Aachener Untergrund Kultur

19. April 2013

Adalbertstraße 1973

Einsortiert unter: Aachen in den 70ern — karl pach @ 7:30 vormittags

Tolle Fotos von unserer Einkaufsmeile, geschossen 1973 von einer aachener Fotografin.

In Anbetracht des bevorstehenden Abrisses großer Teile der Straße passt das Thema in den Untergrund Blog.

Vor Schuhäusern Tack und Fister (englischer Name?):

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Vorm Tschibo:

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Da bin ich nicht sicher, kann das rechts neben der BIBA Boutique in Laufrichtung Blondelstraße sein?:

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Schweinefleisch auf dem Rückzug Pt.1

Einsortiert unter: Aachen Gastro — karl pach @ 6:51 vormittags

Nicht das ich irgendwas mit dem Laden zu schaffen hätte, noch den kulinarischen Erlebnissen sonderlich nachhänge. Das Restaurant Pallas schloss neulich seine Tür und damit ging der vorletzte (?) aachener Vertreter eines gastronomischen Anachronismus. Eine erstaunliche Parallele zum Knossos, als wohl letztem Vertreter, ist das sich das Klo ebenfalls direkt neben der Küche befindet…

Über den segensreichen Einfluss griechischer Gastronomen soll hier nicht geschrieben werden, aber ein Seufzen über das, was jahrzehntelang Rettungsanker diverser Zechtouren war, ist angebracht. Im hilfreichen Büchlein “treff tips Aachen” der Ausgabe von 1978 (wer sich aus dem Buch bedient sollte das auch, in seinem Artikel, kennzeichnen.) findet sich folgender Artikel. Allerdings kann ich das Pallas, beim oberen Bild, nicht wirklich erkennen. War das der alte, hintenliegende Raum, vor dem Umbau?

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Topact der Speisekarte war unten abgebildete Pizza Gyros Zaziki.

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Angesichts des aktuellen Zustands unserer sog. Studentenmeile ist ein Rückblick auf den Laden angesagt. Neben den Ballermannrestaurationen, Gammeldönerhallen, moderner Systemgastronomie und sonstigem Mist, wartete das Pallas mit heimeliger Atmosphäre und tats. freundlicher Bedienung auf. Die Liste klassischer Schweinefleisch Verteiler wird immer kleiner…

Als Inspirationshilfe die ORIGINAL Speisekarte hier zum Download:

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25. Februar 2013

Gotteslästerung

Einsortiert unter: Aachen bizarr, Aachen in den 80ern, Politik — karl pach @ 8:19 vormittags

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Wir schreiben das Jahr 1987, nicht 1587. Der geschilderte Vorfall hätte im Iran keine Schlagzeile produziert, das jedoch in Deutschland wegen Gotteslästerung prozessiert wird, zog das Interesse der überrregionalen Öffentlichkeit auf sich.

Es geschah während des, in Aachen stattfindenden, Katholikentages. Eine kleine Gruppe aufgeklärter junger Leute zog in karnevalistischer Manier in Richtung der Feierlichkeiten im Bereich Markt. Mitgeführte Plakate mit kritischen Anmerkungen, sowie aniklerikale Devotionalien, erregten, wohl erwartungsgemäß, die Gemüter der versammelten Gläubigen. Nach einem kleinen Rundgang um die weihevolle Kundgebung, kehrte die Gruppe im Domkeller zum Feiern der lustigen Aktion ein. Ein Großaufgebot grün Uniformierter wollte die Fröhlichkeit, durch Verhaftung der jungen Leute beendigen. Die diktaturgewöhnten griechischen Domkeller-Mitarbeiter verhinderten das zunächst couragiert, mit Verweis auf Privatgrund. Die Staatsmacht kesselte die Sünder später am Bahkauv ein und verbrachte diese in Gewahrsam. Ein Festnahmegrund fiel den Beamten nicht ein, wurde den Festgenommenen auch nicht genannt. Die findige Aachener Staatsanwaltschaft konstruierte später dann den Vorwurf der Gotteslästerung. Ein Vorwurf dessen Verfassungskonformität nicht dargelegt werden konnte. Das endete für die Angeklagten in einem Verfahren, in welchem ihnen Geldstrafen, alternativ Knast aufgebrummt wurde.

Die gescannten Ausschnitte der Lokalzeitung sind leider etwas mitgenommen.

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Die Aachener Obrigkeit weigert sich übrigens, bis heute, die Hexenurteile früherer Jahre aufzuheben und die verbrannten Frauen zu rehabilitiern.

24. Februar 2013

Frank Papst Buchholz

…auch bekannt als Papst Piss, Papst Pest und Frank Castro: von Urin über 10-Neger- und Au Hur-Tapes und Bierfront bis zu Punkrock-Karaoke und aktionskünstlerischem DJing ist er der wohl älteste noch aktive Protagonist der Aachener 80er-Untergrundkultur, neben Theo “Trickbeat” Rick. In diesem Interview fürs Aachener Hochschulradio gibt er eine praktische Schnellübersicht seiner früheren und heutigen Aktivitäten:

(Da in dem Interview auch das künstlerische Elternhaus angesprochen wird: Vater Franz Buchholz, von dem unter anderem die Klangskulptur vor der Aachener Barockfabrik stammt, war laut diesem Lokalzeitungsartikel Miterfinder der Kunstkopf-Stereophonie an der RWTH Aachen. Dem widerspricht allerdings Wikipedia mit der Auskunft, dass der erste Kunstkopf schon 1933 gebaut wurde.)

22. Februar 2013

The Swamptones – Bildmaterial

Einsortiert unter: Aachen in den 80ern, Aachener Bands, Aachener Umland, Konzerte in Aachen — Bübbes Kehr @ 5:35 nachmittags

Ergänzend zu diesem Post wurde uns freundlicherweise Bildmaterial zur Band zugespielt. Anbei das Poster ihres wohl besten Konzerts im Übach-Palenberger Keller sowie die Eintrittskarte zum Support-Gig bei Frenzy in der ebenfalls Übach-Palenberger Rockfabrik. Dank an Brian C. Taylor und Sir Glintfort für das Material!

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20. Februar 2013

Aachener Untergrund Kultur = Subkultur Westberlin

Einsortiert unter: Aachen in den 80ern, Aachen-international, Aachener Untergrund, Aktionskunst, Fanzine, Kunst & so, Trickbeat — Dieter Antonio Schinzel @ 9:28 nachmittags

Seit Anfang dieses Jahres sorgt Wolfgang Müllers 579seitiges Erinnerungsbuch Subkultur Westberlin 1979-1989 für Rauschen im Blätterwald. (Wer Müller nicht kennt, obwohl er oder sie diesen Blog liest: genialer Tödliche Doris-Dilletant, seit den 90ern in Dieter Roths Island-Fußstapfen wandelnd). Auf den Seiten 109 sowie 388-392 wird das gemeinsame Gastspiel der Tödlichen Doris mit den Aachener 80er Jahre-Untergrundkulturexporten Bierfront und Trickbeat auf der Documenta 1987 in Kassel gefeiert. Wir zitieren S. 389:

Eine Sponsoring-Zusage [für den documenta-Auftritt der Tödlichen Doris, Anm.] gibt es lediglich vom Aachener Punk-Fanzine Bierfront und vom Westberliner Lokal Kumpelnest 3000. [...] Im documenta-8-Katalog finden sie sich nun gleichberechtigt zwischen den Namen internationaler Großkonzerne, riesiger Unternehmen und Banken: “Bierfront und Kumpelnest 3000″. Das Aachener Punk-Fanzine stiftet achtzig Dosen Bier, während das Ex-Bordell Kumpelnest 3000 einen Betriebsausflug für seine Angestellten nach Kassel finanziert. 

S. 393:

In der Diskothek New York entsteht während der zehn Tage dauernden Performancereihe die documenta-8-Bierfront. Statt der Punkcharts ist sie mit einer Kunsthitliste versehen. Sie enthält die zehn besten Kunstwerke der documenta 8. Punk und Kunst begegnen sich erstmals – auf Augenhöhe. Die auf hundert Exemplare limitierte Sonderausgabe des Punk-Fanzines ist heute ein begehrtes Sammlerstück, sowohl in Punk- als auch in Kunstkreisen.

S. 109:

Ein gecharterter Reisebus, gefüllt mit documenta-8-Besuchern, die um Punkt 21 Uhr in der Diskothek New York abgeholten worden sind, fährt um die Unsehenswürdigkeiten von Kassel herum. Der vom Fanzine bestellte Reiseleiter ist Theo Rick von der Aachener Band Trickbeat. Seine Infos über die Unattraktionen der Stadt gibt er durch ein übersteuertes Megafon bekannt. Plötzlich stoppt der Bus. Rüde werden die Passagiere aufgefordert, sich jeweils eine Bierdose von der Pyramide zu nehmen und zu öffnen. Zwei der hundert äußerlich identischen Dosen enthalten jedoch Fanta statt Bier. Wer diese erwischt, dem überreicht Theo Rick eine Schallplatte mit Musik.

S. 106:

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Urin, Tierversuche

Die Kollegen von Tape-Attack haben die 1982er-Cassette “Tierversuche” der schon damals semilegendären Aachener Dilletantenband Urin veröffentlicht (siehe unsere frühere Berichterstattung). Bandleader und Labelbetreiber Frank Papst Pest heisst darauf “Papst Piss”, und es gibt schöne Textzeilen wie “Ich wohne in einem russischen Tiergarten / Ich wichse den Elefanten am Rüssel”.

