Aachener Untergrund Kultur

30. August 2016

Aachen bizarr 2016

Filed under: Architektur&Städtebau — Dieter Antonio Schinzel @ 2:42 pm

Zum fünften mal (nach 2012, 2013, 2014 und 2015) reiste Dieter Antonio nach Aachen für seine jährliche Stadtwanderung auf diesem Blog.

Seine düsteren Prophezeiungen vom letzten Jahr – Kahlschlag rund um den Kaiserplatz als gewollter Kollateralschaden der neuen Shopping Mall – erwiesen sich als korrekt:

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Was bleibt:
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Unterdessen im neuen Einkaufszentrum:
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Traditionsgeschäfte zeitgemäß am Adalbertsteinweg:_DSC7952_DxO

Katholisch:
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Kombiniert (nahe Europaplatz):
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…mit geklautem Logo:
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Gastronomie als Seismograph der Globalisierung:
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Protestformen 2016:
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Konkrete Poesie / concrete poetry:
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Und noch:
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30. Dezember 2015

Aachen-Tourismus 2015

Filed under: Aachen bizarr, Drogenszene Aachen — Dieter Antonio Schinzel @ 3:38 pm

2015 ist fast vorbei, doch Dieter Antonio hat seine jährliche Aachen-Erkundung nicht vergessen. (Siehe hier, hier und hier für die Editionen 2012-2014.) Diesmal stand sie unter nostalgisch-konservatorischem Vorzeichen. Denn mit der neuen Shopping-Mall mitten in Aachens traditioneller Drogen-, Huren-, Kriminellen-, Sexkino-, Gebrauchtmobiltelefonladen- und Migranten-Zone Kaiserplatz/Adalbertsteinweg/Jülicher Straße/Hansemannplatz droht – nach satt bekanntem globalen Muster – das Ende der letzten Ecke Aachens, die sich noch einigermaßen großstädtisch anfühlt.

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Ankunft.

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Gender Trouble.

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Trashzone Kaiserplatz im Um-/Abbruch.

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Bleibt wohl nicht mehr lange hängen.

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Das hier auch nicht.

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Stammkunde am Adalbertsteinweg.

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Berlin, wo man Rinder mit dem Schlagring schächtet.

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Wenige Häuser weiter.

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Fortschreitende Globalisierung: Vegas + Aachener Skyline gab’s schon, die Wasserpfeife jetzt obendrauf.

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Globalisierung II: vereint in der Farbe Rot.

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konkrete poesie.

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Keine Kunst im Ludwig-Forum, sondern tatsächlich eine Absperrung.

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Kunst, aber vor allem unübersetzbarer Witz.

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Aachens heroische Fluxus-Zeiten.

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Westalgie

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Trennung von Kirche und Staat…

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…aber nicht in Aachen.

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Diese Kräfte haben verloren.

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Kybernetik I.

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Kybernetik II.

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Soziale Medien II.

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Geschäftsmodell.

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Ostalgie 2015.

9. Dezember 2015

Speck Nusseck & Die Legendären Fettboys – Däncemusic Für Dicke Bäcker

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Die nimmermüden Kollegen von Tape Attack haben soeben die 84’er DOM-Cassette Speck Nusseck & Die Legendären Fettboys – Däncemusic Für Dicke Bäcker wiederaufgelegt. Die Songtitel verraten Lokalkolorit der Stadt Aachen (in der, wer’s nicht weiß, die Straßen mit Bäckereien gepflastert sind wie andernorts mit Kneipen): „Ochsenaugen“, „Schokoguß“, „Zwiebelbrötchen“, „Heilige Nußecke“, „Ranziger Als Gestern“, „Aus Der Bäckerei“, „Glühwein Im Bädkasten“. Im Gegensatz zu späteren DOM-Produktionen geht es hier erstaunlich (kraut)rockig zu.

 

29. November 2015

Visual Vinyl: Künstlerschallplatten in Heerlen

Filed under: Fluxus, Kunst & so — Schlagwörter: — Dieter Antonio Schinzel @ 4:42 pm

In Aachens Nachbarstadt Heerlen läuft noch bis zum 6.3.2016 die Ausstellung Visual Vinylmit Schallplatten u.a. von Joseph Beuys, Hermann Nitsch, William S. Burroughs, LaMonte Young, Rammellzee sowie LP-Covers, die von Andy Warhol, Banksy, Raymond Pettibon und anderen gestaltet wurden. Mehr als 400 Platten sind zu sehen. Sie stammen aus der Privatsammlung von Jan van Toorn, Betreiber des legendären Fluxus-lastigen Avantgarde-Cassetten- und Plattenlabels Slowscan.

 

26. Oktober 2015

Jacob Kirkegaard, Black Metal Square

Filed under: Avantgarde in Aachen, Kunst & so — Dieter Antonio Schinzel @ 11:34 pm

Unbedingt sehen und hören (noch bis zum 22.11.): Jacob Kirkegaards Klanginstallation „Untitled (Black Metal Square)“ im Neuen Aachener Kunstverein. Eine Hommage an das abstrakte Bild überhaupt, Kasimir Malewitschs „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“, das vor genau hundert Jahren gemalt wurde.

