Aachener Untergrund Kultur

24. August 2012

Blurt – Live im UKW

Filed under: Aachen in den 80ern, Konzerte in Aachen — karl pach @ 6:01 am

Blurt absolvierten in den 80ern mehrfach Konzerte in Aachen. Der Auftritt im UKW war mir, bis Dato, nicht bekannt. Obiger Ausschnitt entstammt der Ausgabe 05/82 des Fanzines „Tödliche Tafelrunde“. Damit wächst die Anzahl, der mir bekannten, Jülicher Fanzines auf 3 an. Offenbar war die Punkerszene auf dem Land seinerzeit erstaunlich aktiv.

Irgendwo habe ich noch ein Tape, welches den Blurt Auftritt im Club Voltaire dokumentiert. Werde das demnächst hier posten.

Ich bin schwer auf der Suche nach den alten UKW Live Tapes. Bekannt sind mir der Einstürzende Neubauten Auftritt sowie Honeymoon Killers. Wer mir diese Tapes zum digitalisieren zur Verfügung stellen kann wird reich belohnt: karlpach@web.de . Gibt es vielleicht noch weitere Aufnahmen aus dem UKW oder Ähnliches, bite melden.

Wärmsten Dank an Tommy!

24. Juni 2012

DER WAHRE AC UNTERGRUND IM AUTOMATEN-CASINO

Das wahre Mekka des Aachener Untergrunds scheint zur Zeit das Automaten-Casino am Kapuziner Karree zu sein („Hier spielt das Leben“). Hier gibt sich jedenfalls neuerdings die Creme de la creme abgehalfteter deutscher Schlagerstars die Klinke in die Hand. War es letztens noch BATA ILLIC, der für 1 Euro Eintritt die großen Scharen spielsüchtiger Schlagerfans animierte, so gab am Samstag GABY BAGINSKY (wer erinnert sich nicht gerne?!) ihr Bestes, uns in die Abhängigkeit zu treiben. Bei duften Gewinnspielen, moderiert vom legendären Jürgen Renfordt(!), war ein dufter Untergrundabend garantiert. Mehr davon! (War jemand da?)

Noch was: Könnten wir bitte wieder unser altes AC Untergrund Logo/Bild wiederhaben! Das neue Design der Seite ist soooo langweilig… Danke.

21. Juni 2012

Komplikations / Frustration im AZ Aachen, 15.6.2012

Filed under: Konzerte in Aachen, New Wave, New wave in Aachen — Bübbes Kehr @ 6:21 pm

Da war dann mal wieder New Wave der alten Schule im AZ angesagt und es füllte sich gut. Die ersten beiden Bands habe ich leider verpasst, aber es lohnte sich schon alleine für die anderen beiden. KOMPLIKATIONS aus Lüttich/Aachen boten in der Besetzung Keyboard-Schlagzeug-altbekannter Aachener Sänger und Frontmann einen eher minimalistischen Sound, der aber druckvoll nach vorne ging. Besonders überzeugte der Keyboarder, der den Eindruck machte, vier Hände oder mehr zu haben. Die kuck ich mir gerne noch mal an! Ebenso wie die folgenden sympathischen Pariser von FRUSTRATION, die wohl öfter in Aachen als in anderen deutschen Städten aufgetreten sein dürfen. Aufgrund des Gesangs gern als JOY DIVISION-Nachfolger gehandelt, kommen die Songs aber wesentlich abwechslungsreicher daher. Als Zugabe gab es eine Coverversion des Klassikers „Holocaust“ von CRISIS, der dann quasi in den letzten Teil des Abends überleitete, in dem DJs Tom und Betty den feucht-fröhlichen Mob mit Punk und Wave-Klassikern zuballerte. Mich mußte man dann irgendwann vom Tanzboden kehren, war glaub ich 4 Uhr oder so.

10. Mai 2012

Au Hurgebiet: Nachbetrachtung

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachen in den 80ern, Film in Aachen, Konzerte in Aachen — Bübbes Kehr @ 12:24 am

Der hier angekündigte Filmabend zum Thema Bizarres aus Aachen erwies sich als voller Erfolg: Die Raststätte war so gut gefüllt wie nie zuvor bei einem Live-Audiokommentar und es schienen auch alle Anwesenden ihren Spaß zu haben, die Anzahl der laut schreiend aus der Vorstellung rennenden Personen hielt sich in Grenzen. An dieser Stelle vielen Dank an alle Anwesenden!