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24. Januar 2013

DR. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten (Bizarrer Aachener Film)

Die AACHENER Filmszene lebt!
Endlich wieder! Lange war es still um den BURTSCHEIDER Filmregisseur Bernd Uwe Köter. Eisig still.
Denn sein letzter abendfüllender Film “Sheriff  Scott” (Hauptrolle: David Scott, Schottland) wurde nicht etwa total verrissen; nein, er fand erst gar nicht in Deutschlands Kinosäle. Kritiker munkelten damals , dass “das Material zu schwach war”, dass weiland (2009) Terror und Stress am Set herrschten oder indisponierte Schauspieler den ganzen Cast gegen Regisseur und Produzent aufwiegelten. Das alles ist/war keineswegs so. In Wirklichkeit machten internationale Rechtsstreitigkeiten eine Veröffentlichung bis heute unmöglich. Dazu Köter: “Wenn solche dicken Blockbuster produziert werden, wird es immer schwieriger alle Rechteinhaber in x Ländern an einen Tisch zu bekommen. Im schlechtesten Fall bedeutet das das Aus für einen Film, für den Produktion und Team über viele Monate ihr Herzblut gegeben haben”, bitter für eingefleischte Cineasten, aber traurige Realität in der rauhen Film/Fernsehwelt.
Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen. Jetzt ist Bernd Uwe Köter wieder da. Und wie! Mit sattem Budget neuer Geldgeber und bewährtem Hauptdarsteller (Scott) konnte im Sommer 2012 in der Filmstadt Köln, als auch “on location” in BAD AACHEN mit motivierter Filmcrew neuer Stoff (Buch: u.a. Dieter Ganghofer) auf Zelluloid gebannt werden. Ebenfalls wieder an Bord: die AACHENER Komponistin Elisabeth Wurst (Vaalserquartier), die gewohnt gekonnt für den Sounddreck verantwortlich zeichnet.
Herausgekommen ist ein Roadmovie erster Kajüte: “Dr. Scott 2 – Reiz des Riskanten”, die Fortsetzung des Klassikers “Dr. Scott – Neu in der Stadt” (2006).
Wer letzteren gesehen hat, der weiß, was ihm bevorsteht: eine rasante Geschichte, verpackt in knallharter Äction, wilde und gewagte Kamerafahrten, sowie jede Menge Sozialkritik. Also alles, was wir im Kino sehen wollen: Unterhaltung pur!
Lehnen Sie sich zurück in Ihren Fernseh/Kino-sessel und genießen Sie zeitloses Kino at its best:

Dr. SCOTT 2 – Reiz des Riskanten

 
Scott reiz poster

30. Dezember 2012

DAB/POLYDOR BANDWETTBEWERB 1974 AC

Zum Jahresabschluss noch was Schönes: Im September 1974 startete die Dortmunder Aktien Brauerei (zusammen mit Polydor) den “größten Musikwettbewerb (dieser Art), der je in der Bundesrepublik stattgefunden hat”. 150 Bands traten in Dortmund, Hildesheim, Oldenburg und AACHEN (Saalbau Rothe Erde) in den Sparten “Tanz/Unterhaltung” und “Rock/Jazz/Beat/Pop” zum Vorspielen an, um sich die ausgelobten 2500 DM zu sichern.
Zu gerne wüßte ich natürlich, wer denn gewonnen hat. Vielleicht liest das ja wieder mal jemand, der damals dabei war (Paul?)…?! Vielen Dank an Jolly für diesen Dachbodenfund.
Frohes neues Jahr allen Bloglesern!

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9. November 2012

Bull Bramson Band

Einsortiert unter: Rock in Aachen — karl pach @ 12:21 nachmittags

Die Kassette “First Behaviour” ließ überließ mir Kollege Mathias D. zum verbloggen. Eine stadtbekannte Person ist der mittig abgebildete Raucher. Der pummelige Kerl im Althippie Outfit gehörte Jahrzehnte zum Stadtbild und hört auf den Namen Stan. Dachte immer das ist der kleine Bruder von Albert Schneider… Die Blues/Prog/Hardrock Kapelle hatte, neben der Kassettenveröffentlichung, wohl auch Liveauftritte absolviert. Im German Rock Lexikon findet sich noch was zu einem späteren Gitarristen namens Tom Sevenich.

Die komplette Kassette im trendigen mp3 Format gibts als Download hier: Seite 1, Seite 2

Das Online Archive der AZ steuert zum Stichtag 15.05.2004 noch folgenden farbigen Konzertbericht bei:

Er prasselt und blitzt und donnert hernieder, als Rockgewitter mit brachialer Urgewalt: Der harte Sound der Bull Bramson Band schüttelt seine Zuhörer durch, wie ab 20 Uhr im Schlüsselloch, Boxgraben, zu erspähen ist. Zur Beruhigung mischen sich vereinzelt Rhythm & Blues- und Boogie-Stücke unter den Heavy Rock der Band.

Einen Einblick in Stans Behaviour gibt folgendes Video. Exclusiv bei Myvideo geklaut und von Werbung befreit:

Das Zusammentreffen unseres Ex-Bürgermeisters Linden mit Stan scheint ein Highlight seiner Amtszeit gewesen zu sein.

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