Aachener Untergrund Kultur

21. August 2012

ROWENTA/KHAN – Komm, wir zersägen eine Tür VIDEO

Nach unendlich langer Forschungsarbeit in Aachener Archiven, nach jahrelangem Kampf mit der Technik: hier nun endlich das lange Zeit verschollen geglaubte VIDEO zu Rowenta/Khans Charterfolg „Komm, wir zersägen eine Tür“, das im Sommer 2009 in der beliebten Filmstadt Aachen produziert wurde. Kenner bemerken natürlich sofort, dass es sich um eine „spezielle“ Version des Sofavision (Live) CD tracks handelt. Vielen Dank an Markus für Hilfe und Arschtritte! Viva Anschlussfehler!


Rowenta/Khan – Komm, wir zersägen eine Tür

ROWENTA/KHAN | Myspace Music Videos

11. Juli 2012

BREAK – Der Film

Filed under: Aachen in den 80ern, Film in Aachen — karl pach @ 6:00 am

Ein Wunschbeitrag für die nächste „Au Hurgebiet“ Veranstaltung ist der Kurzfilm „BREAK“, von welchem folgende gescannte Screenshots stammen. Der Film wurde 1984 in AC gedreht und ist eine wahre Untergrund Perle. Ich hatte seinerzeit das Vergnügen den Film sehen zu dürfen, ihn aber dann erstmal vegessen. Einer der Filmer schickte jetzt die Fotos – herzlichsten Dank dafür. Leider hat er keine Kopie mehr, wir hoffen aber noch eine der wenigen VHS Kassetten auftreiben zu können. Technisch realisiert wurde der Film seinerzeit am Rande der Video AG, welche in der Barockfabrik beheimatet war.

10. Mai 2012

Au Hurgebiet: Nachbetrachtung

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachen in den 80ern, Film in Aachen, Konzerte in Aachen — Bübbes Kehr @ 12:24 am

Der hier angekündigte Filmabend zum Thema Bizarres aus Aachen erwies sich als voller Erfolg: Die Raststätte war so gut gefüllt wie nie zuvor bei einem Live-Audiokommentar und es schienen auch alle Anwesenden ihren Spaß zu haben, die Anzahl der laut schreiend aus der Vorstellung rennenden Personen hielt sich in Grenzen. An dieser Stelle vielen Dank an alle Anwesenden!

Hausbesetzung Beeckstrasse 1973

Ad hoc wurde dann auch beschlossen, die Veranstaltung zu wiederholen – und zwar nächstes Jahr, wieder im April. Bis dahin wollen wir aber noch über ganz viel Material aus anderen Quellen verfügen – also wenn der geneigte Leser noch irgendwas herumliegen hat, sei es Konzertmitschnitt der eigenen Band, Dokumentation von Rauschzuständen, oder bescheuertes Herumgefilme ohne Plan in der Kaiserstadt, bitte mit uns in Kontakt treten! Das Material muß nicht unbedingt digital sein, gute alte Analogmedien wie VHS-Kassetten gehen auch.

19. April 2012

Live-Audiokommentar XXIII: Au Hurgebiet

Filed under: Film in Aachen, Konzerte in Aachen, Veranstalltungen in Aachen — Bübbes Kehr @ 12:29 am

Es ist soweit: Die im Dezember angekündigte Veranstaltung findet am 28.4.2012 in der Raststätte, Lothringer Str. 23, statt. Ein bunt gemischtes Programm wurde zusammengestellt aus dokumentarischen Materialien, künstlerischen Kurzfilmen und Mitschnitten von legendären und weniger legendären Konzerten. Beginn ist um 21 Uhr, und wer nicht kommt, darf nie wieder in diesem Blog lesen.

