Aachener Untergrund Kultur

11. Januar 2016

Würselen 1979

Filed under: Aachener Umland — karl pach @ 8:21 vormittags

Bei Youtube hat der Film und Fotoclub Würselen Bardenberg ein charmantes Filmdokument abgelegt. Passt nicht wirklich zum Thema Untergrund hat aber Unterhaltungswert:

Würselen ist vielleicht bekannt als Durchgangsstation der jährlichen Pilgerfahrt nach Duffesheide…

30. Dezember 2015

Aachen-Tourismus 2015

Filed under: Aachen bizarr, Drogenszene Aachen — Dieter Antonio Schinzel @ 3:38 nachmittags

2015 ist fast vorbei, doch Dieter Antonio hat seine jährliche Aachen-Erkundung nicht vergessen. (Siehe hier, hier und hier für die Editionen 2012-2014.) Diesmal stand sie unter nostalgisch-konservatorischem Vorzeichen. Denn mit der neuen Shopping-Mall mitten in Aachens traditioneller Drogen-, Huren-, Kriminellen-, Sexkino-, Gebrauchtmobiltelefonladen- und Migranten-Zone Kaiserplatz/Adalbertsteinweg/Jülicher Straße/Hansemannplatz droht – nach satt bekanntem globalen Muster – das Ende der letzten Ecke Aachens, die sich noch einigermaßen großstädtisch anfühlt.

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Ankunft.

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Gender Trouble.

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Trashzone Kaiserplatz im Um-/Abbruch.

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Bleibt wohl nicht mehr lange hängen.

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Das hier auch nicht.

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Stammkunde am Adalbertsteinweg.

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Berlin, wo man Rinder mit dem Schlagring schächtet.

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Wenige Häuser weiter.

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Fortschreitende Globalisierung: Vegas + Aachener Skyline gab’s schon, die Wasserpfeife jetzt obendrauf.

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Globalisierung II: vereint in der Farbe Rot.

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konkrete poesie.

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Keine Kunst im Ludwig-Forum, sondern tatsächlich eine Absperrung.

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Kunst, aber vor allem unübersetzbarer Witz.

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Aachens heroische Fluxus-Zeiten.

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Westalgie

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Trennung von Kirche und Staat…

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…aber nicht in Aachen.

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Diese Kräfte haben verloren.

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Kybernetik I.

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Kybernetik II.

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Soziale Medien II.

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Geschäftsmodell.

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Ostalgie 2015.

9. Dezember 2015

Speck Nusseck & Die Legendären Fettboys – Däncemusic Für Dicke Bäcker

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Die nimmermüden Kollegen von Tape Attack haben soeben die 84’er DOM-Cassette Speck Nusseck & Die Legendären Fettboys – Däncemusic Für Dicke Bäcker wiederaufgelegt. Die Songtitel verraten Lokalkolorit der Stadt Aachen (in der, wer’s nicht weiß, die Straßen mit Bäckereien gepflastert sind wie andernorts mit Kneipen): “Ochsenaugen”, “Schokoguß”, “Zwiebelbrötchen”, “Heilige Nußecke”, “Ranziger Als Gestern”, “Aus Der Bäckerei”, “Glühwein Im Bädkasten”. Im Gegensatz zu späteren DOM-Produktionen geht es hier erstaunlich (kraut)rockig zu.

 

29. November 2015

Visual Vinyl: Künstlerschallplatten in Heerlen

Filed under: Fluxus, Kunst & so — Schlagwörter: — Dieter Antonio Schinzel @ 4:42 nachmittags

In Aachens Nachbarstadt Heerlen läuft noch bis zum 6.3.2016 die Ausstellung Visual Vinylmit Schallplatten u.a. von Joseph Beuys, Hermann Nitsch, William S. Burroughs, LaMonte Young, Rammellzee sowie LP-Covers, die von Andy Warhol, Banksy, Raymond Pettibon und anderen gestaltet wurden. Mehr als 400 Platten sind zu sehen. Sie stammen aus der Privatsammlung von Jan van Toorn, Betreiber des legendären Fluxus-lastigen Avantgarde-Cassetten- und Plattenlabels Slowscan.

 

14. November 2015

Au Hurgebiet IV am 28. November!

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Juhu, bald gibt es die vierte Ausgabe unseres Filmabends, wie immer in der heimeligen Raststätte. Wir haben wieder eine Menge seltenes und erstaunliches Material zusammengetragen, wie üblich eine bunte Mischung aus historischen Dokumenten, Konzertmitschnitten und Kurzfilmen. Gut denkbar, daß die beiden Stamm-Kommentatoren dieses Mal noch von einigen Überraschungsgästen unterstützt werden. Hinkommen oder ewig bereuen!

26. Oktober 2015

Jacob Kirkegaard, Black Metal Square

Filed under: Avantgarde in Aachen, Kunst & so — Dieter Antonio Schinzel @ 11:34 nachmittags

Unbedingt sehen und hören (noch bis zum 22.11.): Jacob Kirkegaards Klanginstallation “Untitled (Black Metal Square)” im Neuen Aachener Kunstverein. Eine Hommage an das abstrakte Bild überhaupt, Kasimir Malewitschs “Schwarzes Quadrat auf weißem Grund”, das vor genau hundert Jahren gemalt wurde.

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(Das Lautsprecherlabyrinth von Konrad Smoleński, durch das man sich im Erdgeschoss schlängeln muss, um zu Kirkegaard ins Obergeschoss zu gelangen, überzeugte uns weniger.)

Oshikopinbarcodos

Filed under: Aachen bizarr, Aachener Trash Metal, Aachener Untergrund, Gammler, Kunst & so — Dieter Antonio Schinzel @ 8:19 nachmittags

Diesen Aachener Undergrounder trafen wir mit seinem Gefährt nachts in der Nähe des Elisenbrunnens an. Industrial Design & Survival Research Laboratories im Wortsinn, ohne Kunstprätention. Großartig!

Sein Name sei Oshikopinbarcodos, erzählte er uns, und wir könnten ihn auf Facebook finden (was uns nicht glückte). Wir outen uns als Fans.

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22. Oktober 2015

SMC Labelgeschichte Pt.1

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachener Label, Aachener Musikszene — karl pach @ 11:05 vormittags

Das SMC Label ist ein wichtiger Baustein Aachener Untergrundgeschichte. Herr Cryftz hatte sich dankenswerterweise zusammengenommen und mal angefangen einen chronologischen Abriss der Labelgeschichte zu Tastatur zu bringen:

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Das Bildnis zeigt einen verträumten jungen Mann, der 1975 eine spinnerte Idee hatte.

Es war die Vision einer freien Musiker-Kooperative in der sich Musiker aller Stilrichtungen treffen sollten, um in wechselnden Besetzungen neue Wege der Klangerzeugung zu gehen.

Ich hatte damals erst zwei Jahre zuvor mit dem Trommeln begonnen und darin eine meiner großen Leidenschaften entdeckt.

Ich weiß noch, wie ich eines Abends mit meinem alten Sauf-Kumpan Erlend nach einem Jazz-Konzert im Malteserkeller abhing und ihm meine Vorstellungen von dieser Sache zu erläutern versuchte. Wie dem Kind einen Namen geben? Trotz aufrichtiger Bemühungen war eigentlich nix Gescheites dabei und als wir schon aufgeben wollten, kam dann einer von uns beiden auf die glorreiche Idee, sie “Einfache-Musik-Kooperative” zu nennen, “ver-englischt” dann: “Simple Music.(ian) Cooperation” – kurz “SMC”.

So wurde an jenem Abend unter unwürdigen Umständen ein Label gegründet, dass 40 Jahre später (hätte mir das damals einer erzählt, ich hätte ihn für durchgeknallt erklärt) immer noch existieren würde.

Für mich persönlich sehr hilfreich waren die Erfahrungen, die ich durch das Zusammenspiel mit diversen Jazz-Musikern in diesen Jahren machte. Besonders hervorheben möchte ich die denkwürdigen Sessions mit den beiden Free-Jazz-Schlagzeugern Paul Lovens und Paul Lytton. Deren Interpretation von neuem Schlagzeugspiel war für mich als Neuling faszinierend und sollte auf mein eigenes Trommeln später nicht unerheblichen Einfluß haben.

Müßig darüber zu schreiben, welchen Instrumentariums sie sich bei ihren Konzerten bedienten, man mußte es einfach gesehen haben, es war der absolute Wahnsinn und kann nur mit ärmlichen Worten beschrieben werden.

Es war eine wilde Zeit, in der es vornehmlich allen darum ging, alte, festgefahrene und erstarrte Strukturen aufzubrechen und neuen Klangwelten Raum zu geben. A jolly good time was!

Mich reizte vor allem die Überlegung, ob diese völlig freie Art des Musikmachens, welche ich aus dem Jazz kennengelernt hatte, auf das Genre der Rockmusik übertragbar sei.

Viele Weggefährten zählte ich auf dieser Reise durch neue, phantastische Klangwelten, wobei nicht alles automatisch auch gut war, nur weil es neu war. Aber es erweiterte den eigenen Horizont ungemein, die Sensibilität für das Spiel mit anderen wurde durch die Improvisation merklich gesteigert. Es waren blutige Anfänge, aber sie bildeten die Basis für die nachfolgenden Bands kommender Jahre unter diesem Label – so unterschiedlich sie auch sein mochten!
Wo Bild- und Tonmaterial noch in einigermaßen erträglichem Zustand sich erhalten haben, wurden sie den Postings beigefügt!
In diesem Sinne: Ab dafür!

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Blattgrün

Nach zahllosen Sessions mit unterschiedlichsten Musikern war Blattgrün die erste “richtige” Band unter dem SMC-Label. “Richtig” in dem Sinne, dass hier zum ersten Mal eine feste Besetzung über einen längeren Zeitraum zusammenspielte.
Hier wurde zum ersten Male versucht Rock-Strukturen und freie Improvisationen miteinander zu verbinden – mit manchmal gutem und manchmal auch zweifelhaftem Erfolg.
Die Besetzung von links nach rechts:
Erlend Remie – guitar & bass
Don Alkebulan – percussion
Mike Molotov – drums & metals
Thorwald Menzel – organ
Gunnar Schillings – bass, guitar & vocals
Das Foto gibt die Szene wider, als ich – zum wiederholten Male – die beiden Streithähne Erlend und Gunnar zum Handschlag mit “Versöhnung” auffordern mußte, da sich die beiden Herren zum x-ten Mal darüber in die Haare gekommen waren, wer denn nun “Haupt-Gitarrist” und “Haupt-Bassist” dieser Kapelle sei – eine Frage, die ich auch heute, nach 35 Jahren – nicht beantworten kann.!
Stark von Bands wie “Amon Düül 2” und “Gong” beeinflußt fand sich die Gruppe Mitte der Siebziger im musikalischen Niemandsland der “Nach-Hippie”- und “Vor-Punk”- Bewegung wieder.

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Besetzung v.l.n.r.:
Erlend Remie – guitar & bass
Gunnar Schillings – bass & guitar
Willi Kappes – vocals, guitar & keyboards
Mike Molotov – drums & metals
Thorwald Menzel – organ

Irgendwann 1977 traf ich Willi Kappes, der damals in Aachen einen Ruf als skurrilster “Allein-Unterhalter rockig-experimenteller Prägung” hatte und sprach ihn nach einem Solo-Konzert am Elisenbrunnen auf seine musikalischen Vorlieben an. Er lud mich damals zu sich nach Hause ein und noch bevor es zu einem Gespräch kam, mußte ich mir alle Presseberichte Aachener Zeitungen über seine nicht wenigen Konzerte in Aachen und Umgebung ansehen, durchlesen und kommentieren. Willi war schon ´ne Marke!

