Aachener Untergrund Kultur

28. November 2010

Uriah Heep und 25 Jahre Schlüssellochrocknacht

Schon seit einigen Jahren zieht die Konzertkaravane bekannter Metal und Rockgruppen an Aachen vorbei. So liegt zum Beispiel der einzige Auftritt von Uriah Heep, vom 21. Mai 1990 im Aachener Metropol, auch schon 20 Jahre zurück (Vorband Czakan). Für mich unvergessen, nach Konzertende, der Besuch in der Antoniusstraße, wo es Uriah Heep wirklich richtig knallen ließen. Schlagzeuger Lee Kerslake verzehrte auf der Backstageparty im Aachener Rotlichtbezirk neben zwei halben Hähnchen noch diverse Jägerschnitzel und spülte alles mit einer großen Flasche Jägermeister runter. Anschließend bekam er von einer vollbusigen Blondine im Arztkittel eine Ganzkörpermassage. Aus Respekt vor Sitte und Anstand möchte ich nur noch erwähnen, dass am nächsten Morgen große Sonnenbrillen angesagt waren als sich die Musiker von ihren Gespielinnen der letzten Nacht beim Check Out im Foyer des Nobel Hotels Aquis Grana verabschiedeten Damit schließe ich hier mein Tagebuch und befasse mich mit dem eigentlichen Thema.
Lediglich Veranstalter Herbert Senden, Inhaber der Rockkneipe Schlüsselloch, hält seit Jahrzehnten die Rock- und Metalfahne im Aachener Veranstaltungsbereich hoch. In seiner urigen Kneipe, dem Schlüsselloch, am Boxgraben 51 bekommen regelmäßig lokale, nationale und internationale Bands die Möglichkeit ihr Programm zu präsentieren. Mit den jährlich stattfindenden Veranstaltungen, dem legendären Schlüsselloch Festival im Frankenberger Park und mit seiner Schlüssellochrocknacht im Saalbau Rothe Erde, spricht Herbert Senden sehr erfolgreich ein größeres Publikum an.
Am Samstag, den 11.12.2010 veranstaltet Herbert Senden nun im Saalbau Rothe Erde sein Jubiläumsfestival „25 Jahre Schlüssellochrocknacht“. Mit dabei, und da schließt sich der Kreis, die von Presse und Fans weltweit gefeierte Uriah Heep Tributeband Circle Of Hands, die ihr 10 Jähriges feiert. Wer sich also in Aachen nach 1990 mit der Lady in Black vergnügen möchte und einen unvergessenen nostalgischen Abend erleben möchte, hat jetzt, 20 Jahre später, die Möglichkeit. (Abendkasse 15 Euro, weitere Info´s unter www.schluesselloch-ac.de)
Am Freitag,den 10.12.2010 spielen Circle Of Hands im Alten Rathaus, Dürener Strasse 5 in Eschweiler, einen Unplugged Gig (Abendkasse 10 Euro). Beide Veranstalltungen beginnen um 20.00 Uhr.

31. Januar 2010

>AACHENER ABORTE Teil 5

Filed under: Aachener Untergrund, Aborte — jolly joker @ 12:43 pm

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Und hier noch zwei Stille Örtchen aus Aachen. An die Entleerungsstation auf dem Parkplatz Jesuitenstraße / Prinzenhofstraße erinnern leider nur noch die beiden kleinen, runden Fensterbögen neben der zugemauerten Eingangstür. Die andere Servicestation ist hochmodern und erwartet den Gast mit dem nötigen Kleingeld am Rande des Elisengartens an der Hartmannstraße.

