Aachener Untergrund Kultur

7. September 2017

Karsten Voormann – Materialien

Der 2014 leider verstorbene Karsten Voormann war kein unbekanntes Gesicht in Aachen, insbesondere in Plattenläden traf man ihn gerne. Link zur Traueranzeige: http://www.aachen-gedenkt.de/traueranzeige/karsten-voormann/40189061.
Karsten hatte in den späten 70ern/frühen 80ern was mit, der damals noch kaum verbreiteten, Videotechnik zu tun. Im Rahmen der Tätigkeit für die „Videowerkstatt Aachen“, hatten Voormann und Tom Meffert in Koop mit dem HDZ der RWTH 1978 einen Arbeitsbericht veröffentlicht:

Bin gerade zu faul die Schrift komplett zu scannen, folgt aber vielleicht noch…
Die „Videowerkstatt Aachen“ unterstützte unter anderem Bürgerinitiativen. Die Unterstützung der Aktionen gegen die Sanierung des Gebiets Neupforte/Mostardstraße, beschreibt Karsten in Walter Grasskamps DLF Feature „Vom Recht sich ein eigenes Bild zu machen“. Den entsprechenden Ausschnitt, des am 2.5.79 gesendeten Features, gibt es hier zum Download:

https://www.file-upload.net/download-12697594/voormann-video-dlf.mp3.html

Karsten unterstützte auch das „Freie Radio Aachen“, unseren Piratensender. Im Vorfeld der Räumung des besetzten „Höver Haus“ 1981, dokumentierte Karsten die Nachtwache der Bewohner. Die Doku ist wohl in geschnittener Form seinerzeit auf Sendung  gegangen, hier nun exclusiv das ungekürzte Orignaldokument:

Nachtwache 1: https://www.file-upload.net/download-12697595/nachtwache-1.mp3.html
Nachtwache 2: https://www.file-upload.net/download-12697596/nachtwache-2.mp3.html

Weiteres Material zum Thema wird gerne entgegengenommen (Wer hat eigentlich seine Plattensammlung geerbt?): karlpach at web.de.
Die angesprochene Sanierung des Gebiets Mostardstraße/Neupforte wird im nächsten Post (bald!) beleuchtet.

6. November 2016

Au Hurgebiet V am 26. November!

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Hurra, unsere Filmveranstaltung findet nun bereits zum 5.Mal statt! Auch in dieser Ausgabe haben wir wieder seltenes und bizarres Videomaterial zusammengetragen, von historisch bis hysterisch. Zu den beiden Stamm-Kommentatoren werden sich am 26.11. auch wieder einige Überraschungsgäste gesellen, wie immer in der heimeligen Raststätte.

14. November 2015

Au Hurgebiet IV am 28. November!

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Juhu, bald gibt es die vierte Ausgabe unseres Filmabends, wie immer in der heimeligen Raststätte. Wir haben wieder eine Menge seltenes und erstaunliches Material zusammengetragen, wie üblich eine bunte Mischung aus historischen Dokumenten, Konzertmitschnitten und Kurzfilmen. Gut denkbar, daß die beiden Stamm-Kommentatoren dieses Mal noch von einigen Überraschungsgästen unterstützt werden. Hinkommen oder ewig bereuen!

22. Oktober 2015

SMC Labelgeschichte Pt.1

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachener Label, Aachener Musikszene — karl pach @ 11:05 am

Das SMC Label ist ein wichtiger Baustein Aachener Untergrundgeschichte. Herr Cryftz hatte sich dankenswerterweise zusammengenommen und mal angefangen einen chronologischen Abriss der Labelgeschichte zu Tastatur zu bringen:

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Das Bildnis zeigt einen verträumten jungen Mann, der 1975 eine spinnerte Idee hatte.

Es war die Vision einer freien Musiker-Kooperative in der sich Musiker aller Stilrichtungen treffen sollten, um in wechselnden Besetzungen neue Wege der Klangerzeugung zu gehen.

Ich hatte damals erst zwei Jahre zuvor mit dem Trommeln begonnen und darin eine meiner großen Leidenschaften entdeckt.