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(Das Lautsprecherlabyrinth von Konrad Smoleński, durch das man sich im Erdgeschoss schlängeln muss, um zu Kirkegaard ins Obergeschoss zu gelangen, überzeugte uns weniger.)

Oshikopinbarcodos

Filed under: Aachen bizarr, Aachener Trash Metal, Aachener Untergrund, Gammler, Kunst & so — Dieter Antonio Schinzel @ 8:19 pm

Diesen Aachener Undergrounder trafen wir mit seinem Gefährt nachts in der Nähe des Elisenbrunnens an. Industrial Design & Survival Research Laboratories im Wortsinn, ohne Kunstprätention. Großartig!

Sein Name sei Oshikopinbarcodos, erzählte er uns, und wir könnten ihn auf Facebook finden (was uns nicht glückte). Wir outen uns als Fans.

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8. Juni 2015

Giorgio Moroder: Disco in Aachen erfunden

Filed under: Aachen in den 60ern, Aachen in den 70ern, Aachen-international, Discos AC, Kultstätten in AC — Dieter Antonio Schinzel @ 9:58 am
Der Scotch Club 1965

Der Scotch Club 1965

„Als ich in den Sechzigern von Südtirol nach Deutschland kam, wo bin ich da aufgetreten? In Diskotheken wie dem „Scotch Club“ in Aachen. Der Besitzer war der Vorsitzende der DDO, der Deutschen Discjockey-Organisation. Da war ich Mitglied. Platten waren billiger als Kapellen und Orchester. Ich glaube auch fest daran, dass Disco schon damals in Deutschland erfunden worden ist.“

Das sind die letzten Worte eines Interviews mit Giorgio Moroder in der Welt vom 7.6.2015.

Die englischsprachige Wikipedia nennt den Scotch-Club die erste Discothek der Welt: „Since the opening of the Scotch-Club in late 1959, other discothèques opened throughout Aachen and in other major towns. When the first club opened in the USA, there were already 17 discos in Aachen.“ Siehe auch unsere beiden älteren Beiträge!

6. Dezember 2014

Neros tanzende Elektropäpste im Science Fiction-Park Bundesrepublik

Science Fiction Park Bundesrepublik, Plattencover

Der geschätzte Felix Kubin hat unter dem Titel Science Fiction Park Bundesrepublik eine Best-of-Doppel-LP westdeutscher Cassettentäter-Musik der Frühachtziger veröffentlicht. Die Auswahl ist gelungen. Neben unbekannten Tracks bekannter Musiker wie Holger Hiller, Pyrolator und Chrislo Haas/Beate Bartel finden sich obskure Highlights vom Hildesheimer Pissende Kuh-Cassettenlabel (aus dessen Umfeld Film- und Theaterregisseur Wenzel Storch stammt) und damals umtriebige Cassettentäter wie Z.S.K.A. und Frank Schröder.

Science Fiction Park Bundesrepublik, Track list

Weshalb wir das hier vermelden: Track Nummer 3 der ersten LP ist „Der singende Lenorhaushalt“ von Neros tanzenden Elektropäpsten, 1982 auf der zweiten NTEP-Cassette Porträt einer Legende erschienen.

Damit haben es Neros tanzende Elektropäpste nach 32 Jahren aufs ZickZack-Label geschafft, auf das ihre Musik unserer Meinung nach schon damals gehört hätte.

Besprochen wurde Science Fiction-Park Bundesrepublik unter anderem im Freitag („Dabei sind einige der hier versammelten Stücke schlicht unhörbar, aber darum geht es nicht“) sowie im neuen WIRE (der die LP durch seinen britischen Krautrock-Obsessionsfilter laufen ließ: „the autobahn-hogging bassline of Plastiktanz‘ ‚Pelikan’… Frank Schröder’s ‚Ohne Titel‘ … evokes in kosmische-tinted form, some of the meditative, mid-life blues of Bob James‘ classic theme from US TV comedy Taxi“).

30. November 2014

Purer Spaß mit Hervé & KiloWatt

Filed under: Uncategorized — Dieter Antonio Schinzel @ 11:17 pm
Purer Spaß Nr.1

1982-1983 schrieben, collagierten und fotokopierten Hervé und KiloWatt das Fanzine „Purer Spaß“ in Eschweiler. Mittlerweile stehen alle vier Nummern (1, 2, 3, 4) bei unseren Kollegen von Tape Attack.