22. Januar 2010

>JANSEN 1953

Filed under: Aachener Schallplattenläden — jolly joker @ 3:44 pm

>Ich habe heute ein Interview mit dem 83 jährigen Herrn Jansen geführt.
Hier im Schnelldurchgang das Wichtigste:
1953 hat Herr Jansen in der Monheimsallee 6 die „TEFI Radio Köln“ Filiale übernommen. Dort wurden neben Fernseher und Radios auch schon Tonträger verkauft. 1960 erfolgte der Umzug in die Peterstrasse 56. Dort wurden nur Tonträger verkauft. 1963 erfolgte durch die Hinzunahme eines weiteren Ladenlokals (vormals ein Blumengeschäft) in der Peterstrasse 63 eine Geschäftserweiterung. 1970 wurde das Hofgebäude zusätzlich angemietet. 1975 erfolgte der Komplettumzug in die Peterstrasse 50. Dort standen 300 qm Verkaufsfläche nur für Tonträger zur Verfügung. Somit war Jansen zu dieser Zeit in Aachen das größte Geschäft für Tonträger. 1985 erfolgte ein weiterer Umzug in die City Passage. 2002 gab dort Herr Jansen seine Tätigkeit auf.
Herr Jansen erinnerte sich noch an folgende Details:
Das erste Ladenlokal von Heiliger war Mitte der Fünfziger Jahre in der Ursulinerstrasse. Dort wurden vorerst nur Fernseher und Radios verkauft.
1953 führte der Radioring in der Theaterstrasse seinen ersten Laden.
Kleutgens hatte sein erstes Geschäft Mitte der Fünfziger Jahre in der oberen Adalbertstrasse.
Allo Pach eröffnete seinen ersten Laden bekanntlich in der unteren Adalbertstrasse.
Vielen Dank an Paul Steinbusch, der mir den Kontakt zu Herrn Jansen ermöglicht hat.
Mehr zu diesem Thema ist unter http://www.futterfuerdieaachenerohren.blogspot.com/ zu finden.
Jetzt bin ich mal auf Eure Kommentare gespannt!

17. Januar 2010

>HOLY MOSES Teil 3

Filed under: Aachener Trash Metal, Aachener Untergrund, Holy Moses — jolly joker @ 7:23 am

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Nach der Veröffentlichung der Debut LP im Jahre 1986, war Holy Moses sehr viel unterwegs und regelmäßig auf vielen Bühnen im In- und Ausland zu Gast. Einer der Höhepunkte war am 6. September 1987 der Auftritt in Bochum. In der ausverkauften und völlig überfüllten Zeche ging Holy Moses, bei der „Hell comes to Bochum“ Veranstaltung, als Tagessieger von der Bühne. Vor Vertretern der zahlreich anwesenden Musikpresse mussten sich Sodom und Deathrow geschlagen geben. Das brachte Holy Moses wieder mal sehr gute Kritiken in verschiedenen Musikzeitschriften ein.

11. Januar 2010

>HOLY MOSES Teil 2

Filed under: Aachener Musikszene, Aachener Trash Metal, Aachener Untergrund, Holy Moses — jolly joker @ 2:17 pm

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Ein Zeitdokument, der erste Holy Moses Promoletter vom Juli 1986. Danach gings direkt abwärts in die tiefe Trash Hölle und erfolgreich aufwärts. Die Roadcrew musste schwitzen und die ersten Autogrammkarten wurden unters Trashvolk gebracht.

10. Januar 2010

>HOLY MOSES

Filed under: Aachener Musikszene, Aachener Trash Metal, Aachener Untergrund, Holy Moses — jolly joker @ 5:03 pm

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Die Aachener Trash Formation Holy Moses, die Ende 1979 Anfang 1980 gegründet wurde, veröffentlichte, nach diversen Umbesetzungen, 1986 über AAARGH Records das Debutalbum „Queen Of Siam“, das in der damaligen Musikszene sehr gut aufgenommen wurde. Das Album wurde von Gitarrist Andy Classen, Bassist Ramon Brüssler, Schlagzeuger Herbert Dreger und der Ausnahmesängerin Sabina Classen eingespielt. Kurz nach der Veröffentlichung zog Ramon Brüssler nach Thailand und wurde durch Andre Chapelier, von der Band Atlain, ersetzt. Drummer Herbert Dreger wurde wenige Tage später durch Uli Kusch, der später u.a mit Helloween, Gamma Ray und Masterplan Erfolge feiern konnte, ersetzt. Zeitgleich übernahm ich 1986 das Management von Holy Moses. Zur bevorstehenden „Queen Of Siam“ Tour wurde das hier abgebildete „AU HUUR TOUR“ T-Shirt angefertigt. Mit „Finished With The Dogs“ erschien 1987 das zweite Album, das der Aachener Band noch mehr Erfolg und zahlreiche Auftritte im In- und Ausland einbrachte. Ausgestattet mit einem neuen Vertrag über WEA gingen Holy Moses 1989 erneut ins Studio um ihre dritte LP „The New Machine Of Liechtenstein“ einzuspielen. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit endete 1989, kurz vor dieser Veröffentlichung, leider meine Managertätigkeit für Holy Moses. Holy Moses sind heute noch sehr erfolgreich in der Welt unterwegs und können bis heute zwölf Plattenproduktionen nachweisen. Damit dürfte Holy Moses wohl die erfolgreichste Band aus Aachen sein, die 2010 ihr 30 jähriges Bandjubiläum feiert.

