Aachener Untergrund Kultur

18. August 2016

Charlotte Moorman – Galerie Aachen 25.07.1966

Filed under: Aachen in den 60ern, Aachen-international, Avantgarde in Aachen — karl pach @ 6:25 am

FKK Cellistin und Performancekünstlerin Charlotte Moorman trat vor ziemlich genau 50 Jahren in Aachen auf. Die Ikone der Fluxus Bewegung konzertierte in der „Galerie Aachen“zusammen mit Nam June Paik unter dem Motto „So langweilig wie möglich“. Dem Alga Marghen Label gebührt Dank und Anerkennung für die Veröffentlichung des Konzerts auf Tonträger.

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Zum Reinhören gibt es die John Cage Komposition (Track 4) im jugendfreundlichen MP3 Format: http://www.file-upload.net/download-11858941/04Track04.mp3.html

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8. Juni 2015

Giorgio Moroder: Disco in Aachen erfunden

Filed under: Aachen in den 60ern, Aachen in den 70ern, Aachen-international, Discos AC, Kultstätten in AC — Dieter Antonio Schinzel @ 9:58 am
Der Scotch Club 1965

Der Scotch Club 1965

„Als ich in den Sechzigern von Südtirol nach Deutschland kam, wo bin ich da aufgetreten? In Diskotheken wie dem „Scotch Club“ in Aachen. Der Besitzer war der Vorsitzende der DDO, der Deutschen Discjockey-Organisation. Da war ich Mitglied. Platten waren billiger als Kapellen und Orchester. Ich glaube auch fest daran, dass Disco schon damals in Deutschland erfunden worden ist.“

Das sind die letzten Worte eines Interviews mit Giorgio Moroder in der Welt vom 7.6.2015.

Die englischsprachige Wikipedia nennt den Scotch-Club die erste Discothek der Welt: „Since the opening of the Scotch-Club in late 1959, other discothèques opened throughout Aachen and in other major towns. When the first club opened in the USA, there were already 17 discos in Aachen.“ Siehe auch unsere beiden älteren Beiträge!

21. Dezember 2014

ULTRA – Delirious elaborations 4 CD Box (DOM USA)

So kurz vor dem Fest noch ein duftes Weihnachtspräsent von DOM AMERICA (weiland ab ca. 1986/1987 die amerikanische Filiale des Aachener DOM Labels): Endlich gibt es nun alle Werke von ULTRA, der Band aus Aachen (2/3) und Seattle (1/3) im digitalen Format, …hat ja immerhin ca. 25 Jahre gedauert.
Die 4 CD Box enthält die LPs ‚Youthful Pleasures‘ (1986/87), ‚Zoll‘ (1988/89), ‚Spray/Death/Ultra‘ (1991) und die Kompilation ‚Roman Holiday‘. Dies ist (fast) das gesamte Material, das das Original ULTRA lineup (St Degeneratus/Jon Carlson, Dr Tengelmann/Achim P. Li Khan und Herr Mücke/Christoph Hemann) in den Mitt- und Spät-80ern (zum großen Teil) beim armen Ramon produziert hat.
Die Box ist recht nett aufgemacht, die CDs kommen jeweils in eigener Mini-LP-Stecktasche mit neuem Artwork (ich dachte erst, es wär die Antoniusstraße…), das Booklet enthält Texte, Fotos von original Werbeflyern und (etwas knappe) Linernotes und ist zu einem wirklich unschlagbaren Preis ($ 20!!!) zu bekommen.
Also zugreifen!
http://domamerica.bigcartel.com/product/ultra-delirious-elaborations-4-cd-box-set

ULTRA Box

6. Dezember 2014

Neros tanzende Elektropäpste im Science Fiction-Park Bundesrepublik

Science Fiction Park Bundesrepublik, Plattencover

Der geschätzte Felix Kubin hat unter dem Titel Science Fiction Park Bundesrepublik eine Best-of-Doppel-LP westdeutscher Cassettentäter-Musik der Frühachtziger veröffentlicht. Die Auswahl ist gelungen. Neben unbekannten Tracks bekannter Musiker wie Holger Hiller, Pyrolator und Chrislo Haas/Beate Bartel finden sich obskure Highlights vom Hildesheimer Pissende Kuh-Cassettenlabel (aus dessen Umfeld Film- und Theaterregisseur Wenzel Storch stammt) und damals umtriebige Cassettentäter wie Z.S.K.A. und Frank Schröder.

