAMMENKUNFT, DIE KURSCHATTEN, ABNORM, KURZSCHLUSS und KEINE AHNUNG. „Das ist die neue Zeit / Das ist das Ende“ , hieß es, und „Deutschland brennt“ , aber auch Dada-Hits wie „2 Füller und 1 Kamm“ . Wir waren auf-der-Stelle aufgeregt und von einem unbekannten Fieber erfasst: Was wir da hörten, war völlig neu, klang aufregend, unkonventionell. Man brauchte keine millionenschwere Ausrüstung und keinen polierten Sound! Als dann auch noch „Da vorne steht ne Ampel“ von DER PLAN und frühe Sachen von ANDREAS DORAU aus dem Radio schepperten, war uns klar: „Das können wir auch!“ Das Prädikat „Punk“ erlaubte Dilettantisches und Primitives und schuf eine neue Bewertungsebene: Deine Kunst muss nicht ausgereift sein, nur phantasievoll, energisch und gegen den Strom. Nach den Hausaufgaben wurden wir zu Hervé & kilowatt bzw. den PARKHAUSHÄNKERN […Copyright des Textes bei Klaus Wittmann]

Das Herunterladen der digitalisierten Hervé/Kilowatt-Cassette lohnt sich gerade auch wegen der Beileger-Texte, wie z.B. diesem hier:

Eines schönen Tages in der nahen Zukunft werden wir alle, die wir uns Mensch nennen, auf unseren Buden / Zimmern / Appartements hocken, eingeschlossen von großer eisiger Leere, umgeben von Kochtöpfen und Casios®, Magnettonbändern und Radios und eingewickelt in Kopfhörer, Knöpfen und Phantasie. Wir werden unsere Tonträger nur noch zum eigenen Konsum herstellen, die Kommunikation ist abgebaut, die Straßen / Wege und U-Bahnen sind leergefegt.

2. September 2014

Zeittotschläger

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Umland — karl pach @ 1:35 pm

Klaus Wittmann, Untergrund Urgestein und Zuträger dieses Blogs hat ein Buch geschrieben. Die Thematik passt prima hierher, daher darf auch die Beschreibung und Kaufempfehlung durch den Autor folgen:

klaus

Zeittotschläger
Teenage, Punk, Postpunk, New Wave
und die Gleichzeitigkeit des realen Lebens.
Ausgangspunkt: Raum Aachen
Trickbeat, Sozialmafia, Play for Roses, Parkhaushänker, Hervé & kilowatt, Moriticians, Seltsame Zustände, Turquoise Casket, Bierfront, P 5, Hauptquartier usw.
Ein kenntnisreicher Roman, bei dem Wahrheit und Dichtung Hand in Hand gehen.
. Buch-Neuerscheinung
. Titel: Zeittotschläger
. Autor. Klaus Wittmann
. Format: pdf-Datei, ca. 2,2 MB (ca. 300 Druckseiten).
. Preis: 16,90 Euro
. Bezug: zeittotschlaeger@freenet.de
. Exposé / Klappentext.
Wie sieht ein Leben aus, wenn es auf den Popkosmos reduziert wird?
Morrissey: „Ich glaube, Musik kontrolliert ganz massiv das Leben der meisten Menschen. Jeder hat doch eine Platte, die ihn ernsthaft sein ganzes Leben überprüfen lässt. Als ich jünger war, hat mich Musik komplett geprägt. Und in England ist es ganz bestimmt so, gerade in den kleineren Provinzstädten. Die Leute haben dort nichts außer der Musik, das ist ihr ganzes Leben.“
„Wir waren Zeittotschläger, wegen Camp Sophisto und Annette, und die Freiheit war die Freiheit, die Nächte um die Ohren zu schlagen. Wir waren glücklich. Aber es reichte nicht immer.“
Zeittotschläger – aus den Kriegstagesbüchern.
Es geht um Popmusik, wie sie Leben beeinflusst und manchmal, wie sich Musik und Leben gegenseitig bedingen. Von 1978 über 2005 in die Zukunft, von den Bay City Rollers zu Spearmint, von Queen zu Pulp, von Birth Control zu den Melvins, von den Slits zu Erase Errata. Ein kenntnisreicher Bericht über Punk und die Folgen. Und über die Suche nach dem perfekten Popsong, die schließlich ganz unerwartet in einer kleinen miesen Spelunke mit Erfolg bedacht wurde.
Gleichzeitig geht es um erwachsen werden und erwachsen sein in der Popkultur. Um die Widersprüche zwischen dem Dasein im Bürgerlichen und im Underground. Über Freundschaften, meistens oberflächlichen, vorübergehenden, aber auch längeren und lebenslänglichen und wieder über Musik, die funktioniert, weil sie Freundschaften definiert und schließt. Nebenbei wird die These bestätigt, dass Jungs auf Konzerten
keine Mädchen kennenlernen. Widersprüche und offene Stellen werden nicht ausgeschlossen. Wie im wahren Leben
Und so erfahren wir, warum „Monarchie und Alltag“ und „Heaven up Here“ die besten Pop-LPs aller Zeiten sind, warum ein Punk für den Staat freiwillig arbeiten kann, dass John Peel der einzige der Welt war, und warum Popmusik glücklich macht, zumindest grundsätzlich. Zumindest Kai Wiedemann, neben der Pop-Musik die Hauptperson dieses Buches.
. Auszug.
1985
kam die Zeit, in der die Wochentage zu Wochenenden wurden und das Leben voranpfeilte. Die Nächte in den Clubs, frühmorgens um drei im Rauchschweiß alles klar sehen, alles durchschauen im Schwarz Violett Weiß des lautlos zeitlos fließenden Lichtlichts, dass es still war, das Medium Musik den Raum und das Dasein halluzinativ erweiterte. There is no Shuffle.
