Aachener Untergrund Kultur

24. Februar 2013

Frank Papst Buchholz

…auch bekannt als Papst Piss, Papst Pest und Frank Castro: von Urin über 10-Neger– und Au Hur-Tapes und Bierfront bis zu Punkrock-Karaoke und aktionskünstlerischem DJing ist er der wohl älteste noch aktive Protagonist der Aachener 80er-Untergrundkultur, neben Theo „Trickbeat“ Rick. In diesem Interview fürs Aachener Hochschulradio gibt er eine praktische Schnellübersicht seiner früheren und heutigen Aktivitäten:

(Da in dem Interview auch das künstlerische Elternhaus angesprochen wird: Vater Franz Buchholz, von dem unter anderem die Klangskulptur vor der Aachener Barockfabrik stammt, war laut diesem Lokalzeitungsartikel Miterfinder der Kunstkopf-Stereophonie an der RWTH Aachen. Dem widerspricht allerdings Wikipedia mit der Auskunft, dass der erste Kunstkopf schon 1933 gebaut wurde.)

20. Februar 2013

Aachener Untergrund Kultur = Subkultur Westberlin

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachen-international, Aachener Untergrund, Aktionskunst, Fanzine, Kunst & so, Trickbeat — Dieter Antonio Schinzel @ 9:28 pm

Seit Anfang dieses Jahres sorgt Wolfgang Müllers 579seitiges Erinnerungsbuch Subkultur Westberlin 1979-1989 für Rauschen im Blätterwald. (Wer Müller nicht kennt, obwohl er oder sie diesen Blog liest: genialer Tödliche Doris-Dilletant, seit den 90ern in Dieter Roths Island-Fußstapfen wandelnd). Auf den Seiten 109 sowie 388-392 wird das gemeinsame Gastspiel der Tödlichen Doris mit den Aachener 80er Jahre-Untergrundkulturexporten Bierfront und Trickbeat auf der Documenta 1987 in Kassel gefeiert. Wir zitieren S. 389:

Eine Sponsoring-Zusage [für den documenta-Auftritt der Tödlichen Doris, Anm.] gibt es lediglich vom Aachener Punk-Fanzine Bierfront und vom Westberliner Lokal Kumpelnest 3000. […] Im documenta-8-Katalog finden sie sich nun gleichberechtigt zwischen den Namen internationaler Großkonzerne, riesiger Unternehmen und Banken: „Bierfront und Kumpelnest 3000“. Das Aachener Punk-Fanzine stiftet achtzig Dosen Bier, während das Ex-Bordell Kumpelnest 3000 einen Betriebsausflug für seine Angestellten nach Kassel finanziert. 

S. 393:

In der Diskothek New York entsteht während der zehn Tage dauernden Performancereihe die documenta-8-Bierfront. Statt der Punkcharts ist sie mit einer Kunsthitliste versehen. Sie enthält die zehn besten Kunstwerke der documenta 8. Punk und Kunst begegnen sich erstmals – auf Augenhöhe. Die auf hundert Exemplare limitierte Sonderausgabe des Punk-Fanzines ist heute ein begehrtes Sammlerstück, sowohl in Punk- als auch in Kunstkreisen.

S. 109:

Ein gecharterter Reisebus, gefüllt mit documenta-8-Besuchern, die um Punkt 21 Uhr in der Diskothek New York abgeholten worden sind, fährt um die Unsehenswürdigkeiten von Kassel herum. Der vom Fanzine bestellte Reiseleiter ist Theo Rick von der Aachener Band Trickbeat. Seine Infos über die Unattraktionen der Stadt gibt er durch ein übersteuertes Megafon bekannt. Plötzlich stoppt der Bus. Rüde werden die Passagiere aufgefordert, sich jeweils eine Bierdose von der Pyramide zu nehmen und zu öffnen. Zwei der hundert äußerlich identischen Dosen enthalten jedoch Fanta statt Bier. Wer diese erwischt, dem überreicht Theo Rick eine Schallplatte mit Musik.

