Aachener Untergrund Kultur

30. Oktober 2017

Schluss mit Ruhe und Ordnung!

Der Aachener Avantgarde Club lädt zur 1. Aktion:

Von der umjubelten Veranstaltung gibt es auch eine Videoaufzeichnung:

 

24. Januar 2013

DR. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten (Bizarrer Aachener Film)

Die AACHENER Filmszene lebt!
Endlich wieder! Lange war es still um den BURTSCHEIDER Filmregisseur Bernd Uwe Köter. Eisig still.
Denn sein letzter abendfüllender Film „Sheriff  Scott“ (Hauptrolle: David Scott, Schottland) wurde nicht etwa total verrissen; nein, er fand erst gar nicht in Deutschlands Kinosäle. Kritiker munkelten damals , dass „das Material zu schwach war“, dass weiland (2009) Terror und Stress am Set herrschten oder indisponierte Schauspieler den ganzen Cast gegen Regisseur und Produzent aufwiegelten. Das alles ist/war keineswegs so. In Wirklichkeit machten internationale Rechtsstreitigkeiten eine Veröffentlichung bis heute unmöglich. Dazu Köter: „Wenn solche dicken Blockbuster produziert werden, wird es immer schwieriger alle Rechteinhaber in x Ländern an einen Tisch zu bekommen. Im schlechtesten Fall bedeutet das das Aus für einen Film, für den Produktion und Team über viele Monate ihr Herzblut gegeben haben“, bitter für eingefleischte Cineasten, aber traurige Realität in der rauhen Film/Fernsehwelt.
Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen. Jetzt ist Bernd Uwe Köter wieder da. Und wie! Mit sattem Budget neuer Geldgeber und bewährtem Hauptdarsteller (Scott) konnte im Sommer 2012 in der Filmstadt Köln, als auch „on location“ in BAD AACHEN mit motivierter Filmcrew neuer Stoff (Buch: u.a. Dieter Ganghofer) auf Zelluloid gebannt werden. Ebenfalls wieder an Bord: die AACHENER Komponistin Elisabeth Wurst (Vaalserquartier), die gewohnt gekonnt für den Sounddreck verantwortlich zeichnet.
Herausgekommen ist ein Roadmovie erster Kajüte: „Dr. Scott 2 – Reiz des Riskanten“, die Fortsetzung des Klassikers „Dr. Scott – Neu in der Stadt“ (2006).
Wer letzteren gesehen hat, der weiß, was ihm bevorsteht: eine rasante Geschichte, verpackt in knallharter Äction, wilde und gewagte Kamerafahrten, sowie jede Menge Sozialkritik. Also alles, was wir im Kino sehen wollen: Unterhaltung pur!
Lehnen Sie sich zurück in Ihren Fernseh/Kino-sessel und genießen Sie zeitloses Kino at its best:

Dr. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten

 
Scott reiz poster

21. August 2012

ROWENTA/KHAN – Komm, wir zersägen eine Tür VIDEO

Nach unendlich langer Forschungsarbeit in Aachener Archiven, nach jahrelangem Kampf mit der Technik: hier nun endlich das lange Zeit verschollen geglaubte VIDEO zu Rowenta/Khans Charterfolg „Komm, wir zersägen eine Tür“, das im Sommer 2009 in der beliebten Filmstadt Aachen produziert wurde. Kenner bemerken natürlich sofort, dass es sich um eine „spezielle“ Version des Sofavision (Live) CD tracks handelt. Vielen Dank an Markus für Hilfe und Arschtritte! Viva Anschlussfehler!