1985 handelte nur von Klarheit. Die Klarheit zu wissen, was man nicht braucht: kruschpelndes Menscheln, siehe Öko, siehe Gesprächskreise, vergleiche Gitarre am Lagerfeuer. Was ich von der Uni zu halten hatte, wusste ich auch schon: Während der 13 Semester war ich nur auf ziemlich genau ein bis zwei Unifeten, eine davon die Erstsemesterfete im Oktober 1984. Da stand der junge Student auf dem Balkon des Ché-Hauses, die Krawatte flatterte kühn im Wind und der Altsemesterbart, der ihn ansprach, verstand überhaupt nichts, als er fragte, ob er sich nicht einer kleinen Gruppe anschließen wollte, man habe gerade so viel Spaß im dialektischen Infinitiv. There is no rest for the wicked one. Der Feind ist nicht das falsche Deutsch, sondern das falsche Denken. Ich verließ den Ort, hinter mir alles kaputtverlassend, wegfliehen vor dem Vorhersehbaren & Vergänglichen, der Deutsch- und Dummheit. Folglich sah mich die Uni nur zu Pflichtveranstaltungen, Diskutieren war mir zuwider, ich wollte einfach machen. Städte planen übrigens. Create the room in which you do it.
Außerdem war mein Spieltrieb doch ausgeprägter als mein Hang zum alltäglichen Masochismus, die Einsamkeit musste endgültig sein, ebenso wie die Ewigkeit, das Bier. Hin zu weißen Blättern, zu Gedankenmanuskripten, um 4 Uhr morgens hirnmasturbierend in einer Präzisierungslawinenwut runtergestanzt und bereits nach ermattendem Schlaf einschließlich tuffsteinernem Knurpsen im Schädel in der Morgendämmerung nur noch unverständlich. Tough town / cruel touch: Sonic Youth, geboren aus Glenn Branca’s Gitarrenmanifisten, gaben den kommenden Jahren eine Melodie, also einen Halt.
So wurde ich zu einem Gänger der Nachtstädte, wo sich Menschenskinder trafen, die noch nicht zu sich selbst gefunden hatten, dies aber nicht wussten. Die anders sein wollten, aber auf die Gelegenheit warteten, auszusteigen oder die dies niemals wollten oder niemals konnten.
Sie waren einsam. Aber die Musik war Laibach Neubauten Nick Cave Birthday Party Pogues Jesus and Mary Chain Front 242 Neon Judgement Sonic Youth und wieder neu The Cure, die damals gerade so wirres überdrehtes Hitzeugs hatten und den ’87-Durchbruch einleiteten. Und ganz viel Bone Orchard, am besten drei Mal täglich. Leben ohne Musik? Barbarei, Kälte, Tod. Die Musik, wie wunderbar! Die Tänze, wild+würdig, hochgeschossen und seelenbrennend leidend, die Gespräche im Bier vom Ausdruck leer+gut wie eine sinnentleerte mathematische Formel, allen Argumentationen gegenüber erhaben. Den Beweis trat niemand an. Kam jemand
hinzu, brachen die Gespräche ab, entwickelten sich neu. Wer sich nicht begeistern konnte für Fleshtones Cramps Alemannia Degraa Mädchen Pop, war dümmer, als er tat. Das kleinkleine irdische Dasein wurde vergessen gemacht, das Mittelmaß überschritten. Sie lasen die Prawda. Sich jederzeit der letzten 4000 Jahre Menschheitsgeschichte bewusst sein! Jede Nacht, jede neue tolle Platte brachte sie weiter. Die bunten Variationen der PostPunkära.
/ Und niemals schlafen / alles lügen / staubiges Vergnügen / Telefon! Zieh! /
Vormittags war der Schlaf so Kein Schlaf, aber ein eigentliches Umspültwerden von Knochen + trockenem Sekt, der die Chemie aus den Nervenporen drückte. Alles durchzogen vom Haargel der Nacht zuvor.
Wir gingen ins P 5. Ins Aachener „Batcave“ brachen die bunten Variationen der neuen Ära auf und fanden Heimat: Blitz-Kids, Prolls, bleichgesichtige Napalmblondinen, Bohemians, Njupunx, Schwarzkittel und all die anderen, die noch nicht wussten, dass es sie morgen nicht mehr geben würde. Wir gingen jeden Freitag, jeden Samstag und manchmal zwischendurch – nach 23 Uhr, denn vorher war „nichts los“, bis 2 Uhr, bis 3 Uhr, bis 4 Uhr. Von außen war der Laden völlig unscheinbar, nur eine schwarze Tür mit einem verspiegelten Rundfenster zwischen innerstädtischen Schaufenstern