Aachener Untergrund Kultur

17. Juni 2011

Destroy, kann man da nur sagen

Theo
In Aachener Breiten benötigt Theo Trickbeat keine einführenden Worte mehr, siehe unsere früheren Beiträge. Für den Rest der Welt hinken konventionelle Vergleiche (wie: Karl Valentin/Späthippietum/geniale Dilletanten). Hier sei lieber auf ähnlich obskure Geistesverwandte wie den Niederländer Dr. Bibber verwiesen.

Seit mittlerweile drei Jahrzehnten zieht Theo sein Trickbeat-Ding durch, ohne Rücksicht auf Zeiten und Verluste. Grenzen von Outsider- und Konzeptkunst, Grantlertum und Kulturkritik, Genialem und Banalem gelten dabei heute noch weniger als früher.

Dem Schreiber dieser Zeilen bot sich Theo vor zwei Jahren dankenswerterweise als Aachen-Fremdenführer an. Der Streifzug durch Innenstadt und Pontstraßen-Viertel wurde auf Video festgehalten. Er kulminierte in einem Interview im Hauptgebäude der RWTH, wo Theo seiner Nebenlaufbahn als (vermutlich nicht eingeschriebener) Langzeitstudent der Philosophie nachgeht:

Warum Trickbeat?

Theo: Der Name spricht für sich, also ein Beat, der mittels Tricks produziert wird. Die Anlage war, Musik zu simulieren; so zu tun, als sei das ein Konzert, so zu tun, als sei das ein Lied. Und dazu verwendet man elektronische Mittel, war meine seinerzeitige Überzeugung. Nächste Frage.

Wir sitzen hier im Beton, und Trickbeats Humorismus ist härter als Beton.

Theo: Ja, richtig. Jetzt muss ich gerade sehr sachlich antworten, weil ja viele Leute Interviews mitschreiben, die sie im Fernsehen sehen – möchte man informiert werden. An anderer Stelle kann man die Trickbeat-Diskografie lesen. Man kann zum Beispiel regelmäßig informiert werden über mein Tun und Lassen und Nachforschen auf trickbeat.de. Indem das Spiel des Humors hart wie Beton sein soll, wird angespielt auf meine Gewohnheit, Humor zu verstehen als das Spiel mit den Bedeutungen. Und das ist jetzt wiederum von Milieu zu Milieu verschieden. Wenn’s darum gehen soll, tatsächlich diese unterdrückten Punkte unseres Denkens und Fühlens zu Scherzen zu verarbeiten, dann haben wir es zu tun mit einer gewissen HÄRTE. MIT, ÖH, HÄRTE UND, ÖH, HUMOR. [Holt Krümelmonster-Plastikfigur aus der Tasche.] UND ICH BIN AUUUCH DABEI! JETZT HAB‘ ICH’S DENEN GEZEIGT! NA, SIEHST DU MICH? SO, UND DAS IST JETZT WITZIG… JA? ICH ZWEIFEL‘ ZWAR DRAN, ABER NIMMS NICH SO, ÄH ÄH, JA… ICH BIN AUS PLASTIK. MEIN KOPF IST LEER. JA, TSCHÜSSCHEN, MUSS ZURÜCK ZUM PLASTIK-KEKS, HÖHÖ. Destroy, kann man da nur sagen…

21. April 2011

Schavan: Aachen durchdrungen von göttlichem Licht

Filed under: Aachen bizarr, Aachen in den 80ern, absoluter Bockmist, Politik — Dieter Antonio Schinzel @ 11:33 pm

In den Untergründen des Flohmarkts am Tivoli stießen wir unvermutet in höchste Sphären der Lyrik, Theologie und des Bundeskabinetts:

Schavan schrieb nicht nur diese schönen Verse. Gemeinsam mit Heinz Malangré (Bruder des opus dei-Bruders) gab sie auch das Buch heraus, in dem sie erschienen:

Gerne greifen wir diese Vorlage auf und versprechen unseren Blog-Lesern weiterhin Bilder und Gedanken zur Heimat.

4. September 2010

DER "WAHRE" AACHENER UNTERGRUND

Filed under: Aachen bizarr, Klonauten — Allo Pach @ 7:44 pm

…es gibt ja verschiedene Arten von Aachener Untergrund, hier nun Bericht und Bilder aus dem „realen“…:

„Es war Mitte der Neunziger, als ich das erste Mal in den Aachener Untergrund abgetaucht bin. Schon von klein auf wusste ich um die ganzen Bäche, die sich im Aachener Talkessel sammeln, um zusammen als Wurm im Nordosten das Stadtgebiet zu verlassen.


