Aachener Untergrund Kultur

21. November 2011

Gaststätte Zum Anker – kleine Historie

Filed under: Aachener Kneipen — karl pach @ 1:11 pm

Etwa 100 (!) Jahre lang befand sich Promenadenstraße Ecke Gasborn eine heilige Stätte Aachener Trinkkultur. Mit dem Verkauf des Hauses, vor einigen Jahren, verschwand leider dieses  Glanzstück gehobener Gastronomie. Besprochen und von Belang ist hier die Phase vor dem Umbau zum Bistrot. Nachdem das Haus von Herrn Bündgens in den Besitz von Herrn Elektro Leffek überging, ließ Leffek erstmal alles rausreissen. Dem Geschmacksdiktat der Zeit hörig, installierte Leffek sowas wie ein Kneipenbistrot und ging damit baden. Diese Phase, vor der endgültigen Schließung, wird hier bewusst ausgespart. Der Anker fand auch mal seinen Weg zum Film. In Duisburg fand sich keine Kneipe mit derartigem Hafencharme. Eine Sequenz eines frühen (Post Tatort) Schimanskis wurde daher im Anker gedreht. Was die gastro-kulturellen Werte angeht macht folgender Satz eines ehemaligen Ankerwirts (Hein) plastisch: „Früher haben wir nie Wechselgeld rausgegeben“.

Links das Lokal in der Neubauphase, daneben kurz nach dem letzten Krieg.

Mit den Zeiten wechselten Interieur und das Personal. Unten die Schankfrau der Wiederaufbauzeit. Die Dekoration hier noch nicht so nautisch orientiert.

Folgend Thekenfrauen der letzten Generation. Solo die Tochter des letzten Wirts Fred Kohlberg, Anne. Anne hatte schon früh Erfahrungen im Business gesammelt, Anfang der 80er Jahre führte Sie bereits die Gaststätte Dschungel in der Promende. Ganz recht, es gab 2 Etablissements namens Dschungel.

Was den Laden darüber hinaus noch besonders macht wird in folgenden Clips dokumentiert. Beginnend mit der historischen Aufnahme eines jener seltenen gesellschaftlichen Rituale, welchen nur Eingeweihte beiwohnen durften.

Das Publikum war handverlesen, welche Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen erläutert hier ein  engagierter Gast.

Neben Partygehabe und Suff  konnte man an der Theke auch prima abchillen. Der Blick ins Aquarium half der inneren Einkehr. Die Fische mußten leider öfters gewechselt werden…

 

3 Kommentare »

  1. Das nenn‘ ich mal gut und schön recherchiert!

    Kommentar von Allo Pach — 21. November 2011 @ 7:00 pm

  2. Tach Mädels,

    da ja hier der Tatort schon gestreift wurde: 1971 wurde u.a. im Aachener Raum Tatort No 5, „Kressin und der Laster nach Lüttich“ gedreht. Habt ihr da Interesse an einem Artikel? Drehorte waren die Autobahnen (Ausfahrt „Aachen-Tivoli“), der Lichtenbuscher Zoll und Kloster Reichenstein mit Umgebung.

    Kommentar von Thomas — 22. November 2011 @ 6:59 am

  3. morgen thomas,

    artikel nehme ich gerne entgegen, am besten mit fotos!

    gruß und dank
    karl

    Kommentar von karl pach — 22. November 2011 @ 7:07 am


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