Ich weiß noch, wie ich eines Abends mit meinem alten Sauf-Kumpan Erlend nach einem Jazz-Konzert im Malteserkeller abhing und ihm meine Vorstellungen von dieser Sache zu erläutern versuchte. Wie dem Kind einen Namen geben? Trotz aufrichtiger Bemühungen war eigentlich nix Gescheites dabei und als wir schon aufgeben wollten, kam dann einer von uns beiden auf die glorreiche Idee, sie „Einfache-Musik-Kooperative“ zu nennen, „ver-englischt“ dann: „Simple Music.(ian) Cooperation“ – kurz „SMC“.

So wurde an jenem Abend unter unwürdigen Umständen ein Label gegründet, dass 40 Jahre später (hätte mir das damals einer erzählt, ich hätte ihn für durchgeknallt erklärt) immer noch existieren würde.

Für mich persönlich sehr hilfreich waren die Erfahrungen, die ich durch das Zusammenspiel mit diversen Jazz-Musikern in diesen Jahren machte. Besonders hervorheben möchte ich die denkwürdigen Sessions mit den beiden Free-Jazz-Schlagzeugern Paul Lovens und Paul Lytton. Deren Interpretation von neuem Schlagzeugspiel war für mich als Neuling faszinierend und sollte auf mein eigenes Trommeln später nicht unerheblichen Einfluß haben.

Müßig darüber zu schreiben, welchen Instrumentariums sie sich bei ihren Konzerten bedienten, man mußte es einfach gesehen haben, es war der absolute Wahnsinn und kann nur mit ärmlichen Worten beschrieben werden.

Es war eine wilde Zeit, in der es vornehmlich allen darum ging, alte, festgefahrene und erstarrte Strukturen aufzubrechen und neuen Klangwelten Raum zu geben. A jolly good time was!

Mich reizte vor allem die Überlegung, ob diese völlig freie Art des Musikmachens, welche ich aus dem Jazz kennengelernt hatte, auf das Genre der Rockmusik übertragbar sei.

Viele Weggefährten zählte ich auf dieser Reise durch neue, phantastische Klangwelten, wobei nicht alles automatisch auch gut war, nur weil es neu war. Aber es erweiterte den eigenen Horizont ungemein, die Sensibilität für das Spiel mit anderen wurde durch die Improvisation merklich gesteigert. Es waren blutige Anfänge, aber sie bildeten die Basis für die nachfolgenden Bands kommender Jahre unter diesem Label – so unterschiedlich sie auch sein mochten!
Wo Bild- und Tonmaterial noch in einigermaßen erträglichem Zustand sich erhalten haben, wurden sie den Postings beigefügt!
In diesem Sinne: Ab dafür!

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Blattgrün

Nach zahllosen Sessions mit unterschiedlichsten Musikern war Blattgrün die erste „richtige“ Band unter dem SMC-Label. „Richtig“ in dem Sinne, dass hier zum ersten Mal eine feste Besetzung über einen längeren Zeitraum zusammenspielte.
Hier wurde zum ersten Male versucht Rock-Strukturen und freie Improvisationen miteinander zu verbinden – mit manchmal gutem und manchmal auch zweifelhaftem Erfolg.
Die Besetzung von links nach rechts:
Erlend Remie – guitar & bass
Don Alkebulan – percussion
Mike Molotov – drums & metals
Thorwald Menzel – organ
Gunnar Schillings – bass, guitar & vocals
Das Foto gibt die Szene wider, als ich – zum wiederholten Male – die beiden Streithähne Erlend und Gunnar zum Handschlag mit „Versöhnung“ auffordern mußte, da sich die beiden Herren zum x-ten Mal darüber in die Haare gekommen waren, wer denn nun „Haupt-Gitarrist“ und „Haupt-Bassist“ dieser Kapelle sei – eine Frage, die ich auch heute, nach 35 Jahren – nicht beantworten kann.!
Stark von Bands wie „Amon Düül 2“ und „Gong“ beeinflußt fand sich die Gruppe Mitte der Siebziger im musikalischen Niemandsland der „Nach-Hippie“- und „Vor-Punk“- Bewegung wieder.

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800 Phon Group

Besetzung v.l.n.r.:
Erlend Remie – guitar & bass
Gunnar Schillings – bass & guitar
Willi Kappes – vocals, guitar & keyboards
Mike Molotov – drums & metals
Thorwald Menzel – organ

Irgendwann 1977 traf ich Willi Kappes, der damals in Aachen einen Ruf als skurrilster „Allein-Unterhalter rockig-experimenteller Prägung“ hatte und sprach ihn nach einem Solo-Konzert am Elisenbrunnen auf seine musikalischen Vorlieben an. Er lud mich damals zu sich nach Hause ein und noch bevor es zu einem Gespräch kam, mußte ich mir alle Presseberichte Aachener Zeitungen über seine nicht wenigen Konzerte in Aachen und Umgebung ansehen, durchlesen und kommentieren. Willi war schon ´ne Marke!