Rowenta/Khan – Komm, wir zersägen eine Tür

ROWENTA/KHAN | Myspace Music Videos

1. April 2011

Hans Zeisig, Nachschlag

Filed under: Aachener Komponisten — karl pach @ 9:11 am

Dank des Kommentars eines aufmerksamen Lesers kann das Thema Hans Zeisig vertieft werden. Nach Erscheinen seiner „Tonfilmmelodien“Kassette bei SMC ging es mit ihm in der Elektronikszene steil bergauf. Bei der Ars Electronica 1982 hat ihn seine Klanginstallation in die Endausscheidung geführt. Im wahren Leben heißt Zeisig Uwe Hüter. Anbei was ich vom Ars Electronica Archiv rauskopiert habe:

Uwe Hüter

Jahrgang 1940. Zunächst Unterweisung im Klarinettenspiel und Ausbildung als Elektronikingenieur. Seit 1970 vereinzelt öffentliche Konzerte für Elektronik und Schlagzeug (mit Erich Schiffer). Aufenthalt im EMS-Studio, Stockholm. Dort entstand ein Computerprogramm, das „Musik aus der Formel“ hörbar macht, allerdings nach den Vorgaben des Tonsetzers. Nach der Rückkehr aus Schweden im Herbst 1976 begann die Konzeption und der Bau eines komplexen Synthesizers mit Raumklangsteuerung, rein manuell spielbar. Weiterhin Mitarbeit bei verschiedenen Licht-Klang-Installationen (Cages Musik-Zirkus Bonn) und Improvisationsmusiken (Biotron).

Großer Preis der Ars Electronica

Donnerstag, 30. September 1982, 20 Uhr
Brucknerhaus Mittlerer Saal

Während einer öffentlichen Veranstaltung wird von einer internationalen Fachjury zum dritten Mal der „Große Preis der Ars Electronica für die originellste und zukunftsweisendste Neuentwicklung im Bereich der elektronischen Klangerzeugung“ vergeben.

Für die Endausscheidung wurden folgende TEILNEHMER gewählt:
Serge Blenner (BRD)
Joel Chadabe (USA)
Hans Deyssenroth (BRD)
Benjamin Heidersberger und Peter Kohlrusch (BRD)
Uwe Hüter (BRD)
Ivan Tcherepnin (USA)
Dr. Martin Wichtl (Österreich)

Uwe Hüter zur Präsentation:

Syntouch. Der hier beschriebene Synthesizer ist insbesondere nach folgenden Kriterien entwickelt worden: keine Mechanik-Tasten kleinste Bauform große Klangvielfalt. Das Instrument hat etwa die Größe und Form einer elektrischen Gitarre, der eine Teil des Korpus ist allerdings nach oben pultförmig abgewinkelt, um besseren Zugang zu den Reglern zu haben. Auf dem Hals des Instruments befinden sich zwei Reihen von Sensor-Kontakten, die wie zwei Saiten über die ganze Länge des Halses laufen, aber aus voneinander getrennten „Bünden“ bestehen (19 Bünde x2). Im weiteren Verlauf des Halses, dort, wo er auf dem Korpus aufliegt, sind für die rechte Hand fünf weitere Sensoren angebracht, die bei Berührung verschiedene (einstellbare) Erhöhungen der gesamten Synthesizerstimmung (Te, Qui, Qua) zur Folge haben, der fünfte macht einen vom Fingerdruck abhängigen pitchbend. Gespielt wird das Instrument ähnlich wie eine Gitarre: die linke Hand spielt auf den beiden im Quartabstand gestimmten „Sensorsaiten“ und liefert die Tonhöhe und den Gatepuls oder nur die Tonhöhe und die rechte Hand den Gatepuls. Die Elektronik des Synthesizers (2VCO, 2VCA, 1ADSR, 1VCF) ist auf einer Europakarte im Inneren untergebracht (Curtis ICs), samt LFO und Doppelbandbaßfilter für Sprachformanten (joystick controlled). Die Sensorelektronik ist auf einer weiteren Europakarte aufgebaut, und die dritte Karte enthält string ensemble, noise generator und noch etwas Platz für Erweiterungen. Das Netzteil ist direkt am Netzstecker untergebracht. Der Hals des Instruments kann vom Korpus gelöst und so auf dem Korpus verschoben werden, daß auf beiden Seiten gleichviel übersteht. So ist es möglich, das Instrument auf dem Tisch wie mit einem Manual zu spielen. Die klanglichen Möglichkeiten: der Ton ist mischbar aus zwei VCOs mit je drei Kurvenformen, Güte und Frequenz des Filters sind ENV-geformt, zwei Formanten lassen sich mit einem Joystick verschieben. Zeitmodulation durch Phaser, Flanger, Stringensemble.