der 1b-Lage, einem Juwelier und einem Modegeschäft. Kein Schriftzug. Nur die Hausnummer: „5“. Peterstraße 5. Nichts ist ohne Geheimnis. Hinter der Tür bewachte meistens Noppi einen nachtblauen, langen, schmalen und niedrigen Gang, der eine rechtswindende Treppe in den Keller hinunterführte. Fluchtweg Fehlanzeige – im Brandfall wäre jeder einzelne Silberfisch erstickt. Links eine „Garderobe“, dahinter ein Raum in Form eines Boomerangs: Rechts der Tresen und die Toiletten, links die Tanzfläche, dazwischen die Turntables. Größe: Vielleicht 100 m²? Die Wände waren nicht verspiegelt, teilweise schwarz. Das Bier kam merkwürdiger Weise aus dem Elsass. In Aachen war es nur hier erhältlich, unterstrich das Ungepasste und wurde aus Flaschen getrunken. Wir standen und tranken ohne Trinkzwang die Biere in den Bauch. Wir schwiegen viel und schauten den anderen zu, wie sie uns zuschauten. Wenn wir tanzten, dann zeigten wir das eigene Leiden am Zustand der Welt und des Ichs. Wenn wir redeten, dann laut und mit großen Gesten, über Platten, Bands, Konzerte und Mädchen. Wir waren Zeittotschläger, wegen Camp Sophisto und Annette, und die Freiheit war die Freiheit, die Nächte um die Ohren zu schlagen. Wir waren glücklich. Aber es reichte nicht immer.
. Unter anderem spielen mit:
Eschweiler (aka Indestadt), Aachen, Übach-Palenberg, Köln, Bochum, Hanau, Hamburg, Echo and the Bunnymen, Fehlfarben, Sonic Youth, Blumfeld, Birthday Party, Coil, Big Black, Smiths, The Fall, Spearmint, Art Brut, Erase Errata, DAF, SPK, Melvins, Altered Images, Abwärts, And also the Trees, Foyer des Arts, Malaria, Gang of 4, Yo la Tengo, Associates, Nick Cave & the Bad Seeds, Cocteau Twins, Mighty Lemon Drops, Godfathers, Lydia Lunch, Ideal, My Bloody Valentine, I ludricous, Throw that Beat in the Garbagecan, Sugarcubes, Nirvana, Die Toten Hosen, Heaven 17, Au Pairs, Jesus and Mary Chain, Walkabouts, Joy Divsion, Nichts, Something to Burn, Specials, Strokes, Cabaret Voltaire, Marc Almond, Family 5, Die Goldenen Zitronen, Max Goldt, Laibach, Neon Judgement, Morticians, John Peel, Cassettentäter, Hervé & kilowatt (aka Die Klobürstenköppe), Die Parkhaushänker, Seltsame Zustände, Trickbeat (aka Kickbeat), Play for Roses, Egotrip, Sozialmafia, Turquoise Casket, Graf Haufen, Bierfront, Purer Spaß (aka Der Springende Punk), Klenkes, Hauptquartier, P5, Luxor, Rose Club, Metropol, Ritz, Fabrik, Audimax, Pandora’s Box, Pinkpop, Hurricane, Spuugh, Ku-Ba, Zeche, Markthalle, Große Freiheit, Logo, usw. usf.
. Setlist
0 Zappen: Geschichten der Matchbox-Generation
I (It’s the Beginning of a) New Age
II Welcome to the Eighties / Nineties
III If the Kids are united
IV Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein
V Neue Zähne für meinen Bruder und für mich
VI I live in Siberia / through no Fault of my own
VII Country Girl became Sex Drug Punk Squatter
VIII Wir bauen eine neue Stadt
IX Simple Stuff
X Die Rückkehr des gigantischen Sommerhits
XI Here comes another Winter
XII Over the Wall (Liebe ist möglich)
XIII Hamburg
XIV Retro
XV Auslaufrillen
. Gibt es den Roman auch gedruckt?
Das Manuskript stand kurz vor der Veröffentlichung als gebundenes Buch. Das Lektorat war abgeschlossen. Aufgrund von Bedenken der Verlagsleitung gegen einige Passagen wurde die Veröffentlichung gestoppt.
. Recht haben.
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24. September 2012

