Aachener Untergrund Kultur

9. Februar 2015

Aachener Prisma

Filed under: Aachen in den 60ern, Aachen in den 70ern, RWTH — karl pach @ 12:59 pm

Das Aachener Prisma war das Organ des ASTA der RWTH von 1953 bis 1982. Folgend einige Impressionen zu dem Thema. Die Ausgaben des Zeitraums von 68 bis 75 erscheinen mir am fruchtbarsten. Die Hefte liegen leider  nur gebunden vor, was das Scannen schwierieg macht wenn die Bindung nicht gebrochen werden soll, daher die teilweise schiefen Scans. Fangen wir an mit einer Selektion von Titelblättern, beginnend mit dem  magischen Jahr 1968:

img030

img035

img044

img018

img019

img025

img027

img028

img052

Weltklasse hatten die Grafiken von Klaus Endrikat. Dieser zeigte sich für viele Titelblätter verantwortlich und bereicherte auch durch großformatige grafische Beiträge:

img046

img047

img048

img049

img034

Die redaktionellen Beiträge berührten hauptsäcklich Unithemen, lokales kam leider zu kurz. Ein Leuchtturm allerdings, ist die original „Allo Pach Topliste“ (oben links):

img043

Lokale Politgrössen (Hust), die teils noch heute in Amt und Würde sind, taten sich hier schon zur Studentenzeit hervor. Artikel zur SP Wahl 68 :

img031

img032

img033

Im frechen „klau mich“Outfik kam 68 der Sonderteil „PUSH“ daher:

img039

img040

img041

img042

Ich hatte es zuerst für ein Versehen gehalten, aber der Titel wurde später tats. so korrigiert (kein Scherz…):

img045

Lange vor Charlie Hebdo gab es auch sowas:

img026

68 ging man tats. auch hier auf die Straße. Kann das Foto oben rechts nicht zuordnen, ist das tats. Aachen?

img036

img050

img051

Frauenseiten:

img023

img024

Wichtige Ankündigung:

img022

15 Kommentare »

  1. Das vierte Titelblatt scheint den (in Aachen geborenen) Performance- und Konzeptkünstler Wolf Kahlen zu zeigen – obgleich man glauben könnte, bei dem nackt auf dem Tisch liegenden Mann handele es sich um Ron Jeremy.

    Kommentar von Dieter Antonio Schinzel — 9. Februar 2015 @ 4:28 pm

  2. „Kann das Foto oben rechts nicht zuordnen, ist das tats. Aachen?“

    Ich habe einen Verdacht, daß es sich um die Kreuzung Kurbrunnenstraße Ecke Zollernstraße handeln könnte. An der Stelle des Eckhauses steht möglicherweise heute das IBIS-Hotel http://imgec.trivago.com/uploadimages/10/23/10230751_x.jpeg .

    Gruß Der Tano

    Kommentar von Peer van Daalen — 14. Februar 2015 @ 6:54 pm

    • Hallo Tano,

      Top Tip! Darauf wäre ich nicht gekommen. Hatte das besagte Gebäude irgendwie als Gewerbebrache in Erinnerung.

      Beste Grüße
      Karl

      Kommentar von karl pach — 24. Februar 2015 @ 12:27 pm

      • Gern geschehen! Zu Hundert Prozent verifiziert ist das allerdings noch nicht. Da muss ich noch ein bisschen bei den Altvorderen aus der Gegend nach haken.
        Beste Grüße ebenfalls aus der Aachener Vintage Lounge, …

        Kommentar von Peer van Daalen — 28. Februar 2015 @ 9:50 am

  3. Hm, ich glaub da nicht dran. Die Bebauung ist ziemlich niedrig! Die Gebäude in de Kurbrunnenstrasse, die auch jetzt noch stehen, sind 50er Jahre Häuser mit deutlich mehr Geschossen. Und die wären dann im Hintergrund noch zu sehen. Das ist 2 1/2 geschossige Bebaubung, eher zu finden in den Aussenbezirken. Hauptmerkmal ist imho die Bebaungshöhe, 2×2 Spuren und eine nicht ganz rechtwinkeliges Eckhaus.

    Kommentar von Oppenhof — 1. März 2015 @ 11:53 am

  4. Also, dieses Kur-Bräu auf der Fassade ist ein altes Bier aus der Heilbronner Ecke. Zusammen mit der Tatsache der niedrigen Bebauung unterstelle ich, dass das nicht in Aachen ist.

    Kommentar von Oppenhoff — 2. März 2015 @ 7:14 am

    • Eine kleine Korrektur: Das „Aachener Prisma“ war in seinen letzten Jahren nicht mehr offizielles AStA-Organ, das war (soweit ich weiss, seit Anfang der 70er Jahre) und mindestens während meiner Zeit als stv. AStA-Vors. und Pressereferenten Mitte der 70er die „asz“ (Aachener Studentenzeitung). Das Prisma wurde damals von einem e.V. weitergeführt und redaktionell und kaufmännische von Dr. Bernd Reichenbach geleitet.

      Kommentar von Reini — 2. März 2015 @ 8:34 am

  5. Ich bin hin und weg! Für dieses Blättchen habe ich ab 1974 etwa monatlich eine Seite gestaltet: „Mensch im Wandel“. Damals hatte besagter Dr. Dr. (Ing) Bernd Reichenbach den herausgebenden e.V schon übernommen. Da ich leider die Ausgaben des Aachener Prisma bei einem meiner Umzüge verloren habe, bin ich gespannt auf weitere Veröffentlichungen.