Foto: Anne Gold, Aachen

Was danach mit Uwe Hüter passiert ist oder ob es weitere Veröffentlichungen gegeben hat versuche ich rauszubekommen.

7. Mai 2010

ULRICH PETERS – Vol. 2 (Konzert-Erlebnisse)

Filed under: Aachener Komponisten, Groupies, Grufties — Allo Pach @ 11:12 am

Bei meiner Recherche zu Ulrich Peters (siehe Karl Pachs Blogeintrag) bekam ich unerwartete Hilfe von meiner Cousine Elke.
Sie war wohl weiland großer Fan von „Ulli“ und konnte mir neben obigem Scan auch noch eine kleine Geschichte zum Peters Konzert offerieren:

„Ja, so erinnert man sich. Beim Durchblättern alter Chorordner fand ich diesen Handzettel und begann sofort in Erinnerungen zu schwelgen.
Ulrich Peters. Der Ulli, wie wir ihn alle scherzhaft nannten. Und jedes Mädchen aus unserer kleinen Fan-Gemeinschaft war ein wenig verliebt.
Es war ein harter Winter, damals ’96. Schneematsch auf den Straßen, kalt und schmutzig. Die Fahrbahn glatt und nur die Hauptstraßen notdürtig geräumt. Wie Giesela ihren Vater damals überredete, uns vier von Stolberg-Atsch bis nach Maastricht zu fahren und wieder abzuholen, weiß ich bis heute nicht und sie hat es auch nie verraten. Aber ihr Vater erriet wohl schon an ihrer Bitte, dass es für uns alle quasi um Leben und Tod ging. Also brachte er uns in seinem kleinen grünen Fiesta nach Maastricht. Die Sommerreifen und die defekte Heizung konnten unsere Vorfreude nicht trüben und unsere Gedanken waren voller Wärme für unseren Ulli.
Wir hatten hart gespart, um uns die Eintrittskarten leisten zu können. An der Grenze mußten wir noch DM in Gulden tauschen.
Tinchen mußte an der Abendkasse dann die Karten kaufen, weil sie leicht stotterte. Gott sei Dank bekamen wir auch wegen Giselas Rollstuhl alle ermäßigte Preise. Und so saßen wir auch in der ersten Reihe.
Holland ist schon behindertengerechter als Deutschland. Das muss man einfach sagen.
Unter großem Beifall betrat Herr Leenders mit dem kleinen Madrigalchor die Bühne. Auch ein kleiner Chor kann große Stimmung verbreiten.
Die Werke von Pärt hatten es uns besonders angetan. Und wir waren ganz berauscht von solch wunderbaren Klängen.
Aber dann kam das Highlight des Abends: Ulli.
Und wie er improvisierte und variierte, wie er gekonnt Spannung erzeugte und wieder löste, wie er mit unseren Gefühlen Achterbahn fuhr. Einfach großartig! Anne war so gerührt, dass sie ihre Freudentränen nicht mehr halten konnte, aber auch für mich war das Konzert mehr als ergreifend. Wie er die Orgel tastete, liebkoste, ja zärtlich streichelte, da dachte wohl jede von uns vieren, errötend und erregt, er orgele nur für sie allein. Viel zu schnell kam das Ende. Ulli hielt ja nie viel von Zugaben.
Vor der Kirche wartete Giselas Vater und brachte uns trotz der widrigen Verkehrsverhältnisse und vorgerückter Stunde sicher nach Hause.
Und während ich auf der Rückbank zwischen Anni und Tinchen erbärmlich fror, dachte ich immer wieder verzückt, wie es wohl sein würde, Elke Peters zu heißen. Ob er die Orgel auch auf unserer Hochzeit spielen würde? Ob der kleine Madrigalchor zu diesem Festtag singen wollte?
Und ich wußte, jede der anderen drei schwelgte in ähnlichen Träumereien…

Elke P.“

Vielen Dank an Elke!

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