Im 18 Jahrhundert begann man, sie zu überbauen, im 20. Jahrhundert verschwanden die letzten von der Bildfläche, wurden verrohrt, lange bevor der Augustinerbach aus Imagezwecken wieder als eine Art Gosse ans Tageslicht geholt wurde. Ein Kumpel und meine Wenigkeit nahmen also Gummistiefel, Grubenhelm und -lampe, um uns mal einen Eindruck von der Situation der Aachener Bäche zu machen.


Und so wandelten wir mehrfach unter dem Stadtgebiet herum, unter Franz-, Peter- und Promenadenstrasse, unter Heinrichsallee und Oppenhoffallee…

Einmal fanden wir eine ausgesetzte Schildkröte, wir sahen Flusskrebse(sic!), Fische und ab und an auch mal eine Ratte. Das ist sicher einer der ungewöhnlichsten Spaziergänge durch Aachen, den ich alle paar Jahre wiederhole- wohlgemerkt in den Bächen, nicht in der Kloake.“
(Bericht/Fotos: Thomas K., vielen Dank!)

Weiterführende Links:

Alle AC Untergrund Bilder gibt es hier:

http://www.abyss-speleo.be/gallery2/main.php?g2_itemId=10298

Interaktive Karte:

http://www.webgeo.regioit-aachen.de:9001/ac_planenundbauen/entry.jsp?mapWidth=685&mapHeight=600

Johannisbach:

http://www.oekologie-zentrum-aachen.de/html/johannis.html

Pau:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pau_(Aachen)

15. Mai 2010

AC NACHTLEBEN ’77-’78

Filed under: Aachen bizarr, Aachen in den 70ern, Aachener Kneipen — Allo Pach @ 3:55 pm

Kleiner Überblick der Nachtlokale und anrüchigen(?) Bars im Jahre 1978. In welchem Etablissement war denn die Dame angestellt? Wie immer sind Geschichten, Erinnerungen etc. mehr als erwünscht!

27. März 2010

PROVINZ DISKOS IM AACHENER UMLAND – "Wir wollen Bauern tanzen sehen!"

Filed under: Aachen bizarr, Aachen in den 80ern, Clubszene AC — Allo Pach @ 10:37 am

Schöne Analyse des Disko- und Clubbestandes im Aachener Umland. Herr kilowatt bereiste 1988 für den Klenkes sämtliche Tanz-Einrichtungen im Landkreis.—
Sehr gern erinnere ich mich persönlich ans „Palm Beach“ in Roetgen (…was haben wir gelacht, Herr Kleber!) und ans Point in Konzen, da musste man wirklich vorsichtig sein, wen man anguckte. Auch in Eschweiler bin ich immer wieder gern eingekehrt (so ca. alle 2 Jahre).
Ich vermisse aber im Bericht das Octagon/Eschweiler! (…oder gab es das ’88 noch/gerade nicht?)
Dank an kilowatt.

17. Februar 2010

MUSIKLADEN – Kleiner Nachtrag

Filed under: Aachen bizarr, Plattengeschäfte in Aachen — babula @ 9:14 pm

Habe leider kein Foto des Ladens und traue mich nicht eins von seiner Homepage zu kopieren. ALLO hat das Mysterium Jürgen ja bereits mit Bravour durchleuchtet, doch seien noch kurze Ergänzungen und persönliche Erlebnisse von mir gestattet.

Ich hatte manchmal die Gabe etwas aus Jürgen, einem Kerl von einem Mann, rauszukitzeln. Dies war beileibe nicht einfach. Vor allem wollte ich immer wissen, WER denn Belfast von Boney M für 23 Mark kauft, und da er beispielsweise Rivers Of Babylon 17 mal in allen möglichen Zuständen, also von Cover druckfrisch bis Schnurrbart gemalt und Augen ausgestochen, ebenfalls alle für 23 Mark verkauft und nicht erst mal die ersten 15 für sagen wir 5 Mark und die letzten beiden für 23 Mark? Die zwar leicht veränderten, aber sinngemäß immer gleichen Antworten lauteten in etwa so: „…irgendwann kommt ein Japaner und kauft das…“ oder „…ich hab hier Kunden aus der ganzen Welt, die kommen rübergeflogen….“ oder „ist doch egal…irgendwann verkauf ich es.“ oder sogar „Ich brauch nix zu verkaufen….“