Hausbesetzung Beeckstrasse 1973

Ad hoc wurde dann auch beschlossen, die Veranstaltung zu wiederholen – und zwar nächstes Jahr, wieder im April. Bis dahin wollen wir aber noch über ganz viel Material aus anderen Quellen verfügen – also wenn der geneigte Leser noch irgendwas herumliegen hat, sei es Konzertmitschnitt der eigenen Band, Dokumentation von Rauschzuständen, oder bescheuertes Herumgefilme ohne Plan in der Kaiserstadt, bitte mit uns in Kontakt treten! Das Material muß nicht unbedingt digital sein, gute alte Analogmedien wie VHS-Kassetten gehen auch.

22. April 2012

Alsdorf Open Air Nachschlag Vol. 2

Anbei noch einige Artefakte unseres Bloglesers Klaus zum „Alsdorf“-Thema. Vielen Dank dafür!

19. April 2012

Live-Audiokommentar XXIII: Au Hurgebiet

Filed under: Film in Aachen, Konzerte in Aachen, Veranstalltungen in Aachen — Bübbes Kehr @ 12:29 am

Es ist soweit: Die im Dezember angekündigte Veranstaltung findet am 28.4.2012 in der Raststätte, Lothringer Str. 23, statt. Ein bunt gemischtes Programm wurde zusammengestellt aus dokumentarischen Materialien, künstlerischen Kurzfilmen und Mitschnitten von legendären und weniger legendären Konzerten. Beginn ist um 21 Uhr, und wer nicht kommt, darf nie wieder in diesem Blog lesen.

14. April 2012

ALSDORF OPEN AIR Nachschlag

…als Nachschlag zum Alsdorf Artikel von Bübbes hier noch einige Scans, die uns Blogleser Hans zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank!

 

27. November 2011

Fluxus in Aachen – sprudelnde Vielfalt

Filed under: Aachen-international, Audimax, Avantgarde in Aachen, ernste Musik, Film in Aachen, Konzerte in Aachen — Schlagwörter: — Dieter Antonio Schinzel @ 2:43 pm

Sprudelnde Vielfalt 1

In keinem Aktionskunst-Geschichtsbuch fehlt es: das Foto von Joseph Beuys, wie er sich am 20. Juli ’64 beim Fluxus-Festival im Aachener Audimax eine blutige Nase holte. Damit war die Verbindung von Avantgarde, katholischer Symbolik, Gewalt in der Provinz und AStA-Kulturreferat gelegt, die noch ein paar Jahrzehnte lang fruchtbar bleiben sollte.

Beuys, bis dato noch spätexpressionistischer Bildhauer, fand an diesem Abend die Formel für den Rest seiner Karriere. Interessanter für Untergrundkulturelle waren die anderen Beteiligten im Audimax: Henning Christiansen, Robert Filliou, Tomas Schmit, Ben Vautier, Wolf Vostell und Emmett Williams. Wir zitieren Seite 13 des informativen Buchs mit dem denkwürdigen Titel Wollt Ihr das totale Leben? Fluxus und Agit-Pop der 60er Jahre in Aachen, das 1995 vom Neuen Aachener Kunstverein veröffentlicht und von uns in einem Amsterdamer Ramschbuchladen gefunden wurde:

Das Aachener Festival hatte auch aus künstlerischer Sicht weitreichende Folgen; die zahlreichen, vor allem wegen des Tumultes erschienenen Presseberichte machten die Fluxus-Kunst nicht nur innerhalb der kleinen Szene bekannt oder lockten auswärtige Künstler ins Rheinland. Für die Fluxus-Künstler selbst bedeutete der ’20. Juli‘ ein Heraustreten aus der Galerie- und Insider-Atmosphäre in die größere Öffentlichkeit.

Kaum überraschend jedoch das Fazit:

Der Stellenwert des ‚Festivals der Neuen Kunst‘ ist in der Geschichte der internationalen Aktionskunst sehr hoch angesetzt, für die lokale Kunst- (und Hochschul-) Geschichte spielte es bisher kaum eine Rolle.

Immerhin gründete der Veranstalter, Architekturstudent und AStA-Kulturreferent Valdis Abolins, gemeinsam mit vier anderen Studenten 1965 eine „Galerie Aachen“, die bis zu ihrer Pleite ’67 unter anderem die Fluxus- und Aktionskünstler Dick Higgins, Alison Knowles, John Latham und Per Kirkeby sowie Nam June Paik und Charlotte Moorman für Live-Auftritte in die Stadt holte. Der AStA organisierte 1965 ein gemeinsames Konzert von Michael von Biel und Cornelius Cardew (mit Stücken von John Cage und LaMonte Young) sowie einen Auftritt des Living Theater. Dem Filmstudio der Hochschule ist ein Abend mit Wolf Vostell und Kurt Kren im Jahr 1967 zu verdanken, der RWTH-Fachschaft Architektur eine Aktion von Günter Brus im Jahr 1968.

Sprudelnde Vielfalt 2

Am Ende des Buchs heisst es treffend:

In der Rückschau betrachtet ging die seltene und faszinierende Aktionsheinheit von künstlerischer Avantgarde und studentischer Oppositionsbewegung in der 68er Zeit allmählich ihrem Ende entgegen. Sie mündete in eine Polarisierung von radikal-politisierter Studentenschaft und sich wieder institutionalisierender Avantgarde-Kunst. […] Nachdem 1968 durch den Sammler Peter Ludwig, der selbst einige Male in der Galerie Aachen Eröffnungen beiwohnte, erstmals Pop Art ins Suermondt-Museum hineingebracht worden war und 1970 dann die „Neue Galerie der Stadt Aachen“ eröffnet wurde, hielt die Moderne ihren Einzug auch in kommunale Kulturinstitutionen und bürgerliche Sammlerkreise.

Wir werden in lockerer Folge über Fluxus und seine Aachener Nachwirkungen berichten. Frage an unsere Leser: War jemand bei den Aktionen in den 60er Jahren dabei? Sind die „Aachener Jazzmusiker“ Feldmann/Flimm/Haselhorst/Kreusch/Werth/Zabka beim Konzert von Biel und Cardew die Vorläufer des legendären Scratch Orchestra, in dem u.a. auch Brian Eno, Eddie Prevost, Keith Rowe und Stefan Szczelkun spielten? Und wer weiß mehr über die Kunstinitiative „Gegenverkehr“, die 1968 der „Galerie Aachen“ nachfolgte?

29. November 2010

RFA Solidaritätsfete 18.12.1981

Filed under: Aachen in den 80ern, Konzerte in Aachen, Politik — karl pach @ 7:06 am
Um den Sendebetrieb weiterfinanzieren zu können, veranstalteten die Unterstützer des „Radio Freies Aachen“ vor fast genau 29 Jahren eine Solidaritätsfete. Ein in dieser politisch aufgeklärten Zeit üblicher Finanzierungsweg, welcher auch resonierte. Unten ein fertiger Original Flyer und ein, wohl zu spät gemachter, Entwurf mit dazugekritzeltem „Sport im Westen“ Support.

Die Perforierung der Flyer rührt von deren Archivierung in den Snapboxen der Kassetten. Das komplette Konzert steht unten zum Download bereit. Die Aufnahmen wurden entweder mit vernünftigem Equipment im Bühnenbereich aufgenommen oder sogar direkt vom Mischpult mitgeschnitten. Die Reihenfolge der Auftritte wurde der Beschriftung der Kassetten entnommen (ohne Gewähr):

Seite 1: Volksboiler
Seite 2: Sport im Westen
Seite 3: Sport im Westen, Private Life, Spumante
Seite 4: Spumante, Benito der Politclown

Private Life und Spumante sind mir unbekannt, Infos nehme ich gerne entgegen. Das einzige was ich jeh von Private Life mitbekam war der gemalte Schriftzug an der Lochnerstraßenseite der Eckkneipe Junker Ecke Lochnerstraße, Anfang der 80er. Weiß leider nicht mehr wie der Laden hieß, war auch nie drin…

7. Juni 2010

THE CURE im EUROGRESS 1981 und STEAKHAUS ‚COMEBACK‘

Filed under: Konzerte in Aachen, Lokale in Aachen — babula @ 3:06 pm

Ein CURE Konzert in Aachen, ist das Aachener Untergrund Kultur? Rückblickend auf das Jahr 1981 ist diese Frage für Aachen und Umgebung leider mit einem klaren J A zu beantworten. Übrigens würde im Jahre 2010 ein noch klareres JA zu vernehmen sein.
An das Konzert selber kann ich mich nur noch schwach erinnern. Ich meine mich zu entsinnen, dass der „Support Act“ durch eine Art unspektakulärer Lasershow ersetzt wurde oder angedacht war. Die ersten 2 Minuten waren ja noch spannend, aber dann… Ich erinnere mich, dass die Bühne bei THE CURE in der ersten Hälfte des Gigs hauptsächlich (oder sogar ausschließlich?) durch vereinzelte weiße Scheinwerfer nur sehr spartanisch erhellt wurde und die dadurch entstehenden Schattenspiele sehr gut zu der Musik von FAITH passten.
Habe mir gestern, als Vorbereitung für dieses posting nach Jahrzehnten noch einmal die Platte (Faith) angehört. Der Zahn der Zeit hat ordentlich genagt. Übrigens eines der wenigen Konzerte, wo mein SONY Walkman entdeckt und konfisziert wurde.
Nach dem Konzert mit 4 Leuten noch schnell zum Steakhaus „Comeback“, Ecke Kleinmarschierstrasse und die Steakhouse-Platte Comeback mit 3 kleinen aber feinen Schweinemedaillons, Reis und Sauce Bernaise bestellt. Mit das Beste was man seinerzeit in Aachen für relativ wenig Geld (Curry-Palast mal ausgenommen) essen konnte. Auch das Schweizer Steak, wo die obligatorische Scheibe Käse noch per Hand mit einer Art Bunsenbrenner oder Flammenwerfer vor den Augen der hungrigen Gäste geschmolzen wurde, war sehr beliebt und köstlich.
Die Wartezeit zwischen Bestellung und Servierung konnte man sich mit dem Lesen der kleinen, mit folgendem Text bedruckten Tischaufleger vertreiben:

Es gibt kaum einen Gaumengenuss, um den im Laufe der Jahrhunderte so viel Sagen-haftes erdacht und so viele Legenden gesponnen wurden wie die Ochsenlende. Man kann sich aber eigentlich gut vorstellen, dass es Rausch des Genusses nicht besonders schwer war, auch die fantastischen Histörchen zu erfinden. Der „Erfinder“ des Beefsteaks soll ein römischer Priester gewesen sein. Der Name dieses frommen Mannes ist unbekannt. Über die märchenhafte Geschichte seiner unfrommen Tat berichtet das „Universal-Lexikon der Kochkunst“ so: Der Priester hatte ein Stück Ochsenfleisch als Opfer für den Gott, in dessen Tempel der Dienst verrichtete, gebraten, und als er mit den Fingern anfasste, um es auf den Altar zu tragen, fand er es so entsetzlich heiß, dass er gezwungen war, es fallen zu lassen und schnell mit den Fingern nach dem Mund zu fahren. Da schmeckte er den Saft, der an seinen Fingern klebte, und bei dem Hochgenuss, der seinen Gaumen kitzelte, verlor er jedes Gefühl von Schmerz. Als Mann von Geist legte er sogleich eine andere Scheibe über das Feuer, verzehrte dieselbe in aller Unschuld und vergaß dabei ganz seiner amtlichen Pflichten, die ihm geboten, das Fleisch dem Gott darzubringen. Lange Zeit fuhr er auf diese Weise fort, bis man dann endlich, durch sein blühendes Aussehen aufmerksam geworden, aufgepasst und sein Geheimnis entdeckt. Ohne Zweifel wäre der Tod sein Los gewesen, doch als er vor den Richtern stand, bat er um Erlaubnis, ein Beefsteak bereiten zu dürfen, nach dessen Verspeisung man ihn sofort freisprach und als Anerkennung für die Wohltat. Mit der er die Menschen beschenkt, zum Oberpriester machte. Mit wahrer Leidenschaft wurde nunmehr Beefsteaks im ganzen römischen Reich gegessen und der Tag gepriesen, an dem sich der Priester die Finger verbrannte.

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