Titelbild und Editorial der ersten Ausgabe geben schon eine kleine Vorahnung der späteren Stadtplaner-Laufbahn von Macher KiloWatt/Klaus Wittmann:

In Eschweiler fehlt etwas (ach was). Kaum zu glauben. Hier gibts ein Rathaus, welches ich extra zu diesem Zweck zerstören ließ, puren Spaß zu haben, ist mir nichts zu teuer, in Parkhaus, Straßen (kaum zu glauben), einen Fluß (Wird Zeit, daß DU einmal hineinspringst, denn dann kommst du, ja DU, entwickelt wieder raus), Zeitungen, einen Stadtwald, eine Autobahn, dr3i Festhallen, potentionelle, professionelle Rockbänds, ein Rockfestival, Alt-Hippies – eingehüllt in Ach-wie-süße-Hasch-Mariuhana-Wolken-Schwaden – und Pseudo-Punx etc… Eines schönen Tages, als ich unschuldigerweise wieder einmal 2 Groschen in eine hungrige/gefräßige/gierige Parkuhr schlitzte/steckte, fiels mir wie der Schornsteinfeger von der Leiter (aua); EscHweIlerR fehlt – ein – Fanzine. Und, Halloooochen, Willkommen, hier ists! FREUDESCHOENERGOETERRFUNKENFREUDESCHOENERGOETTERFUNKEN

Ansonsten finden sich in den Nummern u.a. Verweise auf den Mit-Eschweiler Theo Trickbeat sowie zahlreiche Rezensionen von Reinfall-Tapes und Artverwandtem aus der damaligen deutschen Cassettentäterszene.

29. November 2014

Hervé & KiloWatt, Liebe ist: wenn man andere mitmachen läßt

Hervé & KiloWatt, Liebe ist...

Hervé & KiloWatt, Liebe ist…

Unsere Kollegen von Tape Attack haben die Cassette „Liebe ist: wenn man andere mitmachen läßt“ von Hervé und KiloWatt (alias HKW) veröffentlicht, die 1982 unter dem Motto „Hören – ne Pizza legen – den Löschköpfen zum Fraß vorwerfen“ auf eigenem Label erschien. Zitat vom Cover:

Wie macht man eine Cassette, wenn man außer Klarinette kein Instrument beherrscht?
Ganz einfach:
Man nehme einen selbstgebastelten Synthii, ein paar Werkzeuge, die man gerade zur Hand hat und mische alles mit einer Portion Fritten Phantasie.
Das Ergebnis?
Hört Euch unseren Schund an!
Diejenigen Komma die uns Gleichgesinnte Prolobands nennen Komma sind selbst zu feige / faul / blöd / phantasiearm, was eigenständiges zu produzieren. Punkt Amen

Hinter KiloWatt steht bekanntlich unser Blog-Mitarbeiter Klaus Wittmann, dessen 80er Jahre-Erinnerungs-Ebook Zeittotschläger wir hier nochmals wärmstens empfehlen. Auch die Entstehungsgeschichte dieser Cassette wird darin rekonstruiert:

Die SOUNDS veröffentlichte gleich in der ersten Ausgabe, die ich kaufte, die Adresse von Silvio aus Herzogenrath, der auf seinem Label REINFALL den Aachener Sampler SO NICHT herausgab. Unglaublich, wer da wenige Kilometer von uns entfernt elektrisierenden Krach machte: Z.B. URIN, ABSTAND, NEROS TANZENDE ELEKTROPÄPSTE, TIEFPUNKT, ZUKUNFTSWEISENDE ZUSAMMENKUNFT, DIE KURSCHATTEN, ABNORM, KURZSCHLUSS und KEINE AHNUNG. „Das ist die neue Zeit / Das ist das Ende“ , hieß es, und „Deutschland brennt“ , aber auch Dada-Hits wie „2 Füller und 1 Kamm“ . Wir waren auf-der-Stelle aufgeregt und von einem unbekannten Fieber erfasst: Was wir da hörten, war völlig neu, klang aufregend, unkonventionell. Man brauchte keine millionenschwere Ausrüstung und keinen polierten Sound! Als dann auch noch „Da vorne steht ne Ampel“ von DER PLAN und frühe Sachen von ANDREAS DORAU aus dem Radio schepperten, war uns klar: „Das können wir auch!“ Das Prädikat „Punk“ erlaubte Dilettantisches und Primitives und schuf eine neue Bewertungsebene: Deine Kunst muss nicht ausgereift sein, nur phantasievoll, energisch und gegen den Strom. Nach den Hausaufgaben wurden wir zu Hervé & kilowatt bzw. den PARKHAUSHÄNKERN […Copyright des Textes bei Klaus Wittmann]

Das Herunterladen der digitalisierten Hervé/Kilowatt-Cassette lohnt sich gerade auch wegen der Beileger-Texte, wie z.B. diesem hier:

Eines schönen Tages in der nahen Zukunft werden wir alle, die wir uns Mensch nennen, auf unseren Buden / Zimmern / Appartements hocken, eingeschlossen von großer eisiger Leere, umgeben von Kochtöpfen und Casios®, Magnettonbändern und Radios und eingewickelt in Kopfhörer, Knöpfen und Phantasie. Wir werden unsere Tonträger nur noch zum eigenen Konsum herstellen, die Kommunikation ist abgebaut, die Straßen / Wege und U-Bahnen sind leergefegt.

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