Dementia 13/Skippy

Filed under: Punk auf dem Land, Tapes of terror Skippy — karl pach @ 6:25 am

Obiger Schnappschuss entstammt den Tiefen von Kilowatts Archiv. Wohnen wir da besagtem Skippy Gründungsmythos bei?

Herzlichsten Dank an unseren Lieblingszuträger!

10. April 2012

EUROCK und andere Open Air-Festivals in Alsdorf

Filed under: Rock im Kreis Aachen — Bübbes Kehr @ 5:00 pm

Das sogenannte „Freizeitgelände“ an der B57 diente das ein und andere Mal als Location für Open Air-Festivals, meines Wissens zum ersten Mal 1984, als bei „Rock im Park“ leider ohne meine Anwesenheit u.a. THE CURE, TALK TALK, THE CHAMELEONS und THE CULT auftraten. 1989 fand dann das erste „Eurock“ statt und bot als Highlight die brachialen australischen Landburschen COSMIC PSYCHOS, von deren Auftritt wohl auch ein Bootleg herumschwirrt. Sonst waren u.a. noch vertreten: Die jüngst reformierten JINGO DE LUNCH (mit Ex-Aachener Tom S. an der Gitarre), KMFDM, URBAN DANCE SQUAD und die französischen Funpunker LUDWIG VON 88. Das für meinen Geschmack wohl beste Line-Up bat das Festival ein Jahr darauf, und dieser zufällig auf youtube gefundene Clip der MOVING TARGETS brachte erst den Anstoß dazu, diesen Artikel hier zu verfassen:

Der Clip wurde offensichtlich noch mit anderen Gigs zusammengeschnitten, die Aufnahmen bei Tageslicht stammen aus Alsdorf. Mit den sympathischen Postpunkern aus Boston wollten wir eigentlich auch ein Interview führen, was aber daran scheiterte, daß man als Aufzeichnungsmaterial nur einen Kugelschreiber und keinen Kassettenrekorder dabei hatte und der Kugelschreiber zudem an den Schlagzeuger verliehen wurde und nie wieder gesehen ward. Dafür durften wir ihnen aber den Backstage-Rotwein wegsaufen. Ein weiteres Highlight 1990 waren die Briten MEGA CITY FOUR um den vor 5 Jahren verstorbenen Sänger Wiz, eine der feinsten melodischen Punkbands, die man sich zu dieser Zeit reinpfeifen konnte. Headliner waren SOUL ASYLUM, und das, als sie noch eine härtere Gangart anschlugen, bevor sie dann 1-2 Jahre später meinten, mit dem Schmusesong „Runaway Train“ in die Charts kommen zu müssen. Sonst sind noch die Belgier PARANOIACS in positiver Erinnerung von diesem Festivaljahr, an dem, meine ich, auch das Wetter am Besten gewesen war.

1991 stachen die Lofi-Rocker DEAD MOON aus dem Programm hervor, wobei sie auf so einer großen Open Air-Bühne ein wenig deplaziert aussahen, gefolgt von UNION CARBIDE PRODUCTIONS aus Schweden, deren überaus agilen Sänger man in seiner aktuellen Truppe THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES nun mal überhaupt nicht mehr wiedererkennt. Sonst noch am Start: DER START, BABES IN TOYLAND, CLAW BOYS CLAW, CHUMBAWAMBA und andere. Intermezzo 1992: Zum einzigen Mal machte auch das BIZARRE FESTIVAL in Alsdorf halt, zum Line-Up gehörten neben BLUR, CARTER USM, THE POGUES, RUNRIG, schon wieder URBAN DANCE SQUAD auch die RAMONES. Wer aber extra für Letztere das teure Ticket gelöst hatte, dürfte sich ziemlich in den Arsch gebissen haben, brachen diese ihr Set doch bereits nach 6 Songs ab. Wir standen kostenfrei auf einem nahegelegenem Hügel und ich meine, mich zu erinnern, daß der Abbruch stattfand, weil die Bühnen-Absperrung den pogenden Massen nicht standgehalten hat. Hier steht allerdings etwas davon, daß sich CJ den Arm gebrochen hat, vielleicht hängt das eine mit dem anderen ja auch zusammen…