Auf eine Anmerkung von mir, dass in einer Hülle die falsche Platte steckt, erhielt ich zur Antwort, das sei egal, der Kunde probiert ja auch im Kaufhof eine Hose zuerst an (was immer das bedeuten soll…. )??!!??
Ganz toll war auch die Antwort, wo denn die SOUL Singles stehen. Antwort: „Da oben, wo BLACK PEOPLES draufsteht! „Das Harte und gleichzeitig Traurige daran ist, dass Black Peoples zufälligerweise auch noch einen entfernten Sinn ergibt.

Schön war auch die Ecke mit den Samplern (nun ja..Ecke, ich habe ganze Ladenlokale gesehen, die waren kleiner als DIESE Ecke). Nur der allerletzte Dreck. Da Jürgen dies wohl in abgeschwächter Form haufig zu hören bekam, wich er -und das ist mehr als bemerkenswert- von seinem, von Allo glänzend beschriebenen, Preissystem ab und verkaufte alle Sampler zumindest ab 1999 oder so für 6 Euro(!) das Stück. Auf meine Anmerkung, das selbst dies doch VIEL zu teuer sein, erhielt ich die fachmännische Antwort: SAMPLERS (man beachte das S) verkaufen sich immer. Toll war auch die Aussage so um 2002 rum, dass die Zukunft im Internet liegt.

Einmal kam ein GOTIKER in den Laden (der übrigens fast immer leer war, wenn ich da war) und fragte nach einem Sisters of Mercy Bootleg und bekam zur Antwort , dass gestern (!!) jemand da war und ALLE gekauft hat. Ich schaute dann später mal unter S nach und fand jede Menge Sisters Boots. Also tatsächlich lieber nix verkaufen als irgendwas tun zu müssen.

Erstaunlicherweise konnte ich dennoch hin und wieder etwas finden. Ich erinnere mich an den Kauf einer seltenen Postpunk-Single von den Mudhutters (total falsch wegsortiert), die ich für 25 Mark oder so ergattern konnte.

Einmal kam ich kurz vor Ladenschluß in den Laden und wurde nicht, wie sonst üblich, direkt des Ladens verwiesen, mit der Bemerkung, man schließe gleich (also in etwa 30 Minuten oder so), sondern Jürgen war bester Laune (offensichtlich neue Ballerrekorde aufgestellt oder den ganzen Tag die Bude voller Japaner gehabt) und hatte eine Platte von Peter Alexander (glaube ich) oder so aufgelegt und sang dabei phasenweise gut gelaunt mit. Ich blieb ein bisschen, lobte sein Preissystem und zog gegen 19.15 Uhr (!!!) verwirrt von dannen.

Dennoch, eins muss man trotz allem Unverständnis neidlos anerkennen. Europas grösster Plattenladen? existiert jetzt mehr als 20 Jahre und Jürgen hat sich wahrscheinlich dort nicht kaputt gearbeitet, sondern hatte viel Ruhe und Gelassenheit, die er auch –und jetzt vollkommen ironiefrei- ausstrahlte. Innerlich vermutlich gefestigter als viele seiner Besucher und/oder Lästerer. Einen unzufriedenen Eindruck hat er auf mich auch selten gemacht (es sei denn man wollte Platten anhören oder so). In diesem Sinne…leben und leben lassen.

13. Februar 2010

JÜRGENS MUSIKLADEN – LADEN WIDER ALLE MARKTGESETZE

Filed under: Aachen bizarr, Aachener Schallplattenläden — Allo Pach @ 10:43 am

EINFÜHRUNG

Was haben wir gelacht, was haben wir geweint!
Jürgens Musikladen („Europas größter 2nd Hand Plattenladen?“) verdient wirklich den Titel:
AACHENS (Europas ha ha ha) BIZARRSTER PLATTENLADEN.
Hier schien/scheint es einen marktwirtschaftsfreien Geschäftsraum zu geben, in dem die Preisfindung nichts mit Angebot und Nachfrage oder gar Qualität zu tun hat, sondern einzig mit dem wundersamen Willen des Betreibers (und dem Kapital seines Geldgebers, der diesen betriebwirtschaftlichen Unsinn seit 30 Jahren aus unbekannten Gründen finanziert).
Hier kostete die Boney M. Single (Zustand: EGAL!) auch gerne mal 23,- DM!
„Wie kann so etwas funktionieren?“, fragt sich der Leser/Kunde? Jedes andere Geschäft hätte binnen kürzester Zeit längst pleite gemacht.
Nicht so Jürgens Musikladen, denn er ist wahrlich ein
LADEN WIDER ALLE MARKTGESETZE!
Wie kommt das?