Das war ein denkwürdiger Nachmittag für mich bei ihm zu Hause und lange noch mußte ich über dieses Treffen bei ihm nachsinnen. Kurz darauf durfte ich das legendäre Willi Kappes- Konzert in der “Neuen Galerie” miterleben, das sogar mitgeschnitten wurde und wo der Aufnahmetechniker, wie der Kassierer und der Solist auf der Bühne in Personalunion Willi Kappes war. Das Konzert war irre – anders kann man es nicht beschreiben – “Soldatenlied” und “Engel des Todes” waren die Hits und ich kann mich gut erinnern, dass nach ein, zwei Gitarrenriffs eine Textzeile kam, dann wieder ein Riff – wieder eine Textzeile – und so fort, aber niemals zusammen. Ohrenbetäubender Sound aus einem selbstgebasteltem Equipment und seine kehlige, sich manchmal überschlagende Stimme forderten dem Zuhörer das letzte ab!

Später entdeckte und kaufte ich den Live-Mitschnitt auf Single (weltweite Auflage: 200 Stück) und bin stolzer Besitzer dieses Meilensteins Aachener Untergrund-Kultur!

Nach diesem Konzert trafen wir uns zu einigen “Proben” im SMC-Keller, damals in der Schule Beekstraße – es war die Blattgrün-Besetzung ohne Don, aber dafür mit Willi!

Und Willi wollte uns als seine Band called: “Willi Kappes 800-Phon-Group”!

Es waren chaotisch-infernalische Klang-Gewitter, die da auf uns alle einströmten und wir hatten einige Tage alle unseren Heidenspaß, mußten aber nach wenigen Wochen mit zerrütteten Nerven aufgeben.

Die Idee einer gemeinsamen Band hatte sich nicht durchsetzen können – wenn sie überhaupt zu einem Zeitpunkt jemals ernst gemeint war! Es gab Ton-Aufnahmen dieser denkwürdigen musikalischen Zusammenkünfte, wurden aber bei einem Wohnungsbrand in Erlend´s WG von den Flammen zerstört! So sind die einzigen Dokumente einige wenige Foto´s – aber was soll´s – that´s Life!

Noch eine Anekdote zum Schluß:

Jahre später traf ich Willi an der Theke des “UKW” und er erzählte mir voller Stolz, dass er sich innerlich immer als Frau gefühlt habe und nun hochdosierte weibliche Hormone nehme. Als Beweis knöpfte er sein Hemd auf, nahm meine Hand und führte sie an seine Brust – und ich hatte eine Weibs-Brust in der Hand bei gleichzeitigem Blick vis-a-vis in ein Drei-Tage-Bart- Männergesicht!

 

Die Geschichte wird fortgesetzt…

Leben und Sparen Nr.1 Fanzine

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Musikszene, Fanzine — karl pach @ 10:51 vormittags

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Tapeattack Tommys unermüdlichem Untergrundwühlen ist es zu verdanken das auch folgendes Fanzine ans Tageslicht kommt. Angesichts der damaligen Auflage einigermaßen verblüffend das ein “Leben und Sparen” heutzutage auftaucht.

Hier auch zum Download:

Leben & Sparen 01-83 (Aachen) Fanzine `831.

oder direkt bei Tapeattack.

 

13. Juli 2015

Zehntausend “Aus`m Keller” Tape

Filed under: Aachener Bands, Aachener Musikszene — karl pach @ 8:32 vormittags

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Nach langer Zeit gibt es mal wieder was auf die Ohren. “Aus`m Keller” ist eines der beiden, mir bekannten, Tapes von Zehntausend. Das andere Werk “Hinaus in die Ferne” hatten wir vor einer Weile schon gepostet. Das Inlay gibt leider keine Infos über Erscheinungsjahr, Mitwirkende, o. Ä. preis. Vermutlich ist die Kassette ca. 82/83 rausgekommen und bestimmt ist Jupp Preußen dabei (lebt der noch?).

Allerherzlichsten Dank an Tapeattack`s Tommy!!!

Im MP3 Hifi Format zum Download:

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