Das war ein denkwürdiger Nachmittag für mich bei ihm zu Hause und lange noch mußte ich über dieses Treffen bei ihm nachsinnen. Kurz darauf durfte ich das legendäre Willi Kappes- Konzert in der „Neuen Galerie“ miterleben, das sogar mitgeschnitten wurde und wo der Aufnahmetechniker, wie der Kassierer und der Solist auf der Bühne in Personalunion Willi Kappes war. Das Konzert war irre – anders kann man es nicht beschreiben – „Soldatenlied“ und „Engel des Todes“ waren die Hits und ich kann mich gut erinnern, dass nach ein, zwei Gitarrenriffs eine Textzeile kam, dann wieder ein Riff – wieder eine Textzeile – und so fort, aber niemals zusammen. Ohrenbetäubender Sound aus einem selbstgebasteltem Equipment und seine kehlige, sich manchmal überschlagende Stimme forderten dem Zuhörer das letzte ab!

Später entdeckte und kaufte ich den Live-Mitschnitt auf Single (weltweite Auflage: 200 Stück) und bin stolzer Besitzer dieses Meilensteins Aachener Untergrund-Kultur!

Nach diesem Konzert trafen wir uns zu einigen „Proben“ im SMC-Keller, damals in der Schule Beekstraße – es war die Blattgrün-Besetzung ohne Don, aber dafür mit Willi!

Und Willi wollte uns als seine Band called: „Willi Kappes 800-Phon-Group“!

Es waren chaotisch-infernalische Klang-Gewitter, die da auf uns alle einströmten und wir hatten einige Tage alle unseren Heidenspaß, mußten aber nach wenigen Wochen mit zerrütteten Nerven aufgeben.

Die Idee einer gemeinsamen Band hatte sich nicht durchsetzen können – wenn sie überhaupt zu einem Zeitpunkt jemals ernst gemeint war! Es gab Ton-Aufnahmen dieser denkwürdigen musikalischen Zusammenkünfte, wurden aber bei einem Wohnungsbrand in Erlend´s WG von den Flammen zerstört! So sind die einzigen Dokumente einige wenige Foto´s – aber was soll´s – that´s Life!

Noch eine Anekdote zum Schluß:

Jahre später traf ich Willi an der Theke des „UKW“ und er erzählte mir voller Stolz, dass er sich innerlich immer als Frau gefühlt habe und nun hochdosierte weibliche Hormone nehme. Als Beweis knöpfte er sein Hemd auf, nahm meine Hand und führte sie an seine Brust – und ich hatte eine Weibs-Brust in der Hand bei gleichzeitigem Blick vis-a-vis in ein Drei-Tage-Bart- Männergesicht!

 

Die Geschichte wird fortgesetzt…

8. Juni 2015

Giorgio Moroder: Disco in Aachen erfunden

Filed under: Aachen in den 60ern, Aachen in den 70ern, Aachen-international, Discos AC, Kultstätten in AC — Dieter Antonio Schinzel @ 9:58 am
Der Scotch Club 1965

Der Scotch Club 1965

„Als ich in den Sechzigern von Südtirol nach Deutschland kam, wo bin ich da aufgetreten? In Diskotheken wie dem „Scotch Club“ in Aachen. Der Besitzer war der Vorsitzende der DDO, der Deutschen Discjockey-Organisation. Da war ich Mitglied. Platten waren billiger als Kapellen und Orchester. Ich glaube auch fest daran, dass Disco schon damals in Deutschland erfunden worden ist.“

Das sind die letzten Worte eines Interviews mit Giorgio Moroder in der Welt vom 7.6.2015.

Die englischsprachige Wikipedia nennt den Scotch-Club die erste Discothek der Welt: „Since the opening of the Scotch-Club in late 1959, other discothèques opened throughout Aachen and in other major towns. When the first club opened in the USA, there were already 17 discos in Aachen.“ Siehe auch unsere beiden älteren Beiträge!