29. Dezember 2009

>AACHENER ABORTE 4

Filed under: Uncategorized — jolly joker @ 1:10 pm

>Eine weiteres baulich interessantes Kütteldenkmal befindet sich an der Kreuzung Monheimsallee / Krefelderstraße. Hier ist eine sorglose Benutzung schon lange nicht mehr möglich. Eine schwere Eisentür verhindert eine fachgerechte Entsorgung und die nötige Blasenentleerung

Im Frankenberger Viertel liegt am Neumarkt die 2008 sanierte Entsorgungsstation „Studio 00“. Der erforderliche Schlüssel ist im gegenüberliegenden Tabakgeschäftes hinterlegt. So ist eine keimfreie Benutzung möglich. Ein Verein wacht über den Bestand der Klosteine und über den Vorrat an WC-Papier. Welche bekannten Aachener Musiker sich im „Studio 00“ schon verausgabt und alles aus sich herausgeholt haben, ist nicht überliefert.

18. Dezember 2009

>AACHENER ABORTE 2 -VERGESSENE ÖRTCHEN

Filed under: Aborte, Klonauten, Kultstätten in AC — jolly joker @ 8:21 pm

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Ja, es gibt sie noch: vergessene Örtchen in Aachen. Früher gehörten sie ins Stadtbild. Zentral gelegen auf Plätzen, an Parkanlagen oder dezent ins Stadtbild eingebunden. Meistens hatten sie einen zweifelhaften Ruf und unberechtigter Weise wurde ihnen mit gewissem Ekel und Abneigung begegnet. Wenn der Kackstift drückte oder die Blase längst ihr Limit überschritten hatte, waren sie der absolute Retter in der Not. In manchen Örtchen fand man sogar Personal, das für die Ordnung und Sauberkeit zuständig waren. Die Örtchen erhielten damals von den Aachenern die unterschiedlichsten Namen: Urinal, Pissoir, Kackstation oder Bedürfnisanstalt. Heute sind sie aus dem Stadtbild fast verschwunden. Nur wenige Hinweise finden sich noch. Mein Lieblingspissoir wartete am Burtscheider Viadukt zur Dammstraße hin, auf der rechten Seite zur Jägerstrasse auf mich. Auf dem Heimweg von der Schule in der Lothringerstrasse machte ich dort gerne Station und entleerte mich. Schon der penetrante Geruch von Klowürfel und Urin, der beim Betreten des Pissoirs in meine Nasenlöcher strömte, besaß einen sehr hohen Widererkennungswert. In diesem Pissoir , das nur richtigen Männern Asyl bot und Frauen regelrecht ausschloss, befand sich ein gefliestes Urinbecken. Entleerte man sich synchron so konnte man sich, je nach dem wo man am Becken stand, von der Flüssigkeit des Anderen durch einarmigen Salut mit verabschieden, wen alles langsam aber geregelt an einem vorbei floss. Heute ist die Urinalstation verschlossen und ich denke beim Anblick an glückliche gemeinsame Jahre.

Eine weitere größere Entsorgungsanstalt befand sich am Eingang des Burtscheider Ferberparksan der Kapellenstrasse. Auch diese Anstalt, deren Mitarbeiter für Männer- und Frauenbedürfnisse zuständig waren, ist heute geschlossen und soll 2010 als Cafe umgebaut werden. Da ich meine Kindheit im Ferberpark verbracht habe, kam ein kostenpflichtiger Besuch im Notfall nicht in Frage, dafür bot der Park doch genug Gebüsch.

Heute steht in unmittelbarer Nähe zu den alten Sanitäranlagen ein kostenpflichtiger, hochmoderner, silberner Einmannbedürfniserlebnisraum. Alles clean und alles steril. Da kann die Entsorgung eigentlich keinen Spass machen. Allein mit der ganzen Technik und die Angst im Nacken, dass jederzeit die Tür automatisch aufgeht, bevor man richtig fertig ist.

Auch eine längst vergessene Bedürfnisanstalt wartete am Adalbertsteinweg neben dem Friedhofeingang auf seine Kunden. Getrennt nach Geschlechtern sorgte das Personal für die Erleichterung. Heute sind dort Fenster und Eingangstüren zugemauert.
An ein reines Herren-Pissoire auf dem kleinen Platz an der Lothringer Strasse, Ecke Alfonsstrasse, erinnere ich mich auch gerne zurück. Es ist zwar längst abgerissen, doch seine Bauart aus Metalwänden, die mit genügend Bein- bzw. Bodenfreiheit versehen waren und den schmiedeinseren Verzierungen ähnelte den bekannten Pissoirs aus Paris.
Über die Nennung von weiteren vergessenen stillen Örtchen in Aachen und evtl. auch mit einem Erlebnisbericht freut sich Jolly Joker

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