Science Fiction Park Bundesrepublik, Track list

Weshalb wir das hier vermelden: Track Nummer 3 der ersten LP ist „Der singende Lenorhaushalt“ von Neros tanzenden Elektropäpsten, 1982 auf der zweiten NTEP-Cassette Porträt einer Legende erschienen.

Damit haben es Neros tanzende Elektropäpste nach 32 Jahren aufs ZickZack-Label geschafft, auf das ihre Musik unserer Meinung nach schon damals gehört hätte.

Besprochen wurde Science Fiction-Park Bundesrepublik unter anderem im Freitag („Dabei sind einige der hier versammelten Stücke schlicht unhörbar, aber darum geht es nicht“) sowie im neuen WIRE (der die LP durch seinen britischen Krautrock-Obsessionsfilter laufen ließ: „the autobahn-hogging bassline of Plastiktanz‘ ‚Pelikan’… Frank Schröder’s ‚Ohne Titel‘ … evokes in kosmische-tinted form, some of the meditative, mid-life blues of Bob James‘ classic theme from US TV comedy Taxi“).

20. Februar 2013

Aachener Untergrund Kultur = Subkultur Westberlin

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachen-international, Aachener Untergrund, Aktionskunst, Fanzine, Kunst & so, Trickbeat — Dieter Antonio Schinzel @ 9:28 pm

Seit Anfang dieses Jahres sorgt Wolfgang Müllers 579seitiges Erinnerungsbuch Subkultur Westberlin 1979-1989 für Rauschen im Blätterwald. (Wer Müller nicht kennt, obwohl er oder sie diesen Blog liest: genialer Tödliche Doris-Dilletant, seit den 90ern in Dieter Roths Island-Fußstapfen wandelnd). Auf den Seiten 109 sowie 388-392 wird das gemeinsame Gastspiel der Tödlichen Doris mit den Aachener 80er Jahre-Untergrundkulturexporten Bierfront und Trickbeat auf der Documenta 1987 in Kassel gefeiert. Wir zitieren S. 389:

Eine Sponsoring-Zusage [für den documenta-Auftritt der Tödlichen Doris, Anm.] gibt es lediglich vom Aachener Punk-Fanzine Bierfront und vom Westberliner Lokal Kumpelnest 3000. […] Im documenta-8-Katalog finden sie sich nun gleichberechtigt zwischen den Namen internationaler Großkonzerne, riesiger Unternehmen und Banken: „Bierfront und Kumpelnest 3000“. Das Aachener Punk-Fanzine stiftet achtzig Dosen Bier, während das Ex-Bordell Kumpelnest 3000 einen Betriebsausflug für seine Angestellten nach Kassel finanziert. 

S. 393:

In der Diskothek New York entsteht während der zehn Tage dauernden Performancereihe die documenta-8-Bierfront. Statt der Punkcharts ist sie mit einer Kunsthitliste versehen. Sie enthält die zehn besten Kunstwerke der documenta 8. Punk und Kunst begegnen sich erstmals – auf Augenhöhe. Die auf hundert Exemplare limitierte Sonderausgabe des Punk-Fanzines ist heute ein begehrtes Sammlerstück, sowohl in Punk- als auch in Kunstkreisen.

S. 109:

Ein gecharterter Reisebus, gefüllt mit documenta-8-Besuchern, die um Punkt 21 Uhr in der Diskothek New York abgeholten worden sind, fährt um die Unsehenswürdigkeiten von Kassel herum. Der vom Fanzine bestellte Reiseleiter ist Theo Rick von der Aachener Band Trickbeat. Seine Infos über die Unattraktionen der Stadt gibt er durch ein übersteuertes Megafon bekannt. Plötzlich stoppt der Bus. Rüde werden die Passagiere aufgefordert, sich jeweils eine Bierdose von der Pyramide zu nehmen und zu öffnen. Zwei der hundert äußerlich identischen Dosen enthalten jedoch Fanta statt Bier. Wer diese erwischt, dem überreicht Theo Rick eine Schallplatte mit Musik.

