Aachener Untergrund Kultur

24. November 2011

AACHENER KINOS – Geschichte

Bei meinen Recherchen zur Aachener Kinovergangenheit stieß ich auf eine Arbeit, die wohl in dieser Form einmalig ist. Silke Koschker gibt in ihrer Magisterarbeit „Die Kinoentwicklung in Aachen – Eine Untersuchung der Lichtspielhäuser“ aus dem Jahr 2000 eine unerreichte Einsicht in die Historie, Architektur und die regionale Verteilung der Öcher Kinos vom späten 19. Jahrhundert bis zum Jahre 2000. Ihre Arbeit basiert auf sämtlichem vorhandenen Materiel des AC-Stadtarchives sowie der örtlichen Presse, das in mühevoller Kleinarbeit zu einem umfangreichen Werk zusammengestellt wurde. Neben einem geschichtlichen Gesamtüberblick gibt es alle auffindbaren Details (sowie rare Fotos) aller ermittelbaren Aachener Kinos. In der nächsten Zeit werde ich hin und wieder Posts zu einzelnen Kinos einstellen, zunächst gibt es aber hier eine „chronologische Reihenfolge des Erstbezugs/der Schließung Aachener Kinostandorte“. Vielen Dank an Silke!

26. Juli 2011

Flohmarkt – Impressionen 73/76

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachener Veranstaltungsstätten — karl pach @ 11:52 am

Von all den liebgewonnenen, guten alten Dingen welche den Gang liebgewonnener guter Aachener Dinge gehen, ist der Aachener Altstadt Flohmarkt eine Institution von sehr hoher Relevanz. Nicht ausschliesslich die terminliche Kastration seitens der Stadt, den Flohmarkt nur noch 5 oder 6 mal im Jahr stattfinden zu lassen. Sowie die Verkaufszeiten Beschränkung auf 11 bis 18 Uhr, was die Kirche durchgesetzt hat. Sicher sind die Besucherzahlen der Messen seither in die Höhe geschnellt… Der Hauptgrund des Niedergangs ist im Internethandel zu sehen. Eine gewisse Bucht Seite gräbt dem Trödelmarkt das Wasser ab.

Einen hübsch bebilderten Artikel druckte das „Aachen Bilder Berichte“ Blatt in der Ausgabe 39 von 1973 ab:

Aus dem Familenalbum folgen noch ein paar Schnappschüse aus dem Jahr 1976, welche die relaxte Atmosphäre auf dem Hof wiedergeben.

Mit Grauen erinnere ich mich noch an einen Stand, welcher mit Freunden im Hof betrieben wurde. War im Februar 1984 glaube ich. Es war bitterlich kalt und wir standen ab 7 Uhr morgens da. Das Entsetzliche, aus heutiger Sicht, war das ich gegen 8 Uhr meine komplette Zappa Sammlung (incl. Bootlegs) verkauft hatte. Der Gedanke daran zerreisst mich heute. „PAS NOSE FELL OFF AT BREAKFAST“ und „NOT JUST ANOTHER ZAPPA RECORD“ waren u. a. dabei, die will ich unbedingt zurück!

28. November 2010

Uriah Heep und 25 Jahre Schlüssellochrocknacht

Schon seit einigen Jahren zieht die Konzertkaravane bekannter Metal und Rockgruppen an Aachen vorbei. So liegt zum Beispiel der einzige Auftritt von Uriah Heep, vom 21. Mai 1990 im Aachener Metropol, auch schon 20 Jahre zurück (Vorband Czakan). Für mich unvergessen, nach Konzertende, der Besuch in der Antoniusstraße, wo es Uriah Heep wirklich richtig knallen ließen. Schlagzeuger Lee Kerslake verzehrte auf der Backstageparty im Aachener Rotlichtbezirk neben zwei halben Hähnchen noch diverse Jägerschnitzel und spülte alles mit einer großen Flasche Jägermeister runter. Anschließend bekam er von einer vollbusigen Blondine im Arztkittel eine Ganzkörpermassage. Aus Respekt vor Sitte und Anstand möchte ich nur noch erwähnen, dass am nächsten Morgen große Sonnenbrillen angesagt waren als sich die Musiker von ihren Gespielinnen der letzten Nacht beim Check Out im Foyer des Nobel Hotels Aquis Grana verabschiedeten Damit schließe ich hier mein Tagebuch und befasse mich mit dem eigentlichen Thema.
Lediglich Veranstalter Herbert Senden, Inhaber der Rockkneipe Schlüsselloch, hält seit Jahrzehnten die Rock- und Metalfahne im Aachener Veranstaltungsbereich hoch. In seiner urigen Kneipe, dem Schlüsselloch, am Boxgraben 51 bekommen regelmäßig lokale, nationale und internationale Bands die Möglichkeit ihr Programm zu präsentieren. Mit den jährlich stattfindenden Veranstaltungen, dem legendären Schlüsselloch Festival im Frankenberger Park und mit seiner Schlüssellochrocknacht im Saalbau Rothe Erde, spricht Herbert Senden sehr erfolgreich ein größeres Publikum an.
Am Samstag, den 11.12.2010 veranstaltet Herbert Senden nun im Saalbau Rothe Erde sein Jubiläumsfestival „25 Jahre Schlüssellochrocknacht“. Mit dabei, und da schließt sich der Kreis, die von Presse und Fans weltweit gefeierte Uriah Heep Tributeband Circle Of Hands, die ihr 10 Jähriges feiert. Wer sich also in Aachen nach 1990 mit der Lady in Black vergnügen möchte und einen unvergessenen nostalgischen Abend erleben möchte, hat jetzt, 20 Jahre später, die Möglichkeit. (Abendkasse 15 Euro, weitere Info´s unter www.schluesselloch-ac.de)
Am Freitag,den 10.12.2010 spielen Circle Of Hands im Alten Rathaus, Dürener Strasse 5 in Eschweiler, einen Unplugged Gig (Abendkasse 10 Euro). Beide Veranstalltungen beginnen um 20.00 Uhr.

8. November 2010

DAS pam KINO IM CINEMA AACHEN

Filed under: Aachener Veranstaltungsstätten, Kinos in Aachen — babula @ 12:17 pm

Leider ist dieser schöne Blog etwas eingeschlafen. Aus Mangel an veröffentlichungswürdigem Material kann dies sicherlich nicht liegen. Wenn man auch die Frequenz und Quantität der Beiträge deutlich reduziert, so sollte vielleicht doch jeder Mitbetreiber versuchen, mindestens einen Beitrag pro Monat zu leisten. Da kommt man dann doch am Ende eines Jahres auf gut 40 postings. Und das wäre durchaus lesens -und lobenswert.
Ich breche nun das Eis mit einem bizarren Fund. In einer Rocksingle und Beatles Coverversion von KATFISH von 1975 fand ich dieses feine Kleinod. Ich gehe einfach einmal davon aus, dass der Käufer dieser Schallplatte, nach Verlassen der Heiliger und Kleutgens oder Jansen oder Horten oder Fleschenträger oder Pach Kaufräume, einen weiteren unterhaltsamen Zeitvertreib suchte und höchstwahrscheinlich auch fand.
An ein ‚pam-Kino‘ kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber der Hinweis eines Freundes, dies könne doch die Abkürzung für ‚porn adult movie‘ sein, würde sehr gut zu meiner Vermutung passen, dass im CINEMA selber eher deftigere Sexfilmchen liefen und es ein weiteres kleines ‚Hardcore-Programmkino‘ gegeben hat, wo man dann einen erhöhten Eintritt zahlen musste (10 DM waren 1975 für eine Kinovorstellung schon recht ordentlich) und dafür neben dem Entgelt für die Filmvorführung entweder noch Sekt und Schokolade oder andere Dienstleistungen erhielt. Weitere sachdienliche Aufklärungskommentare sind mehr als erwünscht.

26. Juni 2010

TANZSCHULEN IN AACHEN

Filed under: Aachener Veranstaltungsstätten — babula @ 9:27 am

Ist Tanz Kultur ? Tango oder Pogo? Bossa Nova oder Disco?
Ist es nicht die freie Bewegung ohne vorgegebene Formen, die unterhält ?
Tanzimprovisation ist Kommunikation! Und was besonders interessiert, sind die Tempel, in denen die Tanzkultur Kultur erlangt. Natürlich brauchen und suchen wir Material (Fotos, Werbung, Stempel, etc.) berühmt-berüchtigter 70er-Jahre Tanzstätten wie das TIFFANY, TROIKA, RIALTO, BLACK WOTAN, TÖFF-TÖFF, CARLTON, PIMMS und Konsorten.
Aber auch das Ausleben besagter Gelüste und aller Folgeerscheinungen in den stets bieder und spießig anmutenden Tanschschulhochburgen unserer hoch geschätzten Heimatstadt, sollten von Interesse sein. Es ist mehr als erstaunlich, finde ICH, das es selbst HEUTZUTAGE alleine innerhalb Aachens noch 18 aktive Tanzschulen gibt…
Der auf dem weißen Lochcover abgebildete Stempel der Tanzschule Minderjahn, die tatsächlich immer noch in der Kamper Strasse logiert und praktiziert, verweist auf ein Geschenk genannter Institution. In DIESEM Lochcover steckte nun eine (gute) Single von Millie, sicherlich dem ein oder anderen bekannt, durch ihre (Original)-version von MY BOY LOLLIPOP, aus den 60er Jahren. Sollte dies wirklich das Geschenk gewesen sein, wovon nicht ernsthaft auszugehen ist, würde es durchaus von Geschmack zeugen.
Wesentlich begrüßenswerter wäre es jedoch, eine Werbesingle von Minderjahn mit gesprochenem Willkommensgruß und Vorstellung der Tanzpflichtlektüren für das aktuelle Tanzjahr, irgendwann auf einem hiesigen Trödelmarkt, finden zu dürfen.
Oder hatte schon jemand das „Vergnügen“ ?

20. Februar 2010

WALFISCH – Alte Aachener Brauerei und Veranstaltungsstätte

Eine der ältesten Aachener Brauereien, gegründet 1490 war bis 1969 in der Pontstrasse 99 aktiv. Der Brauerei vorgelagert war die Gaststätte Walfisch und der Eingang befand sich eigentlich fast genau da, wo sich bis vor einem knappen Jahr der Eingang des PERA (siehe Bild) befand. Der Walfisch war nicht nur der sonntägliche Treffpunkt zigarrenrauchender Frühschoppengänger ab 50 aufwärts, sondern während der Woche zur Mittagszeit auch Anlaufpunkt hungriger Studenten, denn es gab dort eine preiswerte gutbürgerliche Küche.

Nach Durchschreiten des Lokals gelangte man in einen kleinen Saal, der meist am Wochenende geöffnet wurde um zusätzliche Kundschaft unterzubringen. Am Ende dieses Saales aber befand sich eine verschlossene Schiebetür, die nach dem Öffnen einen zusätzlichen, ziemlich großen Saal offen legte. Dort fanden in den 50er und 60er Jahren neben den obligatorischen Karnevalssitzungen (u.a. der Oecher Börjerwehr und der Fidelen Freunde) und großen Weihnachtsfeiern mit Nikolaus, Hans Muff und vielen vor Angst zitternden Kindern (zu der Zeit war man diesbezüglich noch nicht zimperlich), auch allerlei Versammlungen meist nichtpolitischer Art und internationale Briefmarken –und Münzauktionen statt. In regelmäßiger Unregelmäßigkeit gab es auch Musikveranstaltungen der eher volkstümlichen Art. Der in den späten 50er Jahren sehr beliebte LOU VAN BURG soll einige Male dort gastiert haben.

Links, einen kleinen korridorähnlichen Gang an den Sälen vorbei ,gelangte man dann durch eine schwere Türe auf das Brauereigelände. Ein großes Tor, geöffnet zur Auslieferung des Gerstensaftes befand sich im Marienbongard, an der Toreinfahrt, neben dem vor Ewigkeiten geschlossenen und der natürlichen Zersetzung anheimfallenden Lokal PUB DAVOR. Woher ich das alles weiß? Tja…aus einer Wirtshausfamilie stammend, waren meine Eltern Mitte der 60er Jahre für 2-3 Jahre Pächter des Walfisches, bevor sie dann das Gartenrestaurant FONTANA (jetziges Restaurant Ronheider Stuben) am Ronheider Berg übernommen haben.

Die Erinnerungen meiner Mutter an den Walfisch sind leider nur noch rudimentärer Natur, aber das bisher Gesagte, entspricht mit ziemlicher Sicherheit de n damaligen Zuständen. Inhaber der Brauerei war von 1876-1922 Franz Hamacher und ab 1922 die Hamacher KG. Das Walfischbräu selber soll wohl ein sehr eigenwilliges Bier gewesen sein, dass vor allem die DEGRAA- Trinker, die ja bekanntlich sehr alt wurden, mieden. Andere Aachener Bierkenner schworen auf das Walfischbier und eine nicht unerhebliche Menge von Stammgästen genoss dieses Bier üblicherweise mit „einem Kurzen“ (Korn), das gute alte Männergedeck, in der Region auch gerne „Köppelchen“ genannt. Es wurde auch ein Flaschenbier für den Export abgefüllt. Um Lücken in meinen frühesten Kindheitserinnerungen zu füllen, würde ich mir wirklich SEHR wünschen, noch irgendwelche Zusatzinformationen (Fotos wären natürlich der Oberhammer) über den WALFISCH zu bekommen.

« Newer Posts

Bloggen auf WordPress.com.