HISTORIE

Um ansatzweise zu verstehen, wie das alles so geschehen konnte, muß die Recherche in den frühen 80ern beginnen, als Jürgen einen Blumenladen in der oberen Jakobstrasse betrieb.
Wahrscheinlich ob der verderblichen Ware Blumen hatte der Besitzer wohl die Idee, das Geschäft ca. 1982 in einen 2nd Hand Schallplattenladen zu verwandeln (Liebe zur Musik kann es sicher nicht gewesen sein, wenn man an die vielen abschätzigen Bemerkungen des Inhabers zum Thema denkt…).
Jedenfalls war eine der ersten „brillianten Ideen“, nun den Kunden Blumen im Tausch(!) gegen ihre 2nd Hand Platten anzubieten (s. Flyer/Poster).

DAS KONZEPT

Einige Zeit ging das wohl so und man konnte im Laden neben Blumen auch Schallplatten kaufen.
Was jetzt noch fehlte war eine Standortverbesserung- und die kam mit dem Umzug in die Schützenstrasse 23, wo auch schon vorher ein Plattenladen (Discoshop) ansässig war.
Ein klarer Marktvorteil!
Nun brauchte man nur noch ein brilliantes Marketing Konzept, um sich von allen anderen schnöden Geschäften der Branche abzuheben. Dazu mußte man nur global denken.
Während andere vielleicht die „Größte Plattenauswahl der Stadt“ anboten, ging Jürgens Musikladen aufs Ganze: „Europas größter Plattenladen?“, mit pfiffigem Fragezeichen, war die glänzende Lösung.
Desweiteren mußte ein Preiskonzept her, das sich gewaschen hat. Dabei machte man sich zunutze, dass man eigentlich gar keine Kunden im Laden haben wollte, denn die waren nur lästig und stellten gar Fragen.
Jürgen machte aus der Not eine Tugend und erfand: Das einzigartige Grundpreis/Jahre System. Leider war es uns Laien über all die Jahre nicht vergönnt, dieses hochgeistige Konstrukt wirklich in all seiner Pracht zu begreifen und wir haben oft Stunden vor den Informationsplakaten verbracht, immer bemüht Jürgen und sein Genie zu verstehen.
Auch sämtliche (lästige) Rückfragen an den Ladenchef haben uns nie wirklich in die Lage versetzt, dieses geniale Machwerk zu begreifen. Aber immerhin hielt es wohl Kauf-Interessenten davon ab, etwas zu erstehen oder gar (urgh) wiederzukommen.
Trotzdem versuche ich hier nach bestem Wissen das Preisgefüge von J.M. zu erläutern:
Zunächst war der Zustand des Vinyls/Covers für die Preisfindung absolut SCHEISSEGAL, ob mint oder nur noch als Frisbee zu gebrauchen, völlig uninteressant, was soll der Zustand einer Ware mit ihrem Preis zu tun haben? Gar nichts!
Klar war Jürgen aber, dass es Singles und Lps gab. Diese mußten (natürlich!) verschiedene Preise haben, die sogenannten Grundpreise: DM 5,- für die Singles und DM 10,- für die LPs (für CDs galt so etwas erstaunlicherweise aber nicht…).
Dann kam es (natürlich!) darauf an, wie alt die Platten waren, je älter desto teurer (logisch!), pro Jahr berechnete man DM 1,-. Natürlich galt das gleichermaßen für Originale wie auch für Nachpressungen, da gab es (selbstverständlich!) keinen Unterschied, wieso auch?!
Also: kaufte man bei Jürgens Musikladen 1996 eine total verkratzte Single, sagen wir: Rivers of Babylon von Boney M. (erschienen: 1978), ergab das folgenden Endpreis: DM 5,- (Grundpreis) plus DM 18,- (18 mal DM 1,-, da die Platte 18 Jahre alt ist) also schlußendlich DM 23,-
Zudem gab es noch ein weiteres „Punkte System“ (farbige Punkte aufgebracht auf den Plattenhüllen), welches das Preisgefüge noch weiter (nach welchen Kriterien noch mal?) komplizierte.
Diesen speziellen Punktekram habe ich leider bis heute nicht verstanden, deshalb kann ich nicht mehr dazu schreiben (ich kenne auch niemand, der das je verstanden hat…).
Solche Spitzenangebote lockten natürlich die Kunden in Scharen, da ja niemand auf die Idee kam, die gleiche Single auf einem x-beliebigen Flohmarkt in sicher besserem Zustand für 10 Pfennig zu erwerben…
Konnte Jürgen zu Beginn noch die wenigen interessanteren Platten des Ladens zu einem hohen Preis an den Mann bringen (und glaubte sich mit seinem System natürlich bestätigt), so sah er sich schon binnen kürzester Zeit nur noch auf einem riesigen Haufen unverkäuflichen hochpreisigen Mülls sitzen- und darauf sitzt er bis heute…
Um dem Kundenandrang weiter zu begegnen und diesen zu drosseln, erfand Jürgen zusätzlich noch eine Art Strafgeld für das Anhören (wieso durfte man das dann überhaupt?) der Tonträger im Geschäft. Ein Geniestreich!
Diese Gebühr betrug 50 Pfennig pro Plattenseite(!), getreu dem Gesamtkonzept war es egal, ob man eine Single, LP (günstiger) oder CD (hat nur eine Seite= besonders günstig) anhören wollte.
Großzügigerweise wurde dem Kunden diese Gebühr aber beim Kauf der Platte vergütet, eine sehr kundenfreundliche Geste (Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft? Lücke im System?)
Gerüchten zufolge hatte diese Gebühr auch etwas mit der Gema zu tun, die gerne auch bei Plattengeschäften ihre Gebühren eintreibt (anders bei Blumengeschäften).