S. 106:

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24. Januar 2013

DR. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten (Bizarrer Aachener Film)

Die AACHENER Filmszene lebt!
Endlich wieder! Lange war es still um den BURTSCHEIDER Filmregisseur Bernd Uwe Köter. Eisig still.
Denn sein letzter abendfüllender Film „Sheriff  Scott“ (Hauptrolle: David Scott, Schottland) wurde nicht etwa total verrissen; nein, er fand erst gar nicht in Deutschlands Kinosäle. Kritiker munkelten damals , dass „das Material zu schwach war“, dass weiland (2009) Terror und Stress am Set herrschten oder indisponierte Schauspieler den ganzen Cast gegen Regisseur und Produzent aufwiegelten. Das alles ist/war keineswegs so. In Wirklichkeit machten internationale Rechtsstreitigkeiten eine Veröffentlichung bis heute unmöglich. Dazu Köter: „Wenn solche dicken Blockbuster produziert werden, wird es immer schwieriger alle Rechteinhaber in x Ländern an einen Tisch zu bekommen. Im schlechtesten Fall bedeutet das das Aus für einen Film, für den Produktion und Team über viele Monate ihr Herzblut gegeben haben“, bitter für eingefleischte Cineasten, aber traurige Realität in der rauhen Film/Fernsehwelt.
Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen. Jetzt ist Bernd Uwe Köter wieder da. Und wie! Mit sattem Budget neuer Geldgeber und bewährtem Hauptdarsteller (Scott) konnte im Sommer 2012 in der Filmstadt Köln, als auch „on location“ in BAD AACHEN mit motivierter Filmcrew neuer Stoff (Buch: u.a. Dieter Ganghofer) auf Zelluloid gebannt werden. Ebenfalls wieder an Bord: die AACHENER Komponistin Elisabeth Wurst (Vaalserquartier), die gewohnt gekonnt für den Sounddreck verantwortlich zeichnet.
Herausgekommen ist ein Roadmovie erster Kajüte: „Dr. Scott 2 – Reiz des Riskanten“, die Fortsetzung des Klassikers „Dr. Scott – Neu in der Stadt“ (2006).
Wer letzteren gesehen hat, der weiß, was ihm bevorsteht: eine rasante Geschichte, verpackt in knallharter Äction, wilde und gewagte Kamerafahrten, sowie jede Menge Sozialkritik. Also alles, was wir im Kino sehen wollen: Unterhaltung pur!
Lehnen Sie sich zurück in Ihren Fernseh/Kino-sessel und genießen Sie zeitloses Kino at its best:

Dr. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten

 
Scott reiz poster

21. August 2012

ROWENTA/KHAN – Komm, wir zersägen eine Tür VIDEO

Nach unendlich langer Forschungsarbeit in Aachener Archiven, nach jahrelangem Kampf mit der Technik: hier nun endlich das lange Zeit verschollen geglaubte VIDEO zu Rowenta/Khans Charterfolg „Komm, wir zersägen eine Tür“, das im Sommer 2009 in der beliebten Filmstadt Aachen produziert wurde. Kenner bemerken natürlich sofort, dass es sich um eine „spezielle“ Version des Sofavision (Live) CD tracks handelt. Vielen Dank an Markus für Hilfe und Arschtritte! Viva Anschlussfehler!


Rowenta/Khan – Komm, wir zersägen eine Tür

ROWENTA/KHAN | Myspace Music Videos

30. November 2011

DREHORT AACHEN – Tatort 1970/1971

Herr „Franz Oppenhoff“ bat mich diesen Artikel über Aachen und Umgebung als Film/TV-Kulisse für ihn einzustellen:

Tatort 1970/1971

1970 ging die Serie Tatort an den Start und einer seiner ganz frühen Protagonisten war der Kölner Zollfahnder Kressin. Die WDR-Figur Kressin, gespielt von Sieghard Rupp, war so eine Art Früh-Schimmi, der ständig andere Freundinen hatte, Cabrios fuhr und es mit den Vorschriften nicht besonders genau nahm. Und genau dies war auch der Grund für sein Verschwinden nach zehn Folgen, dem deutschen Fernsehzuschauer war er einfach zu wenig Beamter.
Die fünfte Tatortfolge überhaupt war der Fall „Kressin und der Laster nach Lüttich“, ausgestrahlt im März 1971. Dabei ging es um Alkoholschmuggel aus dem Ostblock, eine damals recht verbreitete Sache. Die Schmuggler verwendeten Fässer mit einer Art doppeltem Boden und die Ware wurde beim Transit durch Deutschland ausgetauscht.
Im Film kam ihnen dabei der Zollsekretär Vondracek als verdeckter Ermittler auf die Schliche, dieser flog auf und wurde umgebracht.
Und hier beginnt der Bezug zu unserem Blog:
Zwar war das Schmugglerhauptquartier laut Handlung in der Gegend von Herford lokalisiert, tatsächlich aber diente als Kulisse das damals als Scheune genutzte Kloster Reichenstein zwischen Kalterherberg und Mützenich.

Vondraceks Leiche wurde hinterher neben der Rurbrücke, vor der Norbertuskapelle abgelegt.

Weitere Schauplätze unserer Gegend waren der Autobahnzoll Lichtenbusch, wo echte Zöllner als Komparsen eingesetzt wurden. 1970 war es halt noch etwas Besonderes, im Fernsehen zu sehen zu sein.

Eine LKW-Verfolgungsjagd spielt auf der damals wohl noch nicht eröffneten, aber gerade fertig gestellten A4, am Aachener Kreuz-Vetschau mit der Autobahnabfahrt „Aachen-Tivoli“. Weiter verfolgt wurde auf mir unbekannten Strecken, die aber vom Westwall tangiert werden.
Weiterhin gibt es Szenen auf der A4, dem Vennbahnviadukt bei Leyloc (Mützenich, am Autobahnkreuz Lüttich-Ost, auf der Autobahn entlang der Maas, und einer Tankstelle irgendwo in der Lütticher Ecke.

Andere Drehorte waren der legendäre Grenzübergang Helmstedt und einige Stellen in der Kölner City.
Nettes Detail am Rande: Im Finale wird das Schmugglerhauptquartier von der Polizei gestürmt. 1970 waren SEK und Co ja noch nicht existent, da musste der Schupo selbst ran. Mit einem Trecker wurde das Tor durchbrochen und die mutigen Polizisten konnten das Gebäude stürmen. Der Fahrer des Treckers im Film war der Besitzer desselben, ein Landwirt aus Kalterherberg, dessen Lohn der TV Auftritt war.
Ich mag diese Folge sehr gern, erstens wegen des Lokal-Bezuges, zweitens aber auch, weil er ein so schönes Zeitzeugnis ist, ähnlich wie Schimmis Duisburg Ruhrort.
Leider werden die Folgen der frühen Siebziger nur noch sehr selten wiederholt.
Der fiktive Vondracek hat übrigens bis in die heutige Zeit hinein überdauert, neben der Rurbrücke steht heute ein Wegkreuz zu seinem Gedenken!

Vielen Dank an „Franz“!

27. November 2011

Fluxus in Aachen – sprudelnde Vielfalt

Filed under: Aachen-international, Audimax, Avantgarde in Aachen, ernste Musik, Film in Aachen, Konzerte in Aachen — Schlagwörter: — Dieter Antonio Schinzel @ 2:43 pm

Sprudelnde Vielfalt 1

In keinem Aktionskunst-Geschichtsbuch fehlt es: das Foto von Joseph Beuys, wie er sich am 20. Juli ’64 beim Fluxus-Festival im Aachener Audimax eine blutige Nase holte. Damit war die Verbindung von Avantgarde, katholischer Symbolik, Gewalt in der Provinz und AStA-Kulturreferat gelegt, die noch ein paar Jahrzehnte lang fruchtbar bleiben sollte.

Beuys, bis dato noch spätexpressionistischer Bildhauer, fand an diesem Abend die Formel für den Rest seiner Karriere. Interessanter für Untergrundkulturelle waren die anderen Beteiligten im Audimax: Henning Christiansen, Robert Filliou, Tomas Schmit, Ben Vautier, Wolf Vostell und Emmett Williams. Wir zitieren Seite 13 des informativen Buchs mit dem denkwürdigen Titel Wollt Ihr das totale Leben? Fluxus und Agit-Pop der 60er Jahre in Aachen, das 1995 vom Neuen Aachener Kunstverein veröffentlicht und von uns in einem Amsterdamer Ramschbuchladen gefunden wurde:

Das Aachener Festival hatte auch aus künstlerischer Sicht weitreichende Folgen; die zahlreichen, vor allem wegen des Tumultes erschienenen Presseberichte machten die Fluxus-Kunst nicht nur innerhalb der kleinen Szene bekannt oder lockten auswärtige Künstler ins Rheinland. Für die Fluxus-Künstler selbst bedeutete der ’20. Juli‘ ein Heraustreten aus der Galerie- und Insider-Atmosphäre in die größere Öffentlichkeit.

Kaum überraschend jedoch das Fazit:

Der Stellenwert des ‚Festivals der Neuen Kunst‘ ist in der Geschichte der internationalen Aktionskunst sehr hoch angesetzt, für die lokale Kunst- (und Hochschul-) Geschichte spielte es bisher kaum eine Rolle.

Immerhin gründete der Veranstalter, Architekturstudent und AStA-Kulturreferent Valdis Abolins, gemeinsam mit vier anderen Studenten 1965 eine „Galerie Aachen“, die bis zu ihrer Pleite ’67 unter anderem die Fluxus- und Aktionskünstler Dick Higgins, Alison Knowles, John Latham und Per Kirkeby sowie Nam June Paik und Charlotte Moorman für Live-Auftritte in die Stadt holte. Der AStA organisierte 1965 ein gemeinsames Konzert von Michael von Biel und Cornelius Cardew (mit Stücken von John Cage und LaMonte Young) sowie einen Auftritt des Living Theater. Dem Filmstudio der Hochschule ist ein Abend mit Wolf Vostell und Kurt Kren im Jahr 1967 zu verdanken, der RWTH-Fachschaft Architektur eine Aktion von Günter Brus im Jahr 1968.

Sprudelnde Vielfalt 2

Am Ende des Buchs heisst es treffend:

In der Rückschau betrachtet ging die seltene und faszinierende Aktionsheinheit von künstlerischer Avantgarde und studentischer Oppositionsbewegung in der 68er Zeit allmählich ihrem Ende entgegen. Sie mündete in eine Polarisierung von radikal-politisierter Studentenschaft und sich wieder institutionalisierender Avantgarde-Kunst. […] Nachdem 1968 durch den Sammler Peter Ludwig, der selbst einige Male in der Galerie Aachen Eröffnungen beiwohnte, erstmals Pop Art ins Suermondt-Museum hineingebracht worden war und 1970 dann die „Neue Galerie der Stadt Aachen“ eröffnet wurde, hielt die Moderne ihren Einzug auch in kommunale Kulturinstitutionen und bürgerliche Sammlerkreise.

Wir werden in lockerer Folge über Fluxus und seine Aachener Nachwirkungen berichten. Frage an unsere Leser: War jemand bei den Aktionen in den 60er Jahren dabei? Sind die „Aachener Jazzmusiker“ Feldmann/Flimm/Haselhorst/Kreusch/Werth/Zabka beim Konzert von Biel und Cardew die Vorläufer des legendären Scratch Orchestra, in dem u.a. auch Brian Eno, Eddie Prevost, Keith Rowe und Stefan Szczelkun spielten? Und wer weiß mehr über die Kunstinitiative „Gegenverkehr“, die 1968 der „Galerie Aachen“ nachfolgte?

27. Juni 2011

Neuropäpste Live

Filed under: Aachen-international, Avantgarde in Aachen, Trickbeat — karl pach @ 7:32 am

Vom Künstlerduo Neuropäpste aus Rotterdam kann bei youtube ein Auftritt, welcher am  24.Juni 2011 stattfand, bestaunt werden. Was die Neuropäpste für unseren Blog interessant macht ist deren Hingabe zum Aachener Liedgut. Beim Aachener Kleinlabel Eigenbau Records debütierten die Neuros bereits auf einem Sampler mit Interpretationen von Honduras Mahogany und Trickbeat Stücken. Beim aktuellen Auftritt geben sie u. a. Trickbeats „Fucker pays the Bill“ zum Besten.

Hocherfreulich daß sich zeitgenössische Künstler vergangener Aachener Experimentalhits annehmen!

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