1992 fand dann auch das letzte Eurock statt und war plötzlich auch recht teuer geworden (89 und 90 war noch freier Eintritt, 91 noch recht billig, wenn ich mich recht erinnere). Bandmäßig bekam man geboten: MONSTER MAGNET, BLUMFELD, JAH WOBBLE, THE WALKABOUTS sowie unter anderen noch die feinen französischen Gitarrenfräser LES THUGS, an deren Auftritt ich mich noch am besten erinnern kann. (Monster Magnet war wohl schon zu spät und, äh, zu zu.) Via einer Blumfeld-Fanpage stieß ich auf diesen Romanauszug des auch hier als Kommentator verehrten Herrn kilowatt, der nicht nur das 92er-Festival beschreibt, sondern auch noch einige Erinnerungen an den 84er-Event enthält. Meine Flyer und Fotos zu den Festivals sind seit Umzug noch nicht wieder aufgetaucht, also gibt es zur Illustration gleich noch einen Clip der Moving Targets. Ergänzungen zu den Erinnerungslücken, persönliche Anekdoten und weiteres sind wie immer in den Kommentaren gerne gesehen.

27. Februar 2012

Reinfall Tapes – mehr Schnipsel & Leserbrief

Filed under: Reinfall Tapes, Uncategorized — karl pach @ 8:21 am

Kollege Kilowatt war so nett und hat noch 3 alte Schnipsel zum Reinfall Tapes Umfeld geschickt. 2 Kassetten Besprechungen sowie der Bericht über den Ringelpietz Presseball. Letzteres wohl ein Highlight damaligen Eschweiler Kulturlebens.

Dieter Antonio wünschte sich in seinem Letzten Artikel den Leserbrief, welchen ENK 83 der Spex schickte. Kilowatts Archiv konnte auch hier helfen:

20. August 2010

AC GIRLGROUPS VOL. 1: ME-JANES

Filed under: Aachener Bands, Aachener Musikszene — karl pach @ 8:04 pm

Mit Girlgroups war die Stadt ja nun wirklich nicht gesegnet, bestimmt weil früher hier nur Männer doofe Sachen studierten. Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass ich The Me-Janes nie live gesehen hab und mir auch die CD (wahrscheinlich ob des -naja- eher langweiligen Covers) nie zu Gemüte geführt habe. Hat die irgendwer?
Silvi war ja zu NDW Zeiten auch Sängerin der NDW Band „Silvi und die Awacs“ (hatten ’ne LP auf Schallmauer), …müßte demnächst hier auch mal auf den Blog.
Weiß jemand, was aus den Girls geworden ist?
(Vielen Dank an kilowatt für den Bericht)

3. August 2010

KLENKES BAND WETTBEWERB 1989/90

Filed under: Aachener Bands, Aachener Musikszene — Allo Pach @ 11:13 am

Einen schönen Überblick der Aachener Musikszene zum Ende der 80er Jahre bietet diese Auflistung aller Bands/Musiker, die sich weiland mit Demos etc. beim Klenkes bewarben, um die ausgelobte und heißbegehrte Single-Produktion zu ergattern. Da diesmal die Stadtsparkasse nicht beteiligt war, konnte man einige etwas unkonventionellere Gewinner küren. Die resultierende Single des Gewinners ist aber trotzdem „nicht wirklich so der Renner“.
Ich erinnere mich auch noch an (2?) Konzertabende im Jakobshof, wo die ersten 8 des Wettbewerbs ihre Kunst vorstellen konnten. Hat mich auch nicht wirklich begeistert…
Was ist nochmal aus Cane Clarke geworden…?
(Dank an kilowatt)

6. Juni 2010

AC NACHTLEBEN WS ’88

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Kneipen — Allo Pach @ 4:37 pm

Nach dem kleinen 1977/78er Überblick (siehe entspr. Post) über das nächtliche Treiben in der Kaiserstadt gibt es nun hier eine Fortsetzung. Wie „Aachen nach eins“ im Jahre 1988 aussah, beschreibt kilowatt (vielen Dank!) hier in seinem Artikel für den Klenkes:

24. April 2010

AACHENER PLATTENLÄDEN – kleiner Leitfaden 1987

Kleine Übersicht der Bad Aachener Schallplattengeschäfte im Jahre 1987.
Vielen Dank an kilowatt, der diesen Artikel damals für den Klenkes schrieb.
War jemand mal im Musikladen Eschweiler? Hab ich was verpasst?

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