5. Februar 2012

CAPITOL Kino vor u. nach dem Krieg

Vom letzten übrig gebliebenen „schönen“ Kino Aachens war mir überhaupt nicht bekannt, dass es von 1930 (Eröffnung) bis zur Zerstörung 1944 im „Hochhaus“ am Bahnhof untergebracht war. Interessant auch: es war mit 1500(!) Plätzen Aachens größtes Kino, aber nach außen nur durch eine Neonreklame (s. Foto) zu erkennen. Man kann nur hoffen, dass das „neue“, 1958 errichtete Capitol am Seilgraben nicht auch noch irgendwelchen duften Einkaufcentern zum Opfer fällt. So was geht ja manchmal ruckzuck – und weg ist es… Dank an Silke!

3. Januar 2012

EDEN Kino – Historie

Das Eden/Eden-Palast (zwischenzeitlich auch mal umbenannt in Thalia, Odeon etc.) ist wohl das dienstälteste und auch beständigste Kino in Aachen. Es diente in früheren Zeiten auch als Theater, für Cabaretaufführungen und Musikkonzerte. Vom späten 19. Jahrhundert bis heute durchlief es etliche Um- und Wiederaufbauten, sowie Umwandlungen und trotze letztlich 2 Weltkriegen. Ganz schön geschichtsträchtig! Die vorliegenden Seiten geben wohl den umfassensten Überblick über den Werdegang des Edens, der jemals zusammengetragen wurde. Dank an Silke.

22. Dezember 2011

Live-Audiokommentar: Aachen Special

Filed under: Film in Aachen — Bübbes Kehr @ 11:47 pm

Beim Live-Audiokommentar, der jeden zweiten Monat in der Raststätte stattfindet, werden normalerweise merkwürdige Filme aus aller Herren Länder gezeigt und live kommentiert. Für eine der kommenden Ausgaben ist aber eine kleine Abweichung des Konzepts geplant: Gezeigt wird dann kein Spielfilm, sondern mehrere kleine Schnipsel, die alle einen Bezug zu Aachen haben. Um den Abend möglichst prall und abwechslungsreich zu gestalten, ist hier die werte Leserschaft gefragt: Habt ihr Material, das in diesem Zusammenhang aufgeführt werden sollte? Dann her damit! Egal, ob experimenteller Kurzfilm, schlimmes Heimvideo, uralte Dokumentation oder krachiger Konzertmitschnitt, alles ist willkommen! Schickt euer Material an karlpach[at]web.de – wir freuen uns über jeden Beitrag! Der genaue Termin der Veranstaltung wird dann hier noch prominent bekannt gegeben und an diverse Klotüren geschmiert.

5. Dezember 2011

BURG THEATER KINO

Endlich: Das erste Bild des Burg Theater Kinos! Im Burg bin ich wohl nur ein einziges Mal gewesen, das war wahrscheinlich kurz vor der Schließung (1976 oder 1977). Zu sehen gab es Sonntag morgens in der Jugendvorstellung: „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“, einen sehr mäßigen japanischen Monsterfilm mit Monstern (Frankenstein und seinem Doppelgänger) in Godzilla-größe/Manier, …gähn!

Das 788 Besucher fassende Burgtheater am Adalbertsteinweg 12 eröffnete 1948 (13.11) in der Zeit des großen Aachener Kinobooms (in den 50er Jahren gab es zeitweise 17 (!) Kinos in der Kaiserstadt). Am 09.12.1956 wurde das Kino um das „Studio im Burg“ erweitert. 1976/77 wurde das Grundstück dann wohl an Teppich Essers verkauft und das Burg war kurze Zeit später Geschichte… (Dank an Silke!)

30. November 2011

DREHORT AACHEN – Tatort 1970/1971

Herr „Franz Oppenhoff“ bat mich diesen Artikel über Aachen und Umgebung als Film/TV-Kulisse für ihn einzustellen:

Tatort 1970/1971

1970 ging die Serie Tatort an den Start und einer seiner ganz frühen Protagonisten war der Kölner Zollfahnder Kressin. Die WDR-Figur Kressin, gespielt von Sieghard Rupp, war so eine Art Früh-Schimmi, der ständig andere Freundinen hatte, Cabrios fuhr und es mit den Vorschriften nicht besonders genau nahm. Und genau dies war auch der Grund für sein Verschwinden nach zehn Folgen, dem deutschen Fernsehzuschauer war er einfach zu wenig Beamter.
Die fünfte Tatortfolge überhaupt war der Fall „Kressin und der Laster nach Lüttich“, ausgestrahlt im März 1971. Dabei ging es um Alkoholschmuggel aus dem Ostblock, eine damals recht verbreitete Sache. Die Schmuggler verwendeten Fässer mit einer Art doppeltem Boden und die Ware wurde beim Transit durch Deutschland ausgetauscht.
Im Film kam ihnen dabei der Zollsekretär Vondracek als verdeckter Ermittler auf die Schliche, dieser flog auf und wurde umgebracht.
Und hier beginnt der Bezug zu unserem Blog:
Zwar war das Schmugglerhauptquartier laut Handlung in der Gegend von Herford lokalisiert, tatsächlich aber diente als Kulisse das damals als Scheune genutzte Kloster Reichenstein zwischen Kalterherberg und Mützenich.

Vondraceks Leiche wurde hinterher neben der Rurbrücke, vor der Norbertuskapelle abgelegt.

Weitere Schauplätze unserer Gegend waren der Autobahnzoll Lichtenbusch, wo echte Zöllner als Komparsen eingesetzt wurden. 1970 war es halt noch etwas Besonderes, im Fernsehen zu sehen zu sein.

Eine LKW-Verfolgungsjagd spielt auf der damals wohl noch nicht eröffneten, aber gerade fertig gestellten A4, am Aachener Kreuz-Vetschau mit der Autobahnabfahrt „Aachen-Tivoli“. Weiter verfolgt wurde auf mir unbekannten Strecken, die aber vom Westwall tangiert werden.
Weiterhin gibt es Szenen auf der A4, dem Vennbahnviadukt bei Leyloc (Mützenich, am Autobahnkreuz Lüttich-Ost, auf der Autobahn entlang der Maas, und einer Tankstelle irgendwo in der Lütticher Ecke.

Andere Drehorte waren der legendäre Grenzübergang Helmstedt und einige Stellen in der Kölner City.
Nettes Detail am Rande: Im Finale wird das Schmugglerhauptquartier von der Polizei gestürmt. 1970 waren SEK und Co ja noch nicht existent, da musste der Schupo selbst ran. Mit einem Trecker wurde das Tor durchbrochen und die mutigen Polizisten konnten das Gebäude stürmen. Der Fahrer des Treckers im Film war der Besitzer desselben, ein Landwirt aus Kalterherberg, dessen Lohn der TV Auftritt war.
Ich mag diese Folge sehr gern, erstens wegen des Lokal-Bezuges, zweitens aber auch, weil er ein so schönes Zeitzeugnis ist, ähnlich wie Schimmis Duisburg Ruhrort.
Leider werden die Folgen der frühen Siebziger nur noch sehr selten wiederholt.
Der fiktive Vondracek hat übrigens bis in die heutige Zeit hinein überdauert, neben der Rurbrücke steht heute ein Wegkreuz zu seinem Gedenken!

Vielen Dank an „Franz“!

27. November 2011

Fluxus in Aachen – sprudelnde Vielfalt

Filed under: Aachen-international, Audimax, Avantgarde in Aachen, ernste Musik, Film in Aachen, Konzerte in Aachen — Schlagwörter: — Dieter Antonio Schinzel @ 2:43 pm

Sprudelnde Vielfalt 1

In keinem Aktionskunst-Geschichtsbuch fehlt es: das Foto von Joseph Beuys, wie er sich am 20. Juli ’64 beim Fluxus-Festival im Aachener Audimax eine blutige Nase holte. Damit war die Verbindung von Avantgarde, katholischer Symbolik, Gewalt in der Provinz und AStA-Kulturreferat gelegt, die noch ein paar Jahrzehnte lang fruchtbar bleiben sollte.

Beuys, bis dato noch spätexpressionistischer Bildhauer, fand an diesem Abend die Formel für den Rest seiner Karriere. Interessanter für Untergrundkulturelle waren die anderen Beteiligten im Audimax: Henning Christiansen, Robert Filliou, Tomas Schmit, Ben Vautier, Wolf Vostell und Emmett Williams. Wir zitieren Seite 13 des informativen Buchs mit dem denkwürdigen Titel Wollt Ihr das totale Leben? Fluxus und Agit-Pop der 60er Jahre in Aachen, das 1995 vom Neuen Aachener Kunstverein veröffentlicht und von uns in einem Amsterdamer Ramschbuchladen gefunden wurde:

Das Aachener Festival hatte auch aus künstlerischer Sicht weitreichende Folgen; die zahlreichen, vor allem wegen des Tumultes erschienenen Presseberichte machten die Fluxus-Kunst nicht nur innerhalb der kleinen Szene bekannt oder lockten auswärtige Künstler ins Rheinland. Für die Fluxus-Künstler selbst bedeutete der ’20. Juli‘ ein Heraustreten aus der Galerie- und Insider-Atmosphäre in die größere Öffentlichkeit.

Kaum überraschend jedoch das Fazit:

Der Stellenwert des ‚Festivals der Neuen Kunst‘ ist in der Geschichte der internationalen Aktionskunst sehr hoch angesetzt, für die lokale Kunst- (und Hochschul-) Geschichte spielte es bisher kaum eine Rolle.

Immerhin gründete der Veranstalter, Architekturstudent und AStA-Kulturreferent Valdis Abolins, gemeinsam mit vier anderen Studenten 1965 eine „Galerie Aachen“, die bis zu ihrer Pleite ’67 unter anderem die Fluxus- und Aktionskünstler Dick Higgins, Alison Knowles, John Latham und Per Kirkeby sowie Nam June Paik und Charlotte Moorman für Live-Auftritte in die Stadt holte. Der AStA organisierte 1965 ein gemeinsames Konzert von Michael von Biel und Cornelius Cardew (mit Stücken von John Cage und LaMonte Young) sowie einen Auftritt des Living Theater. Dem Filmstudio der Hochschule ist ein Abend mit Wolf Vostell und Kurt Kren im Jahr 1967 zu verdanken, der RWTH-Fachschaft Architektur eine Aktion von Günter Brus im Jahr 1968.

Sprudelnde Vielfalt 2

Am Ende des Buchs heisst es treffend:

In der Rückschau betrachtet ging die seltene und faszinierende Aktionsheinheit von künstlerischer Avantgarde und studentischer Oppositionsbewegung in der 68er Zeit allmählich ihrem Ende entgegen. Sie mündete in eine Polarisierung von radikal-politisierter Studentenschaft und sich wieder institutionalisierender Avantgarde-Kunst. […] Nachdem 1968 durch den Sammler Peter Ludwig, der selbst einige Male in der Galerie Aachen Eröffnungen beiwohnte, erstmals Pop Art ins Suermondt-Museum hineingebracht worden war und 1970 dann die „Neue Galerie der Stadt Aachen“ eröffnet wurde, hielt die Moderne ihren Einzug auch in kommunale Kulturinstitutionen und bürgerliche Sammlerkreise.

Wir werden in lockerer Folge über Fluxus und seine Aachener Nachwirkungen berichten. Frage an unsere Leser: War jemand bei den Aktionen in den 60er Jahren dabei? Sind die „Aachener Jazzmusiker“ Feldmann/Flimm/Haselhorst/Kreusch/Werth/Zabka beim Konzert von Biel und Cardew die Vorläufer des legendären Scratch Orchestra, in dem u.a. auch Brian Eno, Eddie Prevost, Keith Rowe und Stefan Szczelkun spielten? Und wer weiß mehr über die Kunstinitiative „Gegenverkehr“, die 1968 der „Galerie Aachen“ nachfolgte?

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