    Kommentar von trithemius777 — 10. März 2015 @ 9:43 am

  6. Irgendwie hatte ich den Chefredakteur Robert Scheermann kennengelernt. Eines Tages nahm er mich mit zu einem Besuch bei Klaus Endrikat, einem Grafiker, der vor allem die Titelblätter und die Rückseiten des Prisma gestaltete, sowie das Layout.
    In diesen Tagen war gerade das Attentat auf Rudi Dutschke verübt worden.
    Endrikat hatte eine Grafik dazu entworfen und fragte, was man wohl für einen Text dazu setzen könnte. Mir entfuhr spontan „Der nächste bitte“. Das nehmen wir, meinten Scheermann und Endrikat.
    So landete mein Name dann auch als Mitarbeiter im Impressum dieser Ausgabe.
    Zu Robert Scheermann gab es später noch eine indirekte Querverbindung. Als ich 1966 in Kohlscheid mein erstes Auto, einen 10 Jahre alten DKW 3=6 kaufte, stand im Brief als Vorbesitzer eine Frau Scheermann. Später stellte sich heraus, dass es die Mutter von Robert Scheermann war.

    In der Phase, als im Audimax und der Mensa von Studfilm auch sogenannte „Underground“-Filme gezeigt wurden wie die „Chelsea Girls“ von Andy Warhol oder „Besonders Wertvoll“ von Hellmuth Costard (https://de.wikipedia.org/wiki/Besonders_wertvoll), und im Roten Hörsaal eine Fluxus-Vorstellung einer spanischen Gruppe stattfand, organisiert vom Asta-Referenten und Architekturstudenten Vorhoff, hat Scheermann dem „Prisma“ eine Art Underground-Beilage spendiert.
    Er nannte sie „Push“, was nach seinem eigenen Bekunden ein Öcher Englisches Wortspiel war. „Pusch“ ist Öcher Platt für das weiblich Genital, abgeleitet von NL „Poes“ (Katze“) / EN „pussy“.

    Kommentar von Cato — 13. August 2018 @ 3:04 pm

  7. hallo zusammen! großartige zeitdokumente! ich habe eine konkrete frage zu einzelheften, die es offenbar in eurer sammlung gibt. wie kann ich euch (per mail z.b., meine füge ich im formular ein) erreichen? viele grüße, daniel.

    Kommentar von daniel lohmann — 23. Januar 2019 @ 12:57 pm

    • Hallo Daniel, einige wenige Prisma-Hefte, die ich dem Archiv der RWTH anbieten möchte, habe ich noch hier liegen (einige wenige sogar mehrfach):

      Prisma Heft 1/Nov64
      Prisma Heft 2/Jan65 Heft 3/Feb65 (mit SPOTS II/Feb65) Heft 1/Nov65
      Prisma Heft 1/Dez66 Heft2/Jan66 Heft 3/Feb66 Heft4/Jun66 Heft5/Jul66
      Prisma Heft 5/Dez67
      Prisma Heft 1/Feb68 Heft 2/Mai68 Heft 1/Nov68 Heft 2/Dez68 Heft 3/Juli68 Heft 2/Dez68
      Prisma Heft 3/Feb69 Heft 4/Mai69 Heft 5/Jul69
      Prisma1 Heft 5/Nov69
      Prisma2 Heft 2/Dez69
      Prisma3 Heft 3/Feb70
      Prisma Heft 11/Nov80

      Dazu Undergroundzeitungen und ähnliches:
      Charlie Kaputt No. 2 Juli68
      Linkeck 3a + 4
      Pardon-Extrablatt „An die Leser der Bildzeitung“ (ohne Datum, kurz nach dem Attentat auf Rudi Dutschke)
      Was tun Juli 68
      Technologie-Korrespondenz 6, Dez69 „Technische Intelligenz im Spätkapiltalismus“
      UHU – Unabhängie Hochschul Union a) Programm b) Kandidaten zur Wahl zum SP c) Flugblatt als Faltanleitung zum Papierflieger (a-c mehrfach; kleine Stapel)
      Liste 10 OB LA DI, OB LA DA – satirisches Flugblatt zur SP-Wahl

      Kommentar von Cato — 23. Januar 2019 @ 3:42 pm

      • im hochschularchiv sind die natürlich perfekt aufgehoben – gute idee! ich bin konkret auf der suche nach einem (oder mehreren) beiträgen, in denen über den besuch des architekten mies van der rohe in aachen und in der fakultät für architektur berichtet wird. seine besuche waren in den von dir genannten heften eher nicht, da er wohl mai ’62 und april ’67 in aachen war, sowie mehrfach in den 50ern. ist in den heften denn zufällig etwas zu einem besuch drin?

        Kommentar von daniel lohmann — 23. Januar 2019 @ 4:19 pm

      • Im Heft 5 / Dezember 1967 ist MvdR nicht erwähnt. Interessant Ist das Editorial von Chefredakteur Michael Maus zur Causa „Benno Ohnesorg“. Seine Zweifel am Freispruch des Polizisten Kurras bestanden zu Recht, wie wir jetzt wissen.

        Kommentar von Cato — 23. Januar 2019 @ 4:28 pm

  8. @Cato, habe dir eben eine Mail geschickt, wäre toll wenn das Material hier gepostet werden könnte.

    Kommentar von karl pach — 24. Januar 2019 @ 6:42 am

    • Guten morgen. Gibt es eine Möglichkeit, die Sammlung irgendwo einzusehen? Gruß, Daniel.

      Kommentar von daniel lohmann — 24. Januar 2019 @ 7:18 am


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: