Aachener Untergrund Kultur

30. Oktober 2017

Schluss mit Ruhe und Ordnung!

Der Aachener Avantgarde Club lädt zur 1. Aktion:

Von der umjubelten Veranstaltung gibt es auch eine Videoaufzeichnung:

 

14. November 2011

MONTANUS – Die Auflösung…

   …jedenfalls was die Örtlichkeit betrifft, ist durch dieses zufällig gefundene Foto von 1984 (links)bewiesen WO Montanus untergebracht war: nämlich in der Mitte der Adalbertstrasse und nicht etwa „in den Räumen der Wohlthatschen Buchhandlung“, wie von einigen Mitbloggern vermutet. Babula und ich waren letzte Woche zur Beweissicherung auf Ortsbesichtigung (siehe rechtes Foto), ehe das Haus noch abgerissen wird, was ja täglich passieren kann…

16. Januar 2011

HEILIGER+KLEUTGENS ANNO 1979

Filed under: Aachener Schallplattenläden, Plattengeschäfte in Aachen — Allo Pach @ 8:46 pm
 

Der nächste Fund aus dem Innern einer Vinylsingle.
Gleich mehrere Dinge stoßen auf dieser Rechnung vom 09. Oktober 1979 ins Auge.
Erstens finde ich es mehr als erstaunlich, dass man 1979 noch DM 1,10 für ein Single-Sternchen hinlegen musste. Heutzutage kann man sich glücklich schätzen, wenn man bei ebay einen Euro für 100 Stück bekommt (ernsthaft!).
Schön informativ ist vor allem die Rückseite der Quittung.
Für mich neu ist die Verwaltungs und Zentralkundendienstadresse in der Schützenstrasse. Ich muss da beizeiten noch einmal vorbeischauen, wo genau das war.
Niedlich auch das Wort „Musi-Cassetten“. Ganz toll aber der Hinweis auf „bestgeschultes Fachpersonal“. Also das habe ich nun wirklich anders in Erinnerung.

26. August 2010

KARL PACH, HEILIGER & KLEUTGENS WERBE-SINGLES

Filed under: Aachener Schallplattenläden, Heiliger, Karl Pach — babula @ 11:44 am

Eine prima Werbe-Idee der Plattenindustrie war ab Mitte der 50er Jahre die „Klingende Post“ Single Reihe.
Hier wurden jeweils ca. 10-15 brandheiße neue Schlager von dem/den Moderatoren kurz vorgestellt, angespielt und mit passenden Kommentaren versehen.
Was gefiel, sollte dann beim Schallplattenhändler des Vertrauens erstanden werden. Um die Bindung an das örtliche Geschäft weiter zu festigen, entwickelte man wohl die Idee, die Singles mit extra gedruckten Label-Etiketten des jeweiligen Händlers zu versehen.
So erhielt die Single den Anschein ein spezielles Werbegeschenk von z.B. Karl Pach zu sein.
Pfiffig!
Vielen Dank an Thomas K. für die freundliche Leihgabe.
Ach ja: Irgendwo wird ein gewisser Schlagersänger Tony Weller aus Aachen erwähnt.
Hier mehr dazu:
http://www.rocknroll-schallplatten-forum.de/viewtopic.phpt=4065&sid=27ef5286e72761da17d32a0a431f7fe9
Interessant auch die beiden Adressen der Geschäfte auf den Labels. War H&K in der Adalbertstrasse? Karl Pach scheint auch weiter vorne in der Adalbertstr. (andere Seite?) gewesen zu sein…

Weiterführende Links zum Thema „Klingende Post“:
http://www.schallplattenbar.de/7801.html
http://www.wdr.de/radio/wdr4/musik/schallplattenbar/klingende_post.html

Die Singles zu hören gibt es hier:

Karl Pach (Klingende Post 10, 1957):
http://www.megaupload.com/?d=K7G8XB9Q
Heiliger & Kleutgens (Klingende Post 9, 1957):
http://www.megaupload.com/?d=0PVV3FZR

18. Juni 2010

FAMILIE PACH ANNO 1941

Filed under: Aachener Schallplattenläden, Familie Pach — karl pach @ 8:10 am

…und weiter geht’s mit Recherchen über die Initiatoren und Hauptverantwortlichen der New Wave und Punk Invasion unserer Kaiserstadt. Die Familie Pach.
Allerdings glaube ich nicht, dass zum Publikationszeitpunkt dieser Dokumentation der Elektro/Radio Dominanz der werten Familie, bereits über eventuelle Importmöglichkeiten anglizistischen Liedguts nachgedacht wurde.
Jedenfalls existierten bereits 2 (zwei) Fachgeschäfte dvon Vater und Sohn. Und zwar an mir bislang unbekannter Stelle. Einmal am Adalbertsteinweg 12 und zusätzlich in Aachen-Forst. Zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht betriebswirtschaftlich getrennt, sondern offensichtlich gemeinsam leitend.
(Für mich) erstaunlich auch, die Menge der lokalen Telefonanschlüsse im Jahre 1941. Das Telefonbuch der Stadt, dem diese Seite entnommen wurde, umfasst 194 (!) Seiten.

10. Juni 2010

Jürgen´s Musikladen

Filed under: Aachener Schallplattenläden, Futter für die Aachener Ohren — karl pach @ 3:05 pm

Bei meinem heutigen Kontrollgang in der Schützenstraße habe ich festgestellt, dass
Jürgen´s Musikladen für immer seine Türe geschlossen hat. Damit verschwindet nach fast 30 Jahren ein weiterer Musikladen aus dem Aachener Stadtbild.

24. April 2010

SATURN – Eröffnung in der Franzstrasse 06.07.1991

Filed under: Aachener Schallplattenläden — Allo Pach @ 12:57 pm

So, nun ist auch geklärt, wann der Saturn in der Franzstrasse eröffnet hat:

AACHENER PLATTENLÄDEN – kleiner Leitfaden 1987

Kleine Übersicht der Bad Aachener Schallplattengeschäfte im Jahre 1987.
Vielen Dank an kilowatt, der diesen Artikel damals für den Klenkes schrieb.
War jemand mal im Musikladen Eschweiler? Hab ich was verpasst?

13. Februar 2010

JÜRGENS MUSIKLADEN – LADEN WIDER ALLE MARKTGESETZE

Filed under: Aachen bizarr, Aachener Schallplattenläden — Allo Pach @ 10:43 am

EINFÜHRUNG

Was haben wir gelacht, was haben wir geweint!
Jürgens Musikladen („Europas größter 2nd Hand Plattenladen?“) verdient wirklich den Titel:
AACHENS (Europas ha ha ha) BIZARRSTER PLATTENLADEN.
Hier schien/scheint es einen marktwirtschaftsfreien Geschäftsraum zu geben, in dem die Preisfindung nichts mit Angebot und Nachfrage oder gar Qualität zu tun hat, sondern einzig mit dem wundersamen Willen des Betreibers (und dem Kapital seines Geldgebers, der diesen betriebwirtschaftlichen Unsinn seit 30 Jahren aus unbekannten Gründen finanziert).
Hier kostete die Boney M. Single (Zustand: EGAL!) auch gerne mal 23,- DM!
„Wie kann so etwas funktionieren?“, fragt sich der Leser/Kunde? Jedes andere Geschäft hätte binnen kürzester Zeit längst pleite gemacht.
Nicht so Jürgens Musikladen, denn er ist wahrlich ein
LADEN WIDER ALLE MARKTGESETZE!
Wie kommt das?

HISTORIE

Um ansatzweise zu verstehen, wie das alles so geschehen konnte, muß die Recherche in den frühen 80ern beginnen, als Jürgen einen Blumenladen in der oberen Jakobstrasse betrieb.
Wahrscheinlich ob der verderblichen Ware Blumen hatte der Besitzer wohl die Idee, das Geschäft ca. 1982 in einen 2nd Hand Schallplattenladen zu verwandeln (Liebe zur Musik kann es sicher nicht gewesen sein, wenn man an die vielen abschätzigen Bemerkungen des Inhabers zum Thema denkt…).
Jedenfalls war eine der ersten „brillianten Ideen“, nun den Kunden Blumen im Tausch(!) gegen ihre 2nd Hand Platten anzubieten (s. Flyer/Poster).

DAS KONZEPT

Einige Zeit ging das wohl so und man konnte im Laden neben Blumen auch Schallplatten kaufen.
Was jetzt noch fehlte war eine Standortverbesserung- und die kam mit dem Umzug in die Schützenstrasse 23, wo auch schon vorher ein Plattenladen (Discoshop) ansässig war.
Ein klarer Marktvorteil!
Nun brauchte man nur noch ein brilliantes Marketing Konzept, um sich von allen anderen schnöden Geschäften der Branche abzuheben. Dazu mußte man nur global denken.
Während andere vielleicht die „Größte Plattenauswahl der Stadt“ anboten, ging Jürgens Musikladen aufs Ganze: „Europas größter Plattenladen?“, mit pfiffigem Fragezeichen, war die glänzende Lösung.
Desweiteren mußte ein Preiskonzept her, das sich gewaschen hat. Dabei machte man sich zunutze, dass man eigentlich gar keine Kunden im Laden haben wollte, denn die waren nur lästig und stellten gar Fragen.
Jürgen machte aus der Not eine Tugend und erfand: Das einzigartige Grundpreis/Jahre System. Leider war es uns Laien über all die Jahre nicht vergönnt, dieses hochgeistige Konstrukt wirklich in all seiner Pracht zu begreifen und wir haben oft Stunden vor den Informationsplakaten verbracht, immer bemüht Jürgen und sein Genie zu verstehen.
Auch sämtliche (lästige) Rückfragen an den Ladenchef haben uns nie wirklich in die Lage versetzt, dieses geniale Machwerk zu begreifen. Aber immerhin hielt es wohl Kauf-Interessenten davon ab, etwas zu erstehen oder gar (urgh) wiederzukommen.
Trotzdem versuche ich hier nach bestem Wissen das Preisgefüge von J.M. zu erläutern:
Zunächst war der Zustand des Vinyls/Covers für die Preisfindung absolut SCHEISSEGAL, ob mint oder nur noch als Frisbee zu gebrauchen, völlig uninteressant, was soll der Zustand einer Ware mit ihrem Preis zu tun haben? Gar nichts!
Klar war Jürgen aber, dass es Singles und Lps gab. Diese mußten (natürlich!) verschiedene Preise haben, die sogenannten Grundpreise: DM 5,- für die Singles und DM 10,- für die LPs (für CDs galt so etwas erstaunlicherweise aber nicht…).
Dann kam es (natürlich!) darauf an, wie alt die Platten waren, je älter desto teurer (logisch!), pro Jahr berechnete man DM 1,-. Natürlich galt das gleichermaßen für Originale wie auch für Nachpressungen, da gab es (selbstverständlich!) keinen Unterschied, wieso auch?!
Also: kaufte man bei Jürgens Musikladen 1996 eine total verkratzte Single, sagen wir: Rivers of Babylon von Boney M. (erschienen: 1978), ergab das folgenden Endpreis: DM 5,- (Grundpreis) plus DM 18,- (18 mal DM 1,-, da die Platte 18 Jahre alt ist) also schlußendlich DM 23,-
Zudem gab es noch ein weiteres „Punkte System“ (farbige Punkte aufgebracht auf den Plattenhüllen), welches das Preisgefüge noch weiter (nach welchen Kriterien noch mal?) komplizierte.
Diesen speziellen Punktekram habe ich leider bis heute nicht verstanden, deshalb kann ich nicht mehr dazu schreiben (ich kenne auch niemand, der das je verstanden hat…).
Solche Spitzenangebote lockten natürlich die Kunden in Scharen, da ja niemand auf die Idee kam, die gleiche Single auf einem x-beliebigen Flohmarkt in sicher besserem Zustand für 10 Pfennig zu erwerben…
Konnte Jürgen zu Beginn noch die wenigen interessanteren Platten des Ladens zu einem hohen Preis an den Mann bringen (und glaubte sich mit seinem System natürlich bestätigt), so sah er sich schon binnen kürzester Zeit nur noch auf einem riesigen Haufen unverkäuflichen hochpreisigen Mülls sitzen- und darauf sitzt er bis heute…
Um dem Kundenandrang weiter zu begegnen und diesen zu drosseln, erfand Jürgen zusätzlich noch eine Art Strafgeld für das Anhören (wieso durfte man das dann überhaupt?) der Tonträger im Geschäft. Ein Geniestreich!
Diese Gebühr betrug 50 Pfennig pro Plattenseite(!), getreu dem Gesamtkonzept war es egal, ob man eine Single, LP (günstiger) oder CD (hat nur eine Seite= besonders günstig) anhören wollte.
Großzügigerweise wurde dem Kunden diese Gebühr aber beim Kauf der Platte vergütet, eine sehr kundenfreundliche Geste (Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft? Lücke im System?)
Gerüchten zufolge hatte diese Gebühr auch etwas mit der Gema zu tun, die gerne auch bei Plattengeschäften ihre Gebühren eintreibt (anders bei Blumengeschäften).

FUTURE IS CALLING

Mit diesem Klassekonzept hat sich das Fachgeschäft bis heute gehalten, nur die Ware in der Auslage ist mit der Zeit etwas vergilbt (Patina für die Japaner, die ja oft „rübergeflogen kommen“, um bei J.M. einzukaufen).
Verbessert hat man aber noch die Kundenabwehr, unter dem Vorwand: „Das Internet ist die Zukunft“ hat man die Besuchszeiten (hihi) weiter drastisch reduziert:

Heutzutage ist der Laden nur noch Mo-Fr von (voraussichtlich) 13h-14h geöffnet und dann auch nur, um im Internet gekaufte Ware abzuholen. Richtig fitte Internet-User (Web 2.0) machen das ja NUR so: Ware im Internet bestellt und flott im Laden abgeholt, so einfach funktioniert die Cyberwelt, dazu muß man natürlich global denken (können).
Alternativ werden die Platten zwischen 13h und 14h zugeschickt (sicher eine ganz besonders interessante Info für den Käufer).
Auch ein toller Service ist die weltweite(!) Verschickung der erstandenen Ware.
Die Webseite ist Tag und Nacht geöffnet (was ja im Internet ja noch recht selten ist). Jürgens Musikladen ist eben immer einen Schritt voraus!

IM REICH DES WIDERSINNIGEN (INTERMEZZO)

Erstaunt war (der hartnäckige, verbliebene) Kunde dann im Jahre 2003, als Jürgens Musikladen plötzlich und unerwartet auf die SCHLECHTE KONJUNKTUR reagierte und die Preise um 30% senkte.
Was war passiert, dass man 20 Jahre nach Geschäfts-Eröffnung nun erstmals auf den MARKT reagierte? Warum? Wieso? Niemand weiß es, aber an diesem Beispiel wird sehr schön ersichtlich, dass das widersprüchlich-obskure Geschäftskonzept (welches ja stets mit gleichbleibendem Starrsinn gegen jegliche Kritik verteidigt wurde) wirklich frei von jeder Logik ist.

MYSTERIUM UND QUALEN (EPILOG)

Am Ende fragt man sich natürlich: „Was soll das alles? Wofür? Warum? Wem bringt das alles was? Das kann doch alles nicht sein, oder?“
Ich habe schon Freunde im/am Laden verzweifeln sehen. Weinend oder rot vor Wut verließen sie das Geschäft.
Ich aber sage euch:
Quält euch nicht länger!
Es gibt diesen Laden damit man sich genau diese Fragen stellt und sich an diesen abarbeitet.
„Liste der Sampler=auch=V.A.“ (Weltformel!)

5. Februar 2010

DRAGNET RECORDS – Aachens bester Plattenladen (1990-1998)

DRAGNET RECORDS öffnete Anfang September 1990 seine Pforten in der Aureliusstrasse in Aachen. Zunächst präsentierte sich der Laden als reiner Collector’s Shop, d.h.: man verkaufte fast nur rare, gesuchte Scheiben, was die Aachener Käuferschaft in 2 Lager spaltete: Die einen mochten den Laden nicht, ob der hohen (zumeist aber angemessenen) Preise, sie empfanden Dragnet als „elitär“. Andere (ich z.B.) verbrachten dort ihre Samstagvormittage (Ladenschluß war ja noch 14h), vom Personal bestens versorgt mit Keksen und Kaffee und Raritäten.
Auf jeden Fall hatte die Kaiserstadt (und Umgebung inkl. Köln) solch einen speziellen Laden noch nicht gesehen.
Durch eine Repertoire-Erweiterung um Indie/Gothic/Industrial Neuware und deren sehr günstigen Preise, sowie regelmäßigen, umfangreichen Mailorderkatalogen mauserte sich DRAGNET sehr bald zur NRWs erster Adresse in Sachen Schallplatten/CDs. Dies lockte natürlich ein breites -auch auswärtiges- Publikum in den Laden, was oft freitags und samstags zu leichtem Gedränge führte.
Als Dankeschön feierte man jährliche „Jubiläumspartys“ mit satten Preisnachlässen, Sekt und Salzstangen ohne Ende. Wahrlich goldene Zeiten…
Neben dem Laden gab es noch weitere Aktivitäten:
Bereits im Frühjahr 1991 erschienen die ersten Vinyl/CD Produktionen auf dem hauseigenen Label DRAGNET, sowie auf DRADOMEL, einer Kollaboration von DRAGNET und DOM ELCHKLANG und man veröffentlichte ab 1995 auf dem via ROUGH TRADE vertriebenen Indielabel SCOUT RELEASES einige sehr erfolgreiche CDs (The Fall, Mekons, Handsome family etc.).
Ebenso organisierten die Dragnet-Macher rund um Aachen Konzerte (EA 80, Legendary pink dots, Rausch, Jack or jive, etc.).
Schließlich betrieb man ab 1996 einen Tonträger Export-Großhandel (TARGET EXPORT) in der Weststrasse in AC (bis 2008) und das Panteon CD-Preßwerk in Alsdorf.
Diesen arbeitsintensiven Beanspruchungen fielen dann leider der Laden (1998) und später auch die Label zum Opfer.
Aber für alle nostalgisch veranlagten Dragnet-Fans gibt es nun einen angemessenen Trost:
Die Dragnet Betreiber, sowie ehemalige Mitarbeiter, haben ein eigenes Blog eröffnet, mit schönen Fotos, Devotionalien und Erinnerungen rund um Aachens besten Plattenladen und alle anderen Dragnet-Aktivitäten:
http://scoutreleases.blogspot.com/
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