9. Februar 2015

Aachener Prisma

Filed under: Aachen in den 60ern, Aachen in den 70ern, RWTH — karl pach @ 12:59 pm

Das Aachener Prisma war das Organ des ASTA der RWTH von 1953 bis 1982. Folgend einige Impressionen zu dem Thema. Die Ausgaben des Zeitraums von 68 bis 75 erscheinen mir am fruchtbarsten. Die Hefte liegen leider  nur gebunden vor, was das Scannen schwierieg macht wenn die Bindung nicht gebrochen werden soll, daher die teilweise schiefen Scans. Fangen wir an mit einer Selektion von Titelblättern, beginnend mit dem  magischen Jahr 1968:

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Weltklasse hatten die Grafiken von Klaus Endrikat. Dieser zeigte sich für viele Titelblätter verantwortlich und bereicherte auch durch großformatige grafische Beiträge:

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Die redaktionellen Beiträge berührten hauptsäcklich Unithemen, lokales kam leider zu kurz. Ein Leuchtturm allerdings, ist die original „Allo Pach Topliste“ (oben links):

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Lokale Politgrössen (Hust), die teils noch heute in Amt und Würde sind, taten sich hier schon zur Studentenzeit hervor. Artikel zur SP Wahl 68 :

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Im frechen „klau mich“Outfik kam 68 der Sonderteil „PUSH“ daher:

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Ich hatte es zuerst für ein Versehen gehalten, aber der Titel wurde später tats. so korrigiert (kein Scherz…):

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Lange vor Charlie Hebdo gab es auch sowas:

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68 ging man tats. auch hier auf die Straße. Kann das Foto oben rechts nicht zuordnen, ist das tats. Aachen?

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Frauenseiten:

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Wichtige Ankündigung:

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8. November 2014

Au Hurgebiet III am 28. November!

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Für die dritte Ausgabe unseres Filmabends wurde wieder eine Menge historisches und hysterisches Material zusammengesucht. Wie schon in den vorherigen Manifestationen erwartet den Besucher eine Mischung aus merkwürdigen Dokumentationen, obskuren Konzert-Mitschnitten und bizarren Kurzfilmen aus der Kaiserstadt Aachen. Wir freuen uns besonders, diesmal Heiko Fischer als Special Guest begrüßen zu dürfen. Eine einzigartige Gelegenheit, sich sowohl den Geist verwirren zu lassen, als auch dem Lokalpatriotismus zu fröhnen. So kommet zuhauf in die Raststätte – die Moderatoren stehen auch nach dem Event zum gemeinsamen Alkoholkonsum zur Verfügung.

15. Juli 2014

Malteserkeller Flyer 1977

Auftakt zur Beitragsserie von Malteserkeller Flyern, es beginnt mit dem Jahr 1977:

2. 1977 am 10. 3. OCEAN

Mit Grönemeyer…

3. 1977 am 10. 3. OCEAN

4. 1977 am 13.12. Kleinkunst

5. 1977 am 13.12. Kleinkunst

Dank an Tano für die freundliche Zuwendung!

 

22. Juni 2014

Aachener Wandmaler – @Kunstforum International

Filed under: 1982, Aachen in den 70ern, Aktionskunst, Kunst & so — karl pach @ 10:02 am

In Band 50 des „Kunstforum International“vom Juni 1982, greift Herausgeber Walter Grasskamp das Thema „Aachener Mauermaler auf. Folgend die Scans des Artikels:

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15. Juni 2014

Aachener Wandmaler – Der Film & Linksammlung

Filed under: Aachen in den 70ern, Aktionskunst, Kunst & so — karl pach @ 9:21 am

Bei Vimeo habe ich folgenden fantastischen Dokumentar-Tonfilm über die Aachener Wandmaler Klaus Paier und Josef Stöhr gefunden:

ein Film von den aachener Wandmalern from afra on Vimeo.

Folgend eine kleine Linksammlung zu externen Webseiten, welche sich mit dem Thema Paier&Stöhr beschäftigen:
Dieter Weinkauf: http://dieter-weinkauf.jimdo.com/klaus-paier-aachener-wandmaler/

Norbert Schnitzler: http://www.norbertschnitzler.de/Sammlungen/Graffiti/Paier.htm

Franz Josef Wirtz: http://home.fotocommunity.de/gut_wirtz/index.php?id=487952&g=159653

Rudi Roelz: http://www.rudi-roelz.de/bad-aachen/index.html

Schmuckitreu: http://de.dawanda.com/shop/schmuckitreu

 

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