S. 106:

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24. Januar 2013

DR. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten (Bizarrer Aachener Film)

Die AACHENER Filmszene lebt!
Endlich wieder! Lange war es still um den BURTSCHEIDER Filmregisseur Bernd Uwe Köter. Eisig still.
Denn sein letzter abendfüllender Film „Sheriff  Scott“ (Hauptrolle: David Scott, Schottland) wurde nicht etwa total verrissen; nein, er fand erst gar nicht in Deutschlands Kinosäle. Kritiker munkelten damals , dass „das Material zu schwach war“, dass weiland (2009) Terror und Stress am Set herrschten oder indisponierte Schauspieler den ganzen Cast gegen Regisseur und Produzent aufwiegelten. Das alles ist/war keineswegs so. In Wirklichkeit machten internationale Rechtsstreitigkeiten eine Veröffentlichung bis heute unmöglich. Dazu Köter: „Wenn solche dicken Blockbuster produziert werden, wird es immer schwieriger alle Rechteinhaber in x Ländern an einen Tisch zu bekommen. Im schlechtesten Fall bedeutet das das Aus für einen Film, für den Produktion und Team über viele Monate ihr Herzblut gegeben haben“, bitter für eingefleischte Cineasten, aber traurige Realität in der rauhen Film/Fernsehwelt.
Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen. Jetzt ist Bernd Uwe Köter wieder da. Und wie! Mit sattem Budget neuer Geldgeber und bewährtem Hauptdarsteller (Scott) konnte im Sommer 2012 in der Filmstadt Köln, als auch „on location“ in BAD AACHEN mit motivierter Filmcrew neuer Stoff (Buch: u.a. Dieter Ganghofer) auf Zelluloid gebannt werden. Ebenfalls wieder an Bord: die AACHENER Komponistin Elisabeth Wurst (Vaalserquartier), die gewohnt gekonnt für den Sounddreck verantwortlich zeichnet.
Herausgekommen ist ein Roadmovie erster Kajüte: „Dr. Scott 2 – Reiz des Riskanten“, die Fortsetzung des Klassikers „Dr. Scott – Neu in der Stadt“ (2006).
Wer letzteren gesehen hat, der weiß, was ihm bevorsteht: eine rasante Geschichte, verpackt in knallharter Äction, wilde und gewagte Kamerafahrten, sowie jede Menge Sozialkritik. Also alles, was wir im Kino sehen wollen: Unterhaltung pur!
Lehnen Sie sich zurück in Ihren Fernseh/Kino-sessel und genießen Sie zeitloses Kino at its best:

Dr. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten

 
Scott reiz poster

24. Juni 2012

DER WAHRE AC UNTERGRUND IM AUTOMATEN-CASINO

Das wahre Mekka des Aachener Untergrunds scheint zur Zeit das Automaten-Casino am Kapuziner Karree zu sein („Hier spielt das Leben“). Hier gibt sich jedenfalls neuerdings die Creme de la creme abgehalfteter deutscher Schlagerstars die Klinke in die Hand. War es letztens noch BATA ILLIC, der für 1 Euro Eintritt die großen Scharen spielsüchtiger Schlagerfans animierte, so gab am Samstag GABY BAGINSKY (wer erinnert sich nicht gerne?!) ihr Bestes, uns in die Abhängigkeit zu treiben. Bei duften Gewinnspielen, moderiert vom legendären Jürgen Renfordt(!), war ein dufter Untergrundabend garantiert. Mehr davon! (War jemand da?)

Noch was: Könnten wir bitte wieder unser altes AC Untergrund Logo/Bild wiederhaben! Das neue Design der Seite ist soooo langweilig… Danke.

10. Juni 2012

KRAFTWERK – Aachen 1970

Kraftwerk in der Neuen Galerie, Dezember 1970. Die Beschreibung der dargebotenen Musik hört sich nicht gerade „typisch Kraftwerk“ an. Klingt gar nicht nach dem Sound ihrer ersten LP…: „klassische Musik verzerrt/verhallt und dann angereichert mit Orgeltönen“? Hört sich trotzdem hochinteressant an! Damals hatten Kraftwerk ja auch noch Lust am Experiment (Im Gegensatz zu heute, seit 30 Jahren tritt man gnadenlos auf der Stelle…) Im Bild vorne Ralf, aber ist der andere Florian? Wie immer abschließend die übliche Frage: War irgend jemand vom älteren Semester zugegen?

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