FUTURE IS CALLING

Mit diesem Klassekonzept hat sich das Fachgeschäft bis heute gehalten, nur die Ware in der Auslage ist mit der Zeit etwas vergilbt (Patina für die Japaner, die ja oft „rübergeflogen kommen“, um bei J.M. einzukaufen).
Verbessert hat man aber noch die Kundenabwehr, unter dem Vorwand: „Das Internet ist die Zukunft“ hat man die Besuchszeiten (hihi) weiter drastisch reduziert:

Heutzutage ist der Laden nur noch Mo-Fr von (voraussichtlich) 13h-14h geöffnet und dann auch nur, um im Internet gekaufte Ware abzuholen. Richtig fitte Internet-User (Web 2.0) machen das ja NUR so: Ware im Internet bestellt und flott im Laden abgeholt, so einfach funktioniert die Cyberwelt, dazu muß man natürlich global denken (können).
Alternativ werden die Platten zwischen 13h und 14h zugeschickt (sicher eine ganz besonders interessante Info für den Käufer).
Auch ein toller Service ist die weltweite(!) Verschickung der erstandenen Ware.
Die Webseite ist Tag und Nacht geöffnet (was ja im Internet ja noch recht selten ist). Jürgens Musikladen ist eben immer einen Schritt voraus!

IM REICH DES WIDERSINNIGEN (INTERMEZZO)

Erstaunt war (der hartnäckige, verbliebene) Kunde dann im Jahre 2003, als Jürgens Musikladen plötzlich und unerwartet auf die SCHLECHTE KONJUNKTUR reagierte und die Preise um 30% senkte.
Was war passiert, dass man 20 Jahre nach Geschäfts-Eröffnung nun erstmals auf den MARKT reagierte? Warum? Wieso? Niemand weiß es, aber an diesem Beispiel wird sehr schön ersichtlich, dass das widersprüchlich-obskure Geschäftskonzept (welches ja stets mit gleichbleibendem Starrsinn gegen jegliche Kritik verteidigt wurde) wirklich frei von jeder Logik ist.

MYSTERIUM UND QUALEN (EPILOG)

Am Ende fragt man sich natürlich: „Was soll das alles? Wofür? Warum? Wem bringt das alles was? Das kann doch alles nicht sein, oder?“
Ich habe schon Freunde im/am Laden verzweifeln sehen. Weinend oder rot vor Wut verließen sie das Geschäft.
Ich aber sage euch:
Quält euch nicht länger!
Es gibt diesen Laden damit man sich genau diese Fragen stellt und sich an diesen abarbeitet.
„Liste der Sampler=auch=V.A